Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 09/2014, 11.09.2014

Messgeräte kappen Mannstunden

Die Herstellung von Druckgiessmaschinen erfordert hohe Präzision, denn bei Dimensionen von bis zu 17 m Länge verursachen selbst sehr kleine Massabweichungen grosse Fehler. Bei der Firma Oskar Frech stellt ein Laser-Tracker von Faro die geforderte Genauigkeit bei der Fertigung der Maschinengiganten sicher.

(re) Die Domäne der Oskar Frech GmbH + Co. KG sind Warm- und Kaltkammer-Druckgiessmaschinen. Mit deren Hilfe entstehen beispielsweise Motorblöcke aus Aluminium oder Karosseriestrukturteile. Typische Druckgussprodukte sind auch Getriebegehäuse, Armaturenbretter oder Stufen für Rolltreppen.

Aufgrund der Dimensionen der Druckgiessmaschinen von bis zu 17 m Länge und 250 t Masse fordert die Fertigung ihrer Einzelteile eine besonders hohe Präzision. Schon Massabweichungen im Hundertstel-Millimeter-Bereich gefährden die exakte Passung aller Teile während der Endmontage sowie deren fehlerfreie Funktion.

Um diese geforderte Fertigungspräzision sicherstellen zu können, setzen die Prüftechniker seit 2006 auf Messarme von Faro – mit Wasserwaage und Fluchtfernrohr war die geforderte Genauigkeit nicht mehr zu erreichen. Welche Vorteile das System hat, zeigte ein ganz konkreter Anlass: Nach dem Umrüsten auf eine neue Gussform stimmte bei einem Kunden von Frech die Maschinensymmetrie nicht mehr.

Korrekturen bereits während der Fertigung

Die Einbauverhältnisse waren durchaus komplex, doch die Techniker von Frech konnten in Zusammenarbeit mit Faro-Technikern den Fehler schnell aufspüren. Dabei leistete die Vermessung mit dem Laser-Tracker von Faro sehr gute Dienste: Der Fehler verbarg sich im Formauflagebereich und damit an einer ganz anderen Stelle als die Fehlfunktion.

Wolfgang Schöben, zuständig für das Qualitätsmanagement bei Frech, hat den Laser-Tracker daher fest in die Prüfplanung integrieren lassen. Schon während der Fertigung lassen sich so Korrekturen vornehmen, bevor aufwendige Nachbearbeitungen erforderlich werden. «Dies ist entscheidend, denn mögliche Massabweichungen bei einem Bauteil können sich auf die gesamte Maschinenstatik auswirken und haben schnell unangenehme Auswirkungen auf Zeit und Kosten», betont Wolfgang Schöben.

Um die hohen Qualitätsstandards durchgängig sicherzustellen, hat Frech im Frühjahr 2013 mit seinen Zulieferern einheitliche Messmethoden festgelegt. Ziel dieser Massnahme ist, Qualitätsprobleme bereits am Beginn der Produk­tionskette zu eliminieren. Damit die geforderte Präzision möglich ist, fordert das Unternehmen, dass Zulieferteile schon beim Hersteller mit Faro-Technik vermessen werden. Gegebenenfalls bietet Frech die Vermessung als Dienstleistung an.

Inzwischen sind die Messsysteme auch während des Aufbaus der Maschinen beim Kunden im Einsatz. Dort ist der Raum um die Maschine meist sehr begrenzt, und für das Mess-Equipment bleibt wenig Platz. Daher überlegen die Zuständigen derzeit, den Messarm und den Laser-Tracker zu einem neuen System, dem sogenannten TrackArm zu kombinieren.

Dieser verbindet grosse Reichweite und hohe Genauigkeit mit Flexibilität und Zuverlässigkeit. Der Clou: Der Messarm kann schnell beliebig innerhalb der Messreichweite des Laser-Trackers neu positioniert werden. Dabei verbleibt der Arm stets im gleichen Koordinatensystem, und somit sind auch Punkte zu erreichen, die nicht im Sichtbereich des Trackers liegen. So können die Techniker quasi um die Ecke messen und auf diese Weise auch sehr grosse Bauteile problemlos prüfen.

Neben Qualitätssteigerung und Montageprüfung sprechen aber auch wirtschaftliche Gründe für den Einsatz der Faro-Technik: «Mit den Messgeräten sparen wir Mannstunden, und die Schulungszeit für die einfach zu bedienenden Systeme hält sich erfreulich in Grenzen», versichert Wolfgang Schöben. «Aus­serdem verlangen die Kunden aus dem Automobilbereich detaillierte Prüfberichte. Die generieren wir nun im Handumdrehen.»

Oskar Frech GmbH + Co. KG DE-73614 Schorndorf-Weiler Tel. +49 7181 70 20 info@frech.com

Faro Distribution 8222 Beringen, Tel. 071 509 79 70 distribution@faroeurope.com

AMB, Halle 1 Stand E 83



Taktil oder berührungslos messen – mit dem Laser-Tracker kein Problem. (Bilder: Faro)


Die Firma Oskar Frech, Hersteller von Druckgiessmaschinen, verlässt sich auf die Präzision der Faro-Produkte.

Vorteile der Faro-Messsysteme

  • Flexibilität: Der Anwender kann mit den Faro-Systemen messen, wo es erforderlich ist – beim Lieferanten, in der Fertigung oder beim Kunden.
  • Genauigkeit: Im Vergleich zu älteren Messmethoden sind die Faro-Systeme deutlich präziser.
  • Sicherheit: Wenn die Messungen stimmen, sind auch die Qualitätsanforderungen der Bauteile erfüllt.
  • Akzeptanz: Die bedienfreundlichen Faro-Systeme werden von den Mitarbeitern gut angenommen.
  • Wirtschaftlichkeit: Kostspielige Nacharbeiten erübrigen sich; Mannstunden werden reduziert.