Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2014, 09.10.2014

Breites Prozess-Know-how ermöglicht pfiffige Lösungen

Als kompetenten Entwicklungspartner für Blech und Edelstahl sieht sich das Zulieferunternehmen Dyno in Aefligen/BE. Zu dessen Angebotsspektrum gehören neben den branchenüb­lichen Aufgaben auch zahl­reiche Zusatzleistungen wie Qualitätssicherung und Logistik, um dem Kunden eine komplette Lösung aus einer Hand bieten zu können.

Autor: Klaus Vollrath freier Fachjournalist, Aarwangen

Für Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus spielt die Zulieferkette eine immer bedeutendere Rolle. Bei den Zulieferern bündelt sich das Know-how über Möglichkeiten und Grenzen der jeweils eingesetzten Fertigungsverfahren. Dieses sollte der Maschinenbauer im eigenen Interesse soweit wie möglich nutzen, um nicht potenzielle Kosten- und Funktionalitätsvorteile zu verschenken. Eine auf gemeinsame Optimierung des Endprodukts ausgerichtete Entwicklungspartnerschaft mit Zulieferern kann daher wichtige Beiträge zur Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit liefern.

«Am liebsten sind uns Kunden, die uns bei einem neuen Projekt schon in der Entwurfsphase mit ins Boot nehmen», sagt Roland Leuthold, Geschäftsleiter des Zulieferunternehmens Dyno AG in Aefligen/BE. «Kommt der Kunde gleich mit einer fertigen Zeichnung, so wird häufig Geld verschenkt.»

Die Firma Dyno ist Spezialist für die Realisierung anspruchsvoller Blechkonstruktionen für Kunden des Maschinen- und Anlagenbaus. Das Leistungsspektrum des Unternehmens umfasst jedoch nicht nur die branchentypische Palette vom Zuschnitt über das Biegen, die mechanische Bearbeitung und das Schweissen bis zum Finishen und Lackieren sowie der Montage kompletter Baugruppen und Systeme. Darüber hinaus erbringt Dyno je nach Anforderungen alle möglichen Zusatzleistungen, um dem Kunden eine komplette Lösung aus einer Hand zu liefern, ohne dass er sich um irgendwelche Details kümmern müsste. Dies erspart ihm den teils recht erheblichen Aufwand für das Zusammenstückeln einer komplexen Liefer- und Leistungskette, einschliesslich der erforderlichen Beschaffungs- und Transportleistungen, Terminkoordinierungen und Qualitätssicherungsmassnahmen.

«Mit der Übernahme kompletter Verantwortung aus einer Hand bis zur termingerechten Ablieferung funktionsgeprüfter und einbaufertiger Bauteile oder Systeme entlasten wir den Kunden von solchen unnötigen Nebenaufwendungen und ermöglichen es ihm, sich auf seine eigenen Kernkompetenzen zu konzentrieren», erläutert Roland Leuthold.

Jeder Produktionsprozess verlaufe anders – egal, ob gelasert, gebogen, geschweisst oder geschraubt werde. Das CAD-System liefere in der Regel zunächst nur die gewünschte Netto-Geometrie, die die Besonderheiten der Fertigung noch nicht berücksichtige. Daher werde nach Auftragserhalt meist so vorgegangen, dass man die erhaltene Geometrie fertigungsgerecht umkonstruiere.

Erfreulicher «Nebenvorteil» dieser CAD-gestützten Vorgehensweise sei ein deutlich besseres Resultat bei der Erstmusterherstellung: Während früher oft genug zunächst ein Muster hergestellt und erst mithilfe der dabei gesammelten Erfahrungen im zweiten Durchgang dann das gewünschte Bauteil realisiert wurde, schaffe man es heute immer häufiger, schon im ersten Durchgang die vom Kunden gewünschten Vorgaben exakt einzuhalten.

«Als besonders anschauliches Beispiel für die so erzielbaren Vorteile lässt sich ein Maschinengestell anführen, bei dem wir die Kosten um 30 Prozent senken konnten», merkt Roland Leuthold an. «Möglich wurde dies, weil der Kunde bereit war, statt der ursprünglich vorgesehenen Rohrkonstruktion eine Konstruktion aus Biegeteilen zu akzeptieren.» Als Rohrkonstruk­tion hätte man für diese Lösung unter anderem sehr aufwendige Zuschnittprozeduren und Bohrarbeiten vorsehen müssen.

«Besonderes Know-how haben wir im Bereich hochlegierter Werkstoffe wie Edelstähle oder Nickel­basislegierungen aufgebaut», berichtet der Geschäftsleiter. «Hier verfügen wir auch über eine sehr gut eingespielte Logistik, beispielsweise für die Beschaffung von Sondergüten oder Übergrössen, sowie über spezialisierte Einrichtungen wie eine komplett separate, vom Schwarzstahlbereich getrennte Chromstahl-Schlosserei.»

Eingesetzt wird die gesamte Palette moderner Elektroschweissverfahren mit oder ohne Schutzgas wie MIG/MAG und WIG oder auch – insbesondere im Schwarzstahlbereich – das klassische Widerstands- sowie das Bolzenschweis­sen. Je nach Erfordernis wird auch gelötet. Erforderliche Abnahmen erfolgen durch den Schweizerischen Verein für Schweisstechnik (SVS).

Diese Qualifikation des Hauses ist für die Kundschaft so attraktiv, dass Dyno inzwischen wesentlich mehr als 70 Prozent seines Umsatzes mit Chromstahl und Sonderlegierungen erzielt. Zweites Standbein ist weiterhin der Schwarzstahl, dessen Umsatzanteil rund ein Viertel ausmacht. Kleinstes, aber ebenfalls erfreulich rasch wachsendes Marktsegment ist der Aluminiumbereich.

«Makellos glatte Oberflächen sind gerade im Lebensmittel- und Medizinbereich das A und O zur Erfüllung der strengen Hygienevorschriften», weiss Roland Leuthold. «Verschmutzungen und Keime können sich selbst in sehr kleinen Vertiefungen und Spalten, sogar schon in tieferen Kratzern oder Riefen festsetzen und so die Eignung des Produkts beeinträchtigen. Hier verlangen die Kunden möglichst fein gefinishte, glatte Oberflächen mit komplett verschliffenen Schweissnähten.»

Gerade für solche Einsatzbereiche ist nicht nur eine Menge Know-how erforderlich, sondern auch spezialisierte Anlagen. Für das vollständige Einebnen äusserer Nähte an Schweisskonstruktionen sowie die Strukturierung der Oberfläche verwendet Dyno beispielsweise eine Zweiband-Schleifmaschine von Langzauner.

Für die Oberflächenbehandlung flacher Bauteile wird zudem eine leistungsfähige Anlage des dänischen Herstellers Fladder zur Oberflächenfeinbearbeitung eingesetzt. Diese schleift die Oberfläche mithilfe rotierender, mit zahlreichen Schleifbändchen besetzter Bürsten besonders fein und gleichmässig ab. So werden nicht nur extrem glatte Oberflächen erzeugt, sondern auch sehr feine Grate und Unebenheiten an Kanten, Durchbrüchen und Bohrungen so sauber entfernt, dass die Teile «grifffreundlich» werden. Bei Dyno werden daher alle Bauteile im Chromstahlbereich «gefladdert».

«Eine weitere Stärke unseres Unternehmens ist die Darstellung besonderer Leistungen mithilfe eines Netzwerks bewährter und zuverlässiger Partner», betont Roland Leuthold. «So verfügen wir zwar über eine leistungsfähige Konstruktionsabteilung mit vollwertiger 3D-CAD/CAM-Softwareausstattung, doch gibt es Spezialaufgaben wie etwa Festigkeitsberechnungen mithilfe der Finite-Elemente-Methode, für die wir erforderlichenfalls auf externe Engineering-Dienstleister zurückgreifen.»

Ähnlich werde auch bei zahlreichen anderen Aufgabenstellungen wie Wärme- oder Härtebehandlungen, Strahlbearbeitung oder der Pulverbeschichtung verfahren. Andererseits bringe man in dieses Netzwerk auch eigene Sonderqualifikationen wie eine grossformatige Nasslackierkabine mit separatem Trockenraum ein. Zusätzliche Kompetenzen wurden in den vergangenen Jahren auch im Bereich von Klebeverfahren erworben.

Eine weitere Stärke des Unternehmens ist die Fähigkeit, dank grosser Flächen, entsprechend dimensionierter Anlagen und belastbarer Krane auch grossformatige Baugruppen mit Längen bis zu 15 m und Massen bis zu 10 t herzustellen. «Mithilfe externer Hebetechnik können wir erforderlichenfalls auch noch grössere Abmessungen und Massen bewältigen», versichert Roland Leuthold.


Dyno AG
3426 Aefligen Tel. 034 44821 11
info@dyno.ch

Der moderne Laser ermöglicht den schnellen und präzisen Zuschnitt selbst sehr dicker Blechmaterialien. (Bilder: Vollrath)


Anspruchsvolles Gehäuse aus Edelstahl für eine Anlage im Lebensmittelbereich. (Bild: Dyno)


Roland Leuthold ist Geschäftsleiter des Zulieferunternehmens Dyno. (Bild: Dyno)