Eine Publikation der Binkert Medien AG
Ausgabe 04/2016, 15.04.2016

Knackiges Pflichtenheft

Der Werkzeug- und Formenbauer Fostag AG setzt auf Automatisierung, um erfolgreich zu bleiben. Beim Invest in ein neues 5-Achs-Bearbeitungszentrum von Makino war das Pflichtenheft sehr anspruchsvoll: 6500 h Produktionszeit, davon 70 Prozent unbemannt, lautete die Vorgabe; zudem mussten grosse und schwere Werkstücke genauso bedient werden wie kleine Halter für Elektroden. Die Lösung von Erowa schaffte diesen Spagat problemlos.

(pi) Die wichtigsten Kundensegmente bei der Fostag AG sind die Bereiche Medizin, Pharma und Labor. Die für den Bau der Formen nötigen Formeinsätze, Formaufbauten und Elektroden stellt man komplett im eigenen Haus her. Das Unternehmen beschäftigt heute gut 90 Angestellte. 95 Prozent des Jahresumsatzes von CHF 22 Mio. resultieren aus dem Exportgeschäft.

Seit 2000 fokussiert Fostag auf das Thema automatisierte Fertigung. «Wer nicht in Automation investiert, hat ein Problem», ist sich Thomas Wieland sicher. Der Head of Production musste Ende 2013 den Maschinenpark um eine Makino «D500» erweitern. Das grosse 5-Achs-Bearbeitungszentrum ist in eine Fertigungszelle eingebunden. Diese wird vom Prozessleitsystem «JMS pro» von Erowa gesteuert; die Bestückung übernimmt der Erowa-Roboter «Robot Dynamic XT».

Wobei das Pflichtenheft anspruchsvoll war. Das System sollte 6500 h im Jahr oder 17 h/Tag produktiv sein und bis zu 70 Prozent der Zeit autonom funktionieren, um unbemannte Schichten zu ermöglichen.

Das System muss 17 h am Tag autonom produzieren

Erschwerend kam hinzu, dass einerseits Werkstückgewichte von bis zu 200 kg zu bewegen waren, andererseits auch filigrane und diffizile Teile gehandelt werden mussten. Zudem konnte aufgrund der räumlichen Situation nur ein langer Teleskop-Roboterarm eingesetzt werden. Die unterschiedliche Grösse der Werkstücke erforderte UPC-Paletten im Mass 320 x 320 mm für grössere Formeinsätze und Mehrteilebeschickung, ITS-Paletten mit Durchmesser 148 mm für kleinere Formeinsätze und schliesslich ITS-Elektrodenhalter in der Grösse 50 mm. Das UPC-Palettiersystem positioniert die Werkstückträger mit einer Repetiergenauigkeit von weniger als 0,003 mm.

«In der Kombination waren dies komplexe Anforderungen», sagt Alois Bättig, Verkaufsleiter Schweiz bei Erowa. «Der lange Teleskophub beispielsweise war beim Robot Dynamic einer der ersten dieser Art.» Trotz dieser Herausforderungen und eines straffen Zeitplans verlief die Umsetzung unkompliziert, wie Thomas Wieland bestätigt: «Das System lief vom ersten Tag an problemlos.» Im Oktober 2013 wurde die HSC-Fräsmaschine vorab ohne Roboterzelle installiert; Ende März 2014 lieferte Erowa den Roboter. In dieser hektischen Zeit der Inbetriebnahme hat sich die langjährige Partnerschaft bewährt. «Die Erowa-Offerte hat alle Anforderungen erfüllt und bot uns zudem die Möglichkeit einer Erweiterung: Der Roboter muss und wird in naher Zukunft eine zweite oder sogar eine dritte Maschine bedienen», sagt ein zufriedener Thomas Wieland.

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Der extralange Roboterarm bewegt Werkstücke bis 200 kg genauso souverän wie die leichten Elektrodenhalter der Grösse 50 mm. (Bilder: Erowa)