Eine Publikation der Binkert Medien AG
Ausgabe 09/2017, 15.09.2017

Digitalisierung als verbindendes Element

Die EMO Hannover gilt als weltgrösste Veranstaltung für die Metallbe- und -verarbeitung und ist daher auch Leitmesse der Branche. Vom 18. bis 23. September werden über 2000 Firmen aus 45 Ländern ihre Exponate präsentieren – darunter auch knapp 120 Aussteller aus der Schweiz. Auf den kommenden Seiten werfen wir einen Blick auf ausgewählte Produkte.

Die EMO findet in diesem Jahr nach vierjähriger Pause wieder in Hannover statt. Speziell die EMO Hannover (18. bis 23. September) gilt als Weltleitmesse der Werkzeugmaschinenbranche; nicht zu unrecht: Anfang Juni 2017 hatten sich über 2050 Firmen aus 45 Ländern angemeldet. Allein aus Europa sind es über 1400 Aussteller. Der Anteil asiatischer Teilnehmer hat sich von 21 auf 25 Prozent erhöht.

«Damit liegt der aktuelle Anmeldestand deutlich über dem Vergleichsergebnis der Vorveranstaltung», erläutert Carl Martin Welcker, Generalkommissar der EMO Hannover. Vieles spricht also dafür, dass die EMO Hannover 2017 wieder auf eine Rekordbeteiligung zusteuert. Im Vergleich: Zur EMO Hannover 2013 zogen über 2130 Aussteller rund 143 000 Fachbesucher aus über 100 Ländern an.

Mit dem Motto «Vernetzte Systeme für die intelligente Produktion» stehen in diesem Jahr vor allem die Digitalisierung und Vernetzung der Produktion im Mittelpunkt. Welchen Stellenwert die Messe auch im gesellschaftspolitischen Kontext einnimmt, zeigt sich daran, dass der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Messe am 18. September feierlich eröffnen wird.

Wichtigste Akteure der Messe sind allerdings die Aussteller und ihre Exponate: Auf den folgenden Seiten wirft die «Technische Rundschau» einen Blick auf ausgewählte Exponate:

Alesa: Der Aargauer Präzisionswerkzeughersteller zeigt unter anderem die neue «Delta»-Wendeschneidplatte mit sechs geschliffenen Schneidkanten. Sie werden tangential auf den Werkzeugkörper montiert. Laut Alesa führt die hochpositive Schneidenphilosophie nicht nur zu kleinen Schnittkräften, sondern ermöglicht eine höhere Produktivität auf modernen Bearbeitungszentren. Der hohe Spiralwinkel in Kombination mit den niedrigen Schnittkräften soll zudem positive Auswirkungen auf die Spindelbelastung haben.

alesa.ch
Halle 5 Stand F02

Benz: Mit «i.com» bietet der Werkzeug- und Maschinentechnikspezialist eine Industrie-4.0-App zur Zustandsüberwachung seiner Produkte. Das Unternehmen sieht Condition Monitoring als eines der zentralen Themen in der modernen Fertigung. Die i.com-App scannt, speichert und verarbeitet Werkzeugdaten. Dahinter verbirgt sich ein Chip, der je nach Anwendungsfall über einen integrierten Generator oder mit einer Batterie mit Strom versorgt wird und Daten speichert. Diese Daten, zum Beispiel Betriebsstunden, Temperatur, Drehzahlen oder Vibrationswerte, können per NFC und Bluetooth an die App übermittelt werden. Durch diese Cloud-Lösung hat der Anwender nicht nur Zugriff auf selbst gescannte Daten, sondern auf alle in der Cloud gespeicherten Produktdaten.

benz-tools.de
Halle 5 Stand B43

Big Kaiser: Präzisionsausdrehwerkzeuge und Werkzeughalter der nächsten Generation präsentiert der Schweizer-japanische Werkzeughersteller zur EMO. Beispielsweise zeigt man mit «EWE» die zweite Generation Feinbohrköpfe, die sich für eine einfache Überwachung und Konfiguration der Werkzeuge drahtlos über eine App mit Smartphones und Tablets verbinden lassen. Sämtliche Durchmesseranpassungen werden automatisch in der App aufgezeichnet. Ebenfalls zu sehen ist «Torque Fit», die Werkzeugmontagestation mit eingebautem Drehmomentmessgerät zum präzisen Festziehen von Spannzangenhaltern für optimale Bearbeitungsergebnisse. Ein Summer signalisiert das richtige Drehmoment, eine LED-Anzeige warnt bei zu starkem Anziehen.

ch.bigkaiser.com
Halle 3 Stand B46

Blum-Novotest: Der Messtechnikspezialist hat mit «TC 63-Digilog» einen analogen Messtaster speziell für den Einsatz in Multifunktionsmaschinen im Angebot. Hauptsächliches Einsatzgebiet sind grosse Fräs-, Dreh- und Dreh-Fräs-Maschinen, in denen das System zusammen mit Verlängerungen und Winkelstücken eingesetzt werden muss, um die verschiedenen Messpunkte zu erreichen. Mit dem Messtaster soll dies einfach realisierbar sein, da er aufgrund der modularen Bauweise schnell an den jeweiligen Einsatzfall angepasst werden kann und zudem – dank der neuartigen Funktechnologie – eine zuverlässige Signalübertragung verspricht. Das Messsystem nutzt zur Datenübertragung die Blum-eigene «BRC»-Funktechnologie.

blum-novotest.com
Halle 6 Stand D01

Chiron: Erstmals auf einer Fachmesse ausgestellt wird das hochproduktive doppelspindlige Bearbeitungszentrum «DZ 08 FX Precision+». Es wartet mit 14 kW Leistung bei einem Drehmoment von maximal 7 Nm auf und erreicht eine Drehzahl von bis zu 40 000 min-1 in einer Hochlaufzeit von lediglich 1,9 s. Die hohe Dynamik zeigt sich in einer Beschleunigung von 10 m/s2 in der X-, 17 m/s2 in der Y- und 20 m/s2 in der Z-Achse. Im Eilgang kann eine Geschwindigkeit von 75 m/min (X/Y) und 100 m/min (Z) gefahren werden. Das Ergebnis sind Span-zu-Span-Zeiten von 3 s und ein Werkzeugwechsel in etwa 0,8 s. Die Maschine wird unter Span gezeigt bei der Fertigung von Knochenplatten aus Edelstahl.

chiron.de
Halle 12 Stand C04

Emag: Das Ziel heisst: ganzheitlich steuerbare, vorhersagbare und überwachte Produktion. Mit diesem Anspruch kommt Emag nach Hannover. Basis dafür sind Produktionsdaten der Maschinen. Mit «MultiMachineMonitor»ist es zum Beispiel möglich, verschiedene Maschinen von zentraler Stelle aus per Tablet oder PC zu kontrollieren und ihre Produktion zu perfektionieren. Die Software «EC Data» verspricht, dass der Herstellungsprozess eines Werkstücks jederzeit zurückzuverfolgen ist. Und «MachineStatus» bietet eine detaillierte Analyse der Maschine und der Werkzeuge im Einsatz. «Wir machen deutlich, wie wirkungsmächtig diese Ansätze im Zusammenspiel sind», erklärt dazu Rainer Seitz, Leiter Softwareentwicklung & IoT bei Emag. «Auf der anderen Seite legen wir sehr viel Wert darauf, diese Tools zu vereinheitlichen. Der Kunde soll die Module schnell erfassen und verstehen können.»

emag.com
Halle 17 Stand C31

Erowa: Die «PowerChuck-P»-Spannfutter sind eine durchgängige Schnittstelle, um palettierte Werkstücke oder Spannvorrichtungen präzise und schnell auf dem Maschinentisch zu positionieren. Jetzt wurden die Anwendungsmöglichkeiten des Spannfutters mit einer hilfreichen Funktion weiterentwickelt: Das neuste Modell besitzt zwei integrierte Druckluftdurchführungen. In Kombination mit einer ebenfalls neuen Version der Werkstückträgerpalette «P» mit 148 mm Durchmesser ist es nun möglich, palettierte Spannvorrichtungen durch die Palette und das Spannfutter hindurch pneumatisch zu betätigen. Die Druckluftdurchführung ist bis maximal 9 bar geeignet. Die Membranen garantieren laut Erowa eine zuverlässige und dichte Luftzuführung zwischen dem Spannfutter und der Palette.

erowa.com
Halle 6 Stand F12

Euchner: Das Unternehmen präsentiert einen bistabilen Zuhaltemagnet, der verhindert, dass sich Personen bei Stromausfall und geöffneter Schutzeinrichtung versehentlich einschliessen können. Der Sicherheitsschalter «CTP-BI» basiert auf dem Prinzip des Sicherheitsschalters «CTP». Wie das Unternehmen erläutert, wird im Normalbetrieb die Zuhaltung über ein Eingangssignal angesteuert. Beim Abschalten der Betriebsspannung des Schalters verharrt die Zuhaltung jedoch stets in ihrer aktuellen Stellung. Die Schutztür bleibt entweder zugehalten oder lässt sich beliebig öffnen und schliessen.

euchner.ch
Halle 25 Stand B82

Fanuc: Das Field-System (Fanuc Intelligent Edge Link and Drive System) ist eine offene und fortgeschrittene Analyse- und Deep-Learning-Plattform für die Fertigung, um umfassend die Produktionsbedürfnisse der Anwender abzudecken. Das System muss daher für alle am Produktionsprozess beteiligten Maschinen offen sein. Fanuc erfüllt diese Forderung – und das ist wirklich neu – indem sich Fremdprodukte einfach anschliessen lassen. Die Leistungsfähigkeit des Field-Netzwerkes wird durch den Verbund von rund 150 Maschinen, deren jeweils aktuelle Daten auf einem zentralen Monitor präsentiert werden, live auf der EMO demonstriert.

fanuc.ch
Halle 25 Stand A75

Fastems: Die Manufacturing Management Software (MMS) von Fastems ist eine Lösungen zur Planung, Steuerung, Visualisierung und Überwachung von automatisierten Fertigungsprozessen. Nun wird das Release 6 vorgestellt. Das User-Interface basiert auf modernen HTML-5-Technologien und bietet durch die Unterstützung verschiedener Hardwareplattformen sowie Betriebssysteme die entscheidende Voraussetzung für eine reibungslose Transformation der Produktion im Sinne von Industrie 4.0.

Als neues Feature integriert Version 6 die Simulation der voraussichtlichen Auslastung einer automatisierten Fertigung und des damit verbundenen auftragsbezogenen Fertigungsfortschritts. Sie verspricht also nicht nur einen genaueren Einblick in die laufende Fertigung, sondern ermöglicht darüber hinaus eine bessere Planung der zukünftigen Produktion.

fastems.com
Halle 25 Stand B60

Fehlmann: Gezeigt wird unter anderem eine Automationslösung auf der Basis von zwei Maschinen, zwei Regalmagazinen und einem Roboter. Verkettet sind eine «Versa 645 linear» mit Regalmagazin für bis zu 225 Werkzeuge, eine «Versa 825» mit Regalmagazin für bis zu 250 Werkzeuge und ein Werkstückbeschickungssystem Erowa «Robot Compact 80». Diese kompakte, leistungsstarke und sehr flexible Fertigungszelle verspricht mehr Produktivität in der automatisierten Fertigung von Einzelteilen und Kleinserien.

fehlmann.com
Halle 12 Stand C52

Gressel: Der Doppelspanner «D2» komplettiert den modularen Baukasten von Gressel zum individuellen und prozesssicheren Spannen von Werkstücken. Mit den einzelnen Baureihen «C2», «S2» und «D2», den verschiedenen Breiten (80, 125, 160 mm) sowie den Auswahlmöglichkeiten an Systembacken, Wechselbacken und Zubehör ergeben sich mehr als 300 Ausrüstungs- und Ausführungsvarianten. Gressel bietet damit nach eigenen Angaben, im Gegensatz zu allen bekannten Wettbewerbern, die entweder nur Zentrischspanner oder Einfachspanner im Programm haben, einen kompletten Spanntechnikbaukasten: «Der Anwender kann aus diesem Baukasten den für die jeweilige Bearbeitungsaufgabe optimalen Werkstückspanner zusammenstellen.»

gressel.ch
Halle 5 Stand A23

H2O: Mit den «Vacudest»-Vakuumverdampfern offeriert das Unternehmen nach eigenen Angaben effiziente Lösungen zur Aufbereitung von Industrieabwässern. Anwender sollen damit nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel schonen. Aktuell ist der Vakuumverdampfer in sechs Anlagen- und 17 Leistungsgrössen verfügbar. Jüngstes Mitglied der Produktfamilie ist die «Vacudest XXL» mit einer Kapazität von 30 000 m3/Jahr. Durch patentierte Technologien soll mit den Anlagen eine nahezu glasklare Aufbereitung von Industrieabwässern gelingen. Auf diese Weise aufbereitet sind sie für die Wiederverwendung im Produktionsprozess geeignet.

h2o-de.com, enviro.ch
Halle 7 Stand B51

Haas Schleifmaschinen: Der Schleifspezialist hat für seine «Multigrind CA/CB»-Schleifmaschinen ein Regalmagazin mit Platz für bis zu 70 Schleifscheiben und 20 Schleifscheibenabdeckungen entwickelt. Aus einer Schleifmaschine wird damit eine sich selbst rüstende Produktionseinheit. Das Regalmagazin (2000 × 2400 × 3200 mm in L × B × H) steht auf vier Nivellierschuhen an der Rückseite der Schleifmaschine und ist mit dieser mechanisch nicht verbunden. Der Transport der Schleifscheiben und Kühlmittelschutze erfolgt über das Linearhandling des Regalmagazins. Die Geschwindigkeit dieser Linearachsen wird mit 60 m/min angegeben, die Beschleunigung mit 5 m/s2. Gerade mal 10 s soll der Werkzeugwechsel mit dem neuen Regalmagazin dauern.

multigrind.com
Halle 6 Stand K45

Haimer:Auf dem 350 m2 grossen Messestand wird ein Highlight die «Microset»-Werkzeugvoreinstelltechnik sein, mit der das Familienunternehmen Anfang des Jahres sein Portfolio ergänzt hat. Die Geräte decken ein breites Einsatzgebiet ab. Im Angebot sind laut Haimer Basismodelle im mittleren vierstelligen Eurobereich, deren Anschaffung sich bereits für gelegentliche Einsätze lohnt. Des Weiteren gibt es semi-automatisierte Geräte mit Autofocus im unteren bis mittleren fünfstelligen Eurobereich für den Durchschnittsbediener bis hin zu vollautomatischen Einstellgeräten mit Linearantrieb, die für anspruchsvollen Dauereinsatz konzipiert sind und sich im mittleren bis oberen fünfstelligen Eurobereich bewegen.

haimer.de, dihawag.ch
Halle 4, Stand E18

Heidenhain: Die Fertigung und das dort vorhandene Know-how über die Steuerung an der Maschine zum Dreh- und Angelpunkt im Firmennetzwerk zu machen, ist der Ansatz von Heidenhain. Denn: Der für die Bauteilqualität und Termintreue verantwortliche Facharbeiter sollte Zugriff auf alle Daten haben, und er muss seine Erfahrung aus der Fertigung in die Prozesskette zurückspiegeln können. Das Unternehmen zeigt in Hannover live, wie einfach und individuell mit TNC-Steuerungen und dem Funktionenpaket «Connected Machining» ein durchgängig digitales Auftragsmanagement in einer intelligenten Produktion möglich ist. Auf dem ganzen Messegelände sind zudem 20 Maschinen verschiedener Hersteller über Connected Machining mit dem Heidenhain-Stand in Halle 25 vernetzt. Hier gewährt die Software «StateMonitor» einen Blick auf alle angeschlossenen Maschinen, deren aktuellen Maschinenstatus und viele weitere Details zu den laufenden Prozessen.

heidenhain.ch
Halle 25, Stand D48

Heller: Gezeigt wird die bereits 2016 vorgestellte «HF 3500» als Tischmaschine mit einem Arbeitsbereich von 710 × 750 × 710 mm und einer maximalen Tischbeladung von 550 kg genauso wie die neue «HF 5500» mit Palettenwechsler, einem Arbeitsbereich von 900 × 950 × 900 mm und einer maximalen Palettenbeladung von 750 kg. Die 5-Achs-Bearbeitungszentren der Baureihe HF sollen die Nebenzeiten deutlich reduzieren durch die 5. Achse im Werkstück in Verbindung mit der hohen Dynamik und einer horizontalen Spindel für kürzeste Span-zu-Span-Zeiten. Heller verspricht damit hohe Produktivität in der Serienproduktion und den universellen Einsatz bei mittleren und höheren Losgrössen.

heller.biz, springmann.ch
Halle 12 Stand C83

HepcoMotion: Mit dem linearen Führungssystem ­«1-Trak» erfüllt der Linearführungshersteller HepcoMotion individuelle Prozessanforderungen. Das 1-Trak ermöglicht komplexe Streckengeometrien, die sich an jede bauraumkritische Produktionsumgebung anpassen. Es können beliebige Streckenkonturen und Kurvenradien umgesetzt werden. Um das zu ermöglichen, werden Laufwagen mit drei Lagern eingesetzt. Dadurch können sie in Kurven hohe Fliehkräfte aufnehmen, sodass Konstrukteure im Streckendesign und bei der Definition des Kurvenradius über möglichst viele Freiheiten verfügen.

hepcomotion.com/de
Halle 6 Stand L59

Hermle: In einem separaten Standbereich wird man erstmalig die komplette Bandbreite der digitalen Bausteine präsentieren: Reglerfunktionen zur Erhöhung der Maschinenproduktivität und Steigerung der Prozesssicherheit; anwendungsorientierte Optimierung von Oberfläche, Dynamik oder Präzision mit den Hermle-eignen Setups; die intelligente Auftragsverwaltung mit dem Hermle-Automation-Control-System («HACS») und «HACS-Connect», die Hermle-eigene Schnittstelle für die Integration in ERP- oder PPS-Systeme; das zentrale Informations- und Überwachungstool Hermle-Information-Monitoring-Software («HIMS»); die komfortable Werkzeugverwaltungen «HTMC» und «HOTS» sowie das Wartungs-Diagnose-System («WDS»), um Stillstände gezielt zu vermeiden, kombiniert mit Fernwartung und vorausschauender Wartung. Ebenso wird erstmalig ein neuer Touch-Monitor für alle TNC-640-Steuerungen präsentiert, welcher ab September bei allen Modellen mit dieser Steuerungsvariante im Standard enthalten sein wird.

hermle.ch
Halle 12 Stand C36

Heule: Bei Heule werden mittlerweile über 50 Prozent des produzierten Werkzeugvolumens spezifisch auf Kundenanwendungen zugeschnitten. Grund dafür sind moderne Bauteile, die immer komplexere Geometrien aufweisen und aus neuen Werkstoffen hergestellt werden. Das Erfolgsrezept, um diese Anforderungen zu erfüllen, ist die Weiterentwicklung von einfachen, zuverlässigen Funktionsprinzipien. Als Beispiel dafür kann das Rückwärts-Plansenkwerkzeug «BSF» dienen. Es ermöglicht die Bearbeitung von Anspiegelungen und Plansenkungen wie etwa Schraubenkopfsenkungen ohne Wenden des Werkstücks. Das Ausklappen des Messers erfolgt durch die Aktivierung der Spindel, der Messerrückzug durch den Innenkühlmitteldruck der Maschine.

heule.com
Halle 4 Stand C30

Iscar: Unter anderem werden die Wendeschneidplatten «Iscar Thread» zum Gewindedrehen gezeigt, die es nun auch in der PVD-beschichteten Schneidstoffsorte «IC 1007» gibt. Sie eignen sich laut Unternehmen besonders für die Bearbeitung von legiertem und rostbeständigem Stahl. Die zähe Feinstkornsorte erfährt nämlich nach der Beschichtung mit TiAlNi und TiN eine spezielle Nachbehandlung. Schneidkantenausbrüche und Abplatzungen während des Drehens werden minimiert. Die polierte Oberfläche der Platten verhindert die Bildung von Aufbauschneiden. Speziell für die Aussen- und Innenbearbeitung von Gewinden in hoch hitzebeständigen Legierungen wie Inconel 718 wurde die Schneidstoffsorte «IC 806» entwickelt.

iscar.ch
Halle 4 Stand E36

Makino: Das neue 5-Achs-Vertikalbearbeitungszentrum «L2» verspricht die Kombination von Präzision, Stabilität und geringem Platzbedarf. Anlässlich der EMO werden zwei Modelle vorgestellt: Eine Version für 5-Achs-Bearbeitung sowie eine Version speziell für die 5-Achs-Simultanbearbeitung von Impellern in nur einer Aufspannung. Beide Maschinen sind für die Herstellung von kleineren Werkstücken in Grossserie ausgelegt und daher für die Integration in unterschiedliche Automationslösungen vorbereitet.

makino.eu/de
Halle 12 Stand B36

Matsuura: Das neue Vertikalbearbeitungszentrum «VX-660» benötigt im Vergleich zum bisher kleinsten Modell der VX-Reihe, der VX-1000, 17 Prozent weniger Aufstellfläche. Mit Verfahrwegen in X/Y/Z von 660 × 550 × 560 mm, einer Tischgrösse von 940 × 550 mm und einem maximalen Drehmoment von 150 Nm können Teile mit einem maximalen Gewicht von 500 kg bearbeitet werden. Die Maschine verfügt über ein Magazin für 30 Werkzeuge. Der vergleichsweise günstige Preis für die Maschine ist auch deshalb bemerkenswert, weil sich die VX-Reihe laut Herstellerangaben durch eine hohe Genauigkeit, hohe Stabilität, robuste Bauweise und eine lange Lebensdauer auszeichnet.

matsuura.de, newemag.ch
Halle 27 Stand E55

Mazak: Industrie 4.0 ist das Fokusthema des diesjährigen EMO-Auftritts von Yamazaki Mazak. Neben 25 neuen Maschinen – darunter 15 Weltpremieren – stellt das Unternehmen das «iSmart Factory»-Konzept zur Vernetzung der Produktion vor. Das Konzept konzentriert sich auf drei Schlüsselelemente: die bewährte «Smooth-Technology», die neue «SmartBox», die eine schnellere Datenanalyse mit erhöhter Sicherheit bietet, und das «MT Connect»-Standardkommunikationsprotokoll. Diese drei Elemente erlauben die Echtzeitkommunikation und -nutzung von Fertigungsdaten zwischen Produktionsstandort und Office-Umgebung. Dies soll letztlich zu kürzeren Durchlaufzeiten und niedrigeren indirekten Arbeitskosten für den Anwender führen.

mazakeu.de, wenk-ag.ch
Halle 27 Stand B56

NSK: Der Auftritt in Hannover wird genutzt, um neue Baureihen für die Anwendung in Werkzeugmaschinen vorzustellen. Zu den Hauptexponaten gehören Schrägkugellager für Hauptspindelantriebe mit neuem Käfig, Rillenkugellager für Spindelmotoren und – als Weltpremiere – eine neue Baureihe von Kugelgewinde­trieben nach DIN 69051. Als Live-Demonstration zeigt man zudem ein Condition-Monitoring-System (CMS) für die Echtzeitanalyse des Zustandes von Kugelgewindetrieben.

nsk.com
Halle 7 Stand D12

Okamoto: Zum Schleifen von Einzelstücken aber auch zur Kleinserienfertigung und Massenproduktion etwa im Werkzeug- und Vorrichtungsbau dient die Flach- und Profilschleifmaschine «ACC-63SA». Die Maschine mit einem Schleifweg von 600 mm in der Längsachse und einem Querweg von 300 mm ist eine konventionelle Profil- und Flachschleifmaschine mit Okamoto-eigener Steuerung, automatischen Schleifzyklen und integriertem Tisch- oder Überkopfabrichter. Die Steuerung ist eine Weiterentwicklung der bewährten DX-Baureihe. Diese ermöglicht Zustellungen bis zu 0,1 μm mittels AC-Servomotor.

okamoto-europe.de, binkertag.ch
Halle 11 Stand C69

Schneeberger Lineartechnik: Der Hauptvorteil der Zahnstangen von Schneeberger liegt in der maximalen einteiligen Länge von 3000 mm (2000 mm bei Q5). Denn: Je länger die Zahnstange, desto höher die Präzision bei gleichzeitig sinkenden Kosten. Bei Bedarf können sie für noch längere Hübe beliebig aneinandergereiht werden. Die Zahnstangen zeichnen sich auch durch die Möglichkeit beliebiger Querschnitte mit unterschiedlichen Befestigungsarten aus, ganz nach Kundenwunsch. Ein zusätzliches Plus sind die bei der Herstellung möglichen Kombinationen verschiedener Materialien und Härteverfahren. Ein weiterer Vorteil der 3000 mm-Zahnstangen ist der im Vergleich mit kurzen Zahnstangen geringere Montageaufwand.

schneeberger.com
Halle 6 Stand H34

Schüssler: «Hawk Eye» heisst das neue ER-Spannzangenfutter für die HPC-Bearbeitung von Schüssler. Diese Werkzeugaufnahme kann ohne zusätzliches Sonderzubehör eingesetzt werden und verspricht eine echte Alternative zu anderen Hochleistungsfuttern. Es ist erhältlich in allen gängigen Kegelvarianten wie HSK, SK und MAS-BT. Laut Firmenangaben soll durch die besonderen Qualitäts- und Fertigungsmerkmale nahezu die doppelte Haltekraft im Vergleich zum Standard-ER-Futter erreicht werden. In Kombination mit hochpräzisen ER-Spannzangen (2 µm Wiederholgenauigkeit), so das Unternehmen weiter, ermöglicht das HPC-ER-Futter Rundlaufgenauigkeiten von kleiner oder gleich 3 µm bei 2,5 × D. Das ER-Präzisionsfutter soll sich daher speziell für die HPC- und HSC-Bearbeitung eignen, gerade bei der Zerspanung von zähen Materialien wie Titan; kann aber auch zum Trochoidalfräsen eingesetzt werden.

k-schuessler.de
Hallle 4, G18

Suhner: Das Unternehmen hat gemeinsam mit einem Softwarepartner ein Technologiepaket für die robotergestützte Oberflächenbearbeitung entwickelt und in einem Digital-Factory-Modul integriert. Der sogenannte «RobotSander» wurde für Flugzeugbaugruppen entwickelt und soll neue Massstäbe für die automatisierte Oberflächenbearbeitung setzen. Dazu werden anhand von CAD-Flächenmodellen die Arbeitsparameter ermittelt, digital geprüft und direkt in die Robotersteuerung geladen. Mithilfe des Digital-Factory-Moduls kann jeder Prozess einzeln analysiert werden. Die genaue Parametrisierung der Oberflächenbearbeitung ermöglicht eine präzise Auswahl der Schleifmittel, eine nachhaltige Planung und damit reduzierte Gesamtkosten, betont der Hersteller. Mithilfe von vernetzten Strukturen können Anwender die Performance überwachen, Prozessdiagnosen durchführen und präventive Wartungsaktionen vornehmen.

suhner.com
Halle 17 Stand D65

Toyoda: Mit dem «Internet of Everything» (IoE) möchte die Toyoda Machinery Europe die Produktionsabläufe sowohl in Grossbetrieben als auch in mittelständischen Industriebetrieben verbessern. Basis der IoE-Lösung ist die «Connective Solution», die Maschinen und Anlagen in einem Netzwerk verbindet und darüber steuern kann. Einen Schritt weiter geht die «Visualisation Solution», die mit ihrem Produktionsmanagement den Menschen miteinbezieht und die im Netzwerk erstellten Daten visualisiert und speichert. Im dritten Modul «Value Solution» werden die gesammelten Daten über eine Software analysiert und ausgewertet, um die Produktionsprozesse effektiv zu verbessern. Mit dem Modul «Chain Solution» können mehrere Standorte sowohl mit Kunden als auch mit Zulieferern vernetzt werden.

toyoda-europe.com, waltermeier.com
Halle 27 Stand E70

Urma: Zur EMO werden aktuelle Erweiterungen des «Circo-Tec-RX»-Reibsystems vorgestellt. Mit dem neuen «Circo-Tec RX Flex» für Schaftausführungen bringt man für Durchmesser von 11,900 mm bis 35,600 mm speziell verjüngte Schäfte auf den Markt. Sie können auf Dreh- und Fräszentren eingesetzt werden und sind weniger anfällig auf Rundlauffehler des Werkzeuges. Das neue «Circo-Tec RXKG Leichtbau» bietet bei Durchmessern von 60,601 mm bis 140,600 mm Schneidenträger mit einer Gewichtsreduktion von 30 Prozent. Der Hersteller präsentiert zusätzlich eine radiale Kühlmitteldüse, die für Schulterbohrungen (Stufenbohrungen nach unten offen) geeignet ist. Durch diese Düse wird der Abtransport der Späne optimiert. Damit die Späne optimal geformt und aus der Bohrung gebracht werden können, ist ab sofort ein Standardspanformer erhältlich.

urma.ch
Halle 4 Stand F32

Yasda: Die 5-achsigen Bearbeitungszentren «YMC 430+RT-10» und «YMC 650» sind für die präzise Mikrobearbeitung mit hoher Oberflächenqualität konzipiert. Bei der YMC 430+RT-10 sind die X-, Y- und Z-Achsen mit Linearmotoren ausgestattet. Dies verspricht laut Yasda auch bei hohen Geschwindigkeiten Positionsgenauigkeiten von weniger als 1 µm nach ISO 230-2 (1997). Beide Maschinen verfügen über eine Bearbeitungsspindel mit 40 000 min-1 Drehzahl. Die YMC 650-Baureihe kann aufgrund der längeren Verfahrwege und des grösseren Tisches Werkstücke in der Grösse von Formen für Kfz-Scheinwerfer bearbeiten. Beide Maschinen sind mit den neuesten Fanuc-Steuerungen inklusive iHMI-Touchscreen ausgestattet.

yasda.eu, reimmann.ch
Halle 12 Stand A72

Zoller: Unter anderem werden die neu designten Einstell- und Messgeräte «smile» und «venturion» sowie die neue Einstiegslösung «smileCompact» auf dem 420 m2 grossen Zoller-Stand zu sehen sein. Das Einstell- und Messgerät smile ist jetzt zusätzlich mit drei Softwarepaketen erhältlich: «inspector» beinhaltet Funktionalitäten für eine einfache Werkzeuginspektion und das Modul «communicator» bietet verschiedene Möglichkeiten zur Datenausgabe an die Maschine. Mit den im Modul «commander» zusammengefassten Softwarefunktionen können Werkzeugdaten angelegt sowie Stücklisten und Einrichteblätter verwaltet werden als Basis für professionelles Toolmanagement.

zoller-d.com, springmann.ch
Halle 3 Stand B18



Mit i.com kann der Zustand von Werkzeugen überwacht werden. (Bild: Benz)


Die EMO 2017 schickt sich an, die Rekordmesse von 2013 (Bild) noch zu übertreffen. (Bild: Deutsche Messe)


Die EWE-Feinbohrköpfe lassen sich drahtlos mit Smartphone oder App verbinden. (Bild: BigKaiser)


Das Thema Smart Factory steht nicht nur, aber auch bei Emag im Vordergrund. (Bild: Emag)


Die DZ 08 FX Precision aus der Baureihe zweispindliger BAZ. (Bild: Chiron)


Mit der Verkettung von Versa 645 linear und Robot Compact 80 entsteht eine hochproduktive Fertigungszelle. (Bild: Fehlmann)


Das Regalmagazin für die Multigrind-Schleifmaschinen bietet Platz für bis zu 70 Schleifscheiben. (Bild: Haas)


Die Aufbereitung von Industrieabwässern ist nicht nur umweltfreundlich, sondern schont auch den Geldbeutel. (Bild: H20)


Mit dem neuen Geschäftsfeld Werkzeugvoreinstellgeräte komplettiert Haimer sein durchgängiges Programm für das komplette Werkzeugmanagement. (Bild: Haimer)


Die HF-Baureihe steht für hohe Dynamik und kurze Span-zu-Span-Zeiten. (Bild: Heller)


«1-Trak» nennt sich die fast grenzenlose Freiheit beim Design von Linearführungen. (Bild: HepcoMotion)


Das BAZ L2 bietet Präzision bei geringem Platzbedarf. (Bild: Makino)


Hawk Eye heisst das hochpräzise ER-Spannzangenfutter für die HPC- und HSC-Bearbeitung. (Bild: Schüssler)


Die neuen Circo-Tec-RX-Flex- Reibwerkzeuge für Schaftausführungen können auf Dreh- und Fräszentren eingesetzt werden. (Bild: Urma)


Connected to the future nennt Zoller seine Vision der digitalen Fertigung. (Bild: Zoller)