Eine Publikation der Binkert Medien AG
Ausgabe 01/2018, 19.01.2018

Erfahrung, Tradition und Herzblut

Qualität steht für das Familienunternehmen Bühler Bedachungen, eine Bauspenglerei aus Romanshorn, an oberster Stelle – gerade auch, wenn es um die Auswahl von Partnern und Lieferanten geht. Dazu gehören unter anderem die Jorns AG, welche eine neue Doppelschwenkbiegemaschine inklusive Safetykonzept an Bühler lieferte, wie auch der Hersteller für Optosensorik, Leuze Electronic, der die Arbeitssicherheit für Menschen an der Maschine gewährleistet.

Mensch und Maschine vor Gefahr bringenden Prozessen zu schützen, ist für den 35-Mann-Betrieb Bühler AG eine Selbstverständlichkeit. «Kommt eine neue Maschine zum Einsatz, wie die TwinMatic-Pro 150 von Jorns in unserer Bauspenglerei, muss diese den neusten Anforderungen an die Sicherheitstechnik entsprechen», sagt der gelernte Bauspengler Bruno Bühler. Er vertraut auf das Safetykonzept des Maschinenherstellers Jorns AG aus Lotzwil. Jorns setzte aufgrund positiver Erfahrungen in anderen Projekten auf den Sicherheitslaserscanner «RSL 430» von Leuze Electronic, der den Zutritt zur langen Maschinenvorderseite optoelektronisch absichert. Der RSL 430 ist mittig unter der Biegewanne positioniert, sodass der maximale radiale Bereich des Sensors ausgenutzt werden kann. Damit ist die Flächenabsicherung vor der Maschine mit nur einem Sensor möglich.

Der Schwenkbieger TwinMatic-Pro 150 ermöglicht das Biegen verschiedenster Arten und Stärken von Blechen in einem vollautomatisierten Prozess, von Aluminium über Zink und Kupfer bis zu Stahl. Nur beim Einlegen und der Ausgabe der Bleche muss vom Bediener noch Hand angelegt werden. Sobald er die zirka 80 cm vom Schwenkbieger entfernte rote Linie auf dem Fussboden überschreitet und damit in den Gefahrenbereich der Maschine tritt, wird seine Bewegung vom Sicherheitslaserscanner erfasst, und die Maschine steht sofort still.

Sollte diese Safetyüberwachung einmal versagen, gibt es einen «doppelten Boden» in Form einer Trittstange. Wird diese betätigt, drückt sie auf einen Not-Aus-Schalter, der die Maschine ebenfalls binnen eines Sekundenbruchteils stoppt. «Es ist gut, ein doppeltes Sicherheitsnetz zu haben. Gebraucht haben wir es zum Glück noch nie. Der RSL 430 arbeitet zuverlässig und störungsfrei und ist für uns die optimale Lösung», sagt Bruno Bühler, der den Schwenkbieger meist selbst bedient.

Mit seiner innovativen Technik überzeugte der Sicherheitslaserscanner RSL 400, den es in verschiedenen Varianten gibt, seit seiner Markteinführung Ende 2015 nicht nur Endanwender wie Bühler, sondern auch Fachjuries. Er räumte 2016 gleich mehrere Preise ab, so den GIT Safety Award, den Industriepreis sowie den Handling-Award.

Der Laserscanner sendet über eine rotierende Ablenkeinheit periodisch Lichtimpulse aus. Diese werden von Hindernissen wie einer in den Gefahrenbereich tretenden Person in alle Richtungen gestreut. Diese reflektierten Lichtimpulse empfängt der Scanner und berechnet aus der Lichtlaufzeit und dem Winkel der Ablenkeinheit die genaue Position des Hindernisses. Befindet sich dieses innerhalb des festgelegten Schutzfeldes, führt der Scanner eine sicherheitsgerichtete Schaltfunktion aus.

Sobald der Bediener der Maschine also die Sicherheitslinie auf dem Fussboden an der Vorderseite der Maschine übertritt, werden die Sicherheitsschaltausgänge abgeschaltet. Der erforderliche Sicherheitsabstand ergibt sich aus der Norm DIN EN 999. Ein Rundumschutz aller Maschinenseiten ist jedoch durch einen einzigen Sicherheitslaserscanner nicht gegeben. Deshalb installierte man bei Bühler zur Überwachung des Maschinenraums oberhalb der Maschine einen zweiten RSL 430 mit einer Reichweite von 8,25 m bei einer Auflösung von 70 mm und einem Erfassungsbereich von 270°. Damit konnte das Gefahrenfeld in der Tiefe auf 80 cm reduziert werden.

Die Position des Sicherheitslaserscanners richtet sich immer nach dem Sensor, welcher der Überwachung der Biegelinie dient. Auch das Steuerpult wird als Gegenstand erkannt und muss sich daher im Automatikbetrieb ausserhalb der Gefahrenzone befinden.

Mit der Positionierung von zwei Laserscannern RSL 430 empfahl Jorns ein schlüssiges, ganzheitliches Safetykonzept für einen Maschinenrundumschutz, das im Praxiseinsatz erprobt ist und überzeugt. Tobias Wüst, Geschäftsführer der Schweizer Niederlassung von Leuze electronic, dazu: «Sicherheitssensorik bieten viele. Zuverlässige Sicherheitslaserscanner setzen jedoch langjährige Erfahrung voraus. Mit der Baureihe RSL 400 ist Leuze Electronic eine Entwicklung gelungen, die höchste Zuverlässigkeit und Performance mit einfacher Bedienung kombiniert». (msc)

Bühler Bedachungen & Bauspenglerei AG
8590 Romanshorn, Tel. 071 463 23 22
info@buehler-dach.ch

Leuze electronic AG
8247 Flurlingen, Tel. 041 784 56 56
info@leuze.ch

Jorns Holding AG
4932 Lotzwil, Tel. 062 919 80 50
info@jorns.ch



Maschinenraumüberwachung mit zwei Sicherheitslaserscannern: Einer ist mittig über und einer unten an der Maschine hinter der roten Trittstange positioniert. (Bilder: Leuze)