Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG

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23.08.2010

Wachstum trotz zunehmendem Preis- und Kostendruck

Die neu herausgegebene Studie «Swiss Medical Technology Industry 2010 Survey» zeigt: Die Schweiz zählt zu den weltweit führenden Medizintechnik-Standorten und die hiesige Industrie darf weiter mit gutem Wachstum rechnen. Doch die Bedingungen haben sich gewandelt und die Unternehmen müssen ihre strategischen Prioritäten neu setzen.

(ea) Die drei Partner Medical Cluster, Roland Berger AG Strategy Consultants und Deloitte Consulting haben zum zweiten Mal die Schweizer Medizinaltechnikindustrie unter die Lupe genommen und kürzlich die dazugehörige Studie publik gemacht. Das erste Fazit dieses «Swiss Medical Technology Industry 2010 Survey»: Die schweizerischen Hersteller und Zulieferer gehören weltweit noch immer zu den führenden Firmen und erwarten einen jährlichen Wachstum von zehn bis zwölf Prozent. Doch seit der ersten Studie hat sich in der sich konjunkturunabhängig wirkenden Branche einiges verändert. Im Lauf der jüngsten globalen Wirtschaftskrise sind auch die Gesundheitsmärkte stark in Bewegung geraten. Die Frage, wie sich das Wachstum der Gesundheitskosten eindämmen lässt, rückte in allen Industriestaaten zuoberst auf die Agenda. «Welche Antworten darauf auch immer gefunden werden, unzweifelhaft ist, dass der Kosten- und Preisdruck auf die Medizintechnikindustrie und damit auch der Wettbewerb zwischen den Unternehmen zunehmen wird», meint Peter Biedermann, Geschäftsleiter des Medical Clusters, an der Pressekonferenz.

Verbesserung der Profitabilität
Vor dem Hintergrund der dreifachen Herausforderung (Preisdruck, Kostendruck und verschärfter Wettbewerb) haben die Schweizer Medtech-Unternehmen neue strategische Schwerpunkte gesetzt. Beim letzten Survey von 2008 nannten sie die Stärkung der Produktinnovation als wichtigstes strategisches Handlungsfeld. Entsprechend betrachteten sie die Verfügbarkeit von hoch qualifiziertem Personal und den Zugang zu spezialisiertem Know-how und neuen Technologien als die grössten Herausforderungen. Das hat sich inzwischen gründlich geändert. Die strategischen Prioritäten lauten derzeit: Verbesserung der Profitabilität, Optimierung des Marketings und Weiterentwicklung der Unternehmensstrukturen und -prozesse. Von grosser Bedeutung ist ferner die Kompetenz, den immer anspruchsvolleren regulatorischen Vorgaben in den einzelnen Märkten erfolgreich begegnen zu können.

Innovation und Erneuerung
Das erhöhte Kostenbewusstsein der Medtech-Manager hat auch dazu geführt, dass die Investitionen in Forschung und Entwicklung neu überdacht wurden. Insgesamt sind die FuE-Aufwendungen 2009 gegenüber 2007 zwar nur minimal zurückgegangen, bei den Herstellern von rund 12 auf 11 Prozent des Umsatzes. Es kam aber zu einer Verlagerung der Ausgaben, indem vermehrt in die Erneuerung bestehender Produkte investiert worden ist. Entsprechend ist auch der Anteil neuer Produkte am Umsatz zurückgegangen, von rund einem Drittel auf weniger als 30 Prozent. Doch auch wenn die Produktinnovation gegenüber der Verbesserung der Profitabilität derzeit etwas an Bedeutung eingebüsst hat, bleibt sie langfristig der wichtigste Erfolgsfaktor der Medizintechnikindustrie. Vor diesem Hintergrund erstaunt es auch nicht, dass jene Unternehmen, die sich nach wie vor auf Innovation konzentrieren, die höchsten Wachstumsraten erwarten.

Standort Schweiz
Die Schweiz zählt zu den weltweit führenden Medizintechnik-Standorten und verfügt über eine sehr breit abgestützte Wertschöpfungskette. Hoch innovative Firmen können sich auf spezialisierte Zulieferer, Hochschulen und Forschungsinstitute sowie auf Dienstleister für die Entwicklung und Einführung von Spitzentechnologien stützen. Der geschätzte Gesamtumsatz beträgt 22,9 Mia. CHF
Mit rund 2 Prozent ist sein Anteil am BIP in keinem anderen Land höher. Das Rückgrat der Schweizer Medizintechnikindustrie bilden über 700 Hersteller und Zulieferer, die zusammen rund 49`000 Mitarbeitende beschäftigen. Knapp 80 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften sie im Ausland.

www.medical-cluster.ch