Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 11/2014, 07.11.2014

Potenziale vernetzter Produktion nutzen

Die vernetzte Produktion nach dem Konzept Industrie 4.0 wird zweifellos kommen, denn sie birgt erhebliche Potenziale hinsichtlich Produktivität und Flexibilität. Die «Technische Rundschau» befragte Schweizer Unternehmen aus den Bereichen Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge nach ihrer Haltung dazu und nach dem Stand der Dinge im eigenen Haus (siehe nachfolgende Umfrage).

Autor: Name Autor Firma Ort Bernhard Reichenbach

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Eine kürzlich erfolgte Umfrage des unabhängigen Marktforschungsinstituts Pierre Audoin Consultants (PAC) unter 130 IT-Entscheidern und Produktionsleitern machte es deutlich: 70 Prozent der mittelständischen Fertigungsunternehmen Deutschlands haben Interesse an dezentral vernetzten, selbststeuernden Fertigungsprozessen oder haben diese bereits implementiert – ein Wachstum von rund 50 Prozent im Vergleich zu 2013. Und die Umfragewerte hinsichtlich der wichtigen Pfeiler von Industrie 4.0 – sprich Maschinendaten- und Betriebsdatenerfassung, die Anbindung von MES an kaufmännische Systeme sowie selbststeuernde Produktionsprozesse – sind alle innerhalb eines Jahres signifikant gestiegen.

In der Schweiz dürften die Zahlen ähnlich sein – jedenfalls ist das Thema «heiss». So heiss sogar, dass sich die Mehrzahl der von der Technischen Rundschau befragten Unternehmen aus den Bereichen Werkzeugmaschinen und Präzi­sionswerkzeuge (noch) nicht dazu äussern wollte. Diejenigen Unternehmen, die Stellung genommen haben, sehen das Thema als wichtig und zukunftsträchtig an. Manche befinden sich zwar noch in der Orientierungsphase, doch wird aus ihrer Sicht die Bedeutung des Themas deutlich steigen. Einige Unternehmen sind diesbezüglich bereits ein gutes Stück vorangekommen, andere sind auf dem Weg dorthin.

Dies ist ein gutes Zeichen, denn insbesondere als exportorientierte Betriebe sollten sie sich auf die Wünsche ihrer Kundschaft einstellen und entsprechend ausgelegte Produkte im Programm haben, da bei immer mehr dieser Kunden das Thema «Vernetzte Produk­tion» inzwischen eine hohe Priorität besitzt. Und dies nicht ohne Grund: Die Vernetzung der Produktionssysteme bietet neue Potenziale hinsichtlich gesteigerter Produktivität und Flexibilität, und die Integration und Verknüpfung von Mensch, Maschine und Produkt bietet neue Möglichkeiten.

Prozessabläufe überdenken und neu gestalten

Der Weg in die Zukunft ist vorgezeichnet: Die Produktionssysteme werden sukzessive durch stringentere IT-Vernetzung verbunden. Diese Verknüpfung bietet ein erhebliches Potenzial, um Arbeitsabläufe zu verschlanken und flexiblere Strukturen zu schaffen. Dadurch erfolgt ein gesamtheitlich hoher Grad an Produktionsüberwachung über die gesamte Wertschöpfungskette.

Die sich laufend verändernden Konsumentenbedürfnisse nehmen massgeblichen Einfluss auf die Herstellungsprozesse von Gütern weltweit. Dieser Wandel treibt die neue industrielle Revolution voran, für die der Begriff Industrie 4.0 steht. Bei Industrie 4.0 handelt es sich letztlich um eine Plattform, die die Informationen verschiedener Beteiligter innerhalb einer Wertschöpfungskette vereint und den Austausch dieser Informationen ermöglicht – angefangen bei der Vision eines Produkts über dessen Herstellung und weitere, mit der Herstellung verbundene Dienstleistungen bis hin zur Überholung oder Modernisierung des Produkts. Das Endresultat ist ein System, in dem sämtliche Prozesse in Echtzeit integriert und miteinander verknüpft sind.

Industrie 4.0 ist darauf ausgerichtet, künftig entstehende Herausforderungen zu meistern. Die industrielle Landschaft wird sich stark verändern, und Unternehmen, die es versäumen, diesen Veränderungen zuvorzukommen und keine Vorsorge treffen, werden abgehängt. Ihre Produkte oder Lösungen könnten überholt werden und schliesslich ganz verschwinden. Die Faktoren, die diese neue industrielle Revolution vorantreiben, sind Big Data, das Internet der Dinge, das Internet der Dienste sowie integrierte Industrien. Sie ermöglichen es, massgeschneiderte respektive individualisierbare Produkte kostengünstig herzustellen. Um im gegenwärtigen Wettbewerbsumfeld wirtschaftlich profitabel zu bleiben, sollten sich Schweizer Industrieunternehmen den Veränderungen anpassen, indem sie entsprechende Transformationen vornehmen, und zwar sowohl in geschäftlicher als auch technologischer Hinsicht.


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Die Integration und Verknüpfung von Mensch, Maschine und Produkt bietet neue Möglichkeiten. Schweizer Unternehmen sollten diese nutzen. (Bild: Bosch)