Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
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Ausgabe 02/2012, 06.02.2012

Ingenieure, sorgt für Nachwuchs!

«An fast jedem Produkt, das neu entwickelt und produziert wird, sind Maschineningenieurinnen und -ingenieure beteiligt», konstatiert die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW auf ihrer Website und umreisst damit Freud und Leid einer ganzen Branche. Wie begegnet man bloss dem Schwund dieser gefragten Spezies?

In der Schweiz pfeifen es die Spatzen vom Dach: Es mangelt an Ingenieuren. Der Nachwuchs wird dieses Problem nicht lösen, denn daran mangelt es ebenfalls. Nachvollziehbar ist das grundsätzlich nicht, denn der Ingenieurberuf hat eine lange Tradition und ist durchaus prestigeträchtig.
Jedoch hat Tom Mörker, Initiator von Darwin21 einmal unmissverständlich klargemacht: «Der Ingenieurberuf leidet unter einem verstaubten Image!» Auch die stetig steigenden Ansprüche an junge Berufsleute schrecken Jugendliche ab oder verunmöglichen es ihnen sogar, einen technischen Beruf zu erlernen. Da aber die MINT-Lücke klafft (mehr als 10 000 Ingenieure sollen bereits fehlen), ist ein Engagement aller Seiten angezeigt.
So versuchen verschiedene betroffene Stellen schon lange, für mehr Ingenieurnachwuchs zu sorgen. Es gibt Bücher, Industrieprojekte mit Analysen zur Techniksozialisation und Überlegungen zu Handlungsstrategien [1], unterhaltsame Videos mit Meinungen zum Ingenieur auf Youtube [2] und unzählige Veranstaltungen zum Thema [Kasten]. Selbstverständlich wird die Jugend aber auch systematisch im Rahmen von Nachwuchsinitiativen mit wehenden Fahnen berauscht und beeinflusst.
Der Branchenverband Swissmem ist mit Tecmania aktiv. Auf www.tecmania.ch werden technische Themen für Jugendliche aufbereitet, es werden (Berufs-)Ausbildungsangebote beworben und Kontaktmöglichkeiten bereitgestellt.

Nachwuchsinitiativen
Die Stiftung New Generations wird unter anderem von swissT.net
getragenen und agiert mit Darwin21 (www.darwin21.ch). Im Zentrum steht ein Wettbewerb für Nachwuchstechniker, wo sich Studierende mit Unternehmen zusammenschliessen und technisch hochstehende, aber auch publikumswirksame Exponate hervorbringen. Diese werden an Messen wie der Sindex in Szene gesetzt.
New Generations hat auch tunSchweiz.ch (www.tunSchweiz.ch) initiiert: Nachwuchsförderung in Technik und Naturwissenschaften. Mit interaktiven Ausstellungen an den Messen Züspa (tunZürich.ch), Muba (tunBasel.ch) und Bea
(tunBern.ch) werden junge Besucher angelockt und für MINT-Themen begeistert.
Der Verein Engineers Shape our Future IngCH (www.ingch.ch) setzt seit zwanzig Jahren auf Technikwochen an gymnasialen Mittelschulen. Jedes Jahr nützen mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler dieses Angebot und lernen so die attraktiven Seiten des Ingenieurberufs (auch direkt in den Firmen) kennen.
Auch die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (www.satw.ch) setzt sich ein, beispielsweise mit der Plattform educa.MINT (mint.educa.ch).
Man darf aber auch das Engagement von Firmen nicht vergessen, zu nennen etwa das von Lego und National Instruments (switzerland.ni.com), die mit Lego Mindstorms NXT weltweit in Wohn- und Kinderzimmern kleine und grosse Ingenieure begeistern.
Auf einer abstrakteren Ebene agiert die Stiftung MINTeducation (www.minteducation.ch), die sich übergeordnet der Thematik MINT-Lücke annimmt. Die Stiftung arbeitet an einem Vorschlag für ein nationales Forschungsprogramm, wofür auch Bundesgelder zur Verfügung stehen würden. Zudem will sie Verbundprojekte unter den zahlreichen MINT-Akteuren initiieren.
Den Nutzen all dieser Anstrengungen zu beziffern, ist schwierig, denn Auswirkungen sind erst längerfristig zu erwarten. Auch Zusicherungen der zukünftigen Ingenieure gibt es keine. Der Lohn für das Engagement der beteiligten Firmen und Institutionen besteht lediglich aus leuchtenden Kinderaugen. Hoffentlich können sich die Geldgeber mit diesem immateriellen Gegenwert vorerst begnügen. ¡
Barbara Fischer


Veranstaltungen
Jedem Nachwuchsingenieur seine eigene Lok: Maturandinnen und Maturanden von Berufsmittelschulen und Gymnasien werden von der ZHAW eingeladen, mit CAD ihre eigene Lok zu zeichnen und auf einem 3D-Drucker herzustellen. Dieser Maschinentechnik-Thementag findet am 24. März im Zentrum für Produkt- und Prozessentwicklung der ZHAW in Winterthur statt. Informationen und Anmeldung:
tinyurl.com/ZHAW-Thementag

Impulstagung MINT-Kultur an Maturitätsschulen: Am 28. März an der Pädagogischen Hochschule Bern.
tinyurl.com/Impulstagung-PHB

Tecmania / Swissmem
8008 Zürich, Tel. 044 384 41 11
info@swissmem.ch, www.tecmania.ch
Darwin21 / Stiftung New Generations
8604 Volketswil, Tel. 044 945 90 90
info@newgenerations.ch, www.darwin21.ch
Technikwochen / IngCH
8032 Zürich, Tel. 043 305 05 90
www.ingch.ch/deutsch/vp_ntw.htm
educa.MINT / MINTeducation / SATW
8001 Zürich, Tel. 044 226 50 11
richard.buehrer@satw.ch, www.satw.ch
National Instruments
5408 Ennetbaden, Tel. 056 200 51 51
switzerland.ni.com



(Bild: Fotolia)