Eine Publikation der Binkert Medien AG
Ausgabe 06/2017, 15.06.2017

EOS bringt – «3D-Printing 2.0»

Mit «Eosprint 2.0» lanciert EOS, einer der Marktführer im Bau von professionellen Anlagen für die additive Fertigung, ein offenes CAM-Tool für den industriellen 3D-Druck. Die neue Generation der Datenvorbereitungs- und Prozessmanagementsoftware erlaubt es, die CAD-Daten für EOS-Systeme auf einfache Weise zu optimieren.

Als einer der führenden Technologieanbieter für den industriellen 3D-Druck von Metallen und Polymeren stellt EOS die Software «Eosprint 2.0» vor, ein offenes CAM-Tool für die additive Fertigung (AM). Zusammen mit Datenvorbereitungsprogrammen bietet das Tool eine umfassende AM-CAM-Umgebung für Ingenieure und Konstrukteure. Eine intuitive Benutzeroberfläche soll AM-Einsteigern zugute kommen und Anwendern grössere Freiheiten bei der Anpassung anwendungsspezifischer Parameter geben.

Eosprint 2.0 arbeitet mit einem workflowbasierten Ansatz der grafischen Benutzeroberfläche, die den AM-CAM-Prozess abbildet. Die Softwarearchitektur ist um die einzelnen Arbeitsschritte zur Datenaufbereitung für den 3D-Druck herum aufgebaut. Damit durchläuft der Anwender Schritt für Schritt alle notwendigen Massnahmen zur Vorbereitung der Bauteildatei für den Fertigungsprozess. Tools und Merkmale verhalten sich entsprechend dem Kontext des jeweiligen Vorbereitungsschritts im Workflow. Damit soll der Einstieg in den additiven Fertigungsprozess vereinfacht werden.

Die neue Ebenensegmentierungsfunktion lässt die Verwendung unterschiedlicher Schichtstärken in einem Bauteil zu. Dazu wir dieses innerhalb eines Baujobs in mehrere Segmente in der Z-Achse unterteilt. Die Segemente werden mit jeweils eigenen Belichtungsparametern belegt, was mit unterschiedlichen Eigenschaften bei der Qualität des Bauteils einhergeht. In Segmenten, wo maximale Dichte und Festigkeit nicht gefordert ist, kann mittels mächtigerer Pulverschichten und/oder höherer Scangeschwindigkeit beziehungsweise Lasersleistung schneller gearbeitet und damit die Bauleistung gesteigert werden.

Ebenfalls für erfahrene Material- und Prozessentwickler ist das offen «ParameterEditor»-Modul gedacht. Der ParameterEditor verfügt über ein offenes Set, das einerseits neue Belichtungsmuster und -parameter enthält, aber dem Anwender andererseits auch das Entwickeln individueller Parametersätze ermöglicht. Neben der Anpassung der Standardparameter für Laserleistung und Scan-Geschwindigkeit ist die Anpassung weiterer Parameter möglich. So können jetzt die Reihenfolge und Anzahl der Belichtungsarten angepasst und der Start- und Drehwinkel für Streifenmuster variiert werden.

Zusätzlich zu den bereits aus der Vorgängersoftware bekannten Belichtungsmustern wurden drei neue Muster entwickelt. Eines ermöglicht die Produktion von bis dato nicht fertigbaren Bauteilen durch die Vermeidung von Stützstrukturen in Bereichen, in denen sie nicht entfernt werden können. Damit sollen Experten insbesondere nach unten gerichtete Oberflächen («DownSkin») additiv fertigen können. Zwei weitere Muster wurden speziell für die Maximierung der Produktivität entwickelt. Sie sollen die Bauzeit um bis zu 20 Prozent im Vergleich zu Eosprint 1 reduzieren.

Eosprint 2 ist für die komplette Integration in automatisierte Workflows und damit für die Digitalisierung der Fertigung ausgelegt. Die Funktionalitäten der Lösung sind modular aufgebaut, sodass das Tool sowohl in CAD/CAM- als auch in ERP/MES-Umgebungen integriert werden kann. Das neue Feature ist für die Metallsysteme «M 290» und «M 400» erhältlich. Mit weiteren Softwareversionen sollen alle anderen Metallsystem- sowie zukünftige Polymersystemanlagen des Herstellers unterstützt werden.(msc)

EOS: Springmann SA
2000 Neuchâtel, Tel. 032 729 11 22
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EPHJ/EPMT/SMT Stand A51
Ecoparts AG
8630 Rüti, Tel. 055 260 18 00
info@ecoparts.ch



Die Software «Eosprint 2» von EOS hält für AM-Experten viele zusätzliche Möglichkeiten bei der Programmierung von Baujobs auf Metallpulveranlagen bereit und soll gleichzeitig dem Neuanwender den Einstieg erleichtern. (Bild: EOS)

Vier Fragen an...

... Daniel Kündig, Geschäftsführer Ecoparts AG

Daniel Kündig, Sie arbeiten bereits über 10 Jahre erfolgreich mit SLM-Anlagen von EOS und damit mit Eosprint. Was sagen Sie zu den neuen Möglichkeiten in Eosprint 2, wie dem Workflow-basierten Ansatz der Benutzeroberfläche, der dem AM-Einsteiger das Generieren eines Baujobs erleichtern und garantieren soll, dass jeder Schritt richtig fertiggestellt wird?
Das ist grundsätzlich eine gute Sache, nur sollte die Software dem erfahrenen Anwender auch ein Überspringen oder den Ausstieg aus dieser Routine ermöglichen. Eine solche Routine entstammt in ihrem Ablauf immer dem Denkansatz des Programmierers. Der ist jedoch nicht in jeder denkbaren Situation identisch mit dem des erfahrenen Anwenders.
Wie sehen Sie die neue Segmentierung von Ebenen?
Das haben wir uns schon lange gewünscht! Wir konnten die so möglichen Effekte zwar auch realisieren, mussten dazu aber immer verschiedene komplette Baujobs übereinanderschichten. Sehr gut, dass das jetzt in einem Job möglich ist!
Was sagen Sie zum Parameter-Tool?
Das Tool ist ein riesiger Fortschritt, der uns unzählige zusätzliche Möglichkeiten gibt. Einzelne Effekte, etwa eine variable Dichte im Bauteil, konnten wir schon bisher erzielen. Wir mussten dabei aber quasi das Programm überlisten. Das war immer sehr aufwendig. Jetzt haben wir all diese und noch viel mehr Möglichkeiten innerhalb des Programms.
Wie bewerten Sie den Programmpunkt «neue Belichtungsstrategien»?
Ein sehr spannender Ansatz und wir hegen hier hohe Erwartungen. Bisher schweisste der Laser immer in beiden Richtungen auf der Y-Achse. Jetzt wird es möglich, nur in eine Richtung und entgegen dem herrschenden Luftstrom zu schweissen. Das verhindert, dass Schlacke in das neu aufgetragene Pulver geblasen wird und ermöglicht so eine höhere Bauteilqualität. Natürlich freuen wir uns auch über das Versprechen zu den 20 Prozent kürzeren Bauzeiten.
Markus Schmid