Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 01/2015, 16.01.2015

Die Welt als Teststrecke für moderne Gleitlager

Seit Januar 2014 befindet sich ein mit Polymer-Gleitlagern des Kunststoffspezialisten Igus ausgerüsteter Kleinwagen auf einer Reise über vier Kontinente – durch Wüsten, Schnee und tropische Hitze bis in die Schweizer Bergwelt. Mit dieser Demonstrationsfahrt will das Unternehmen das Potenzial und die Belastbarkeit seiner Motion Plastics, Kunststoffe für bewegte Anwendungen, unter Beweis stellen.

Autor: Bernhard Reichenbach

Die Firma Igus – mit Schweizer Niederlassung in Egerkingen – hat in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Köln einen Kleinwagen des Typs Smart auf eine Weltreise geschickt. Anlass war der 30. Geburtstag seiner Hochleistungskunststoffe des Typs Iglidur sowie das 50-jährige Bestehen des 2400-Mitarbeiter-Unternehmens.

Der Kleinwagen wurde von Studenten der Fachhochschule Köln an 56 Stellen mit Gleitlagern aus Iglidur-Kunststoffen von Igus ausgestattet, die die ursprünglichen Lager – vorwiegend aus Metall  – ersetzen. Die Kunststoffkomponenten bestehen aus Polymeren, die durch Zusätze von Verstärkungs- und Festschmierstoffen optimiert sind. Sie wurden im Bremspedal, am Scheibenwischer und Fensterheber, im Schaltmodul, in der Sitzkonsole, an der Handbremse, am Startergenerator, an der Drosselklappe und im Verdeck eingebaut.

Nach Stationen in Asien, Süd- und Nordamerika kam «Iglidur on Tour» kürzlich auch in die Schweiz. Hier wurden neben Besuchen bei Kunden, auf Messen und anderen Veranstaltungen auch die Berge erklommen – so führte die Reise hinauf auf das Schilthorn, wo der Wagen mittels Helikopter auf der «Skyline View Platform» des Piz Gloria – 1968 Kulisse des James-Bond-Films «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» – abgesetzt wurde. Auch dort oben wurde präsentiert, was Kunststoffgleitlager heute leisten können.

Die Polymer-Komponenten bieten erhebliche Vorteile: «Sie sind unter anderem leicht sowie schmutzunempfindlich und können durch ihre gute Dämpfung auch Kantenlasten und Stösse zuverlässig und langlebig kompensieren», erklärte Lutz Alof, Geschäftsführer der Igus Schweiz GmbH, im Rahmen der Präsentation auf dem Schilthorn. «Die Materialeigenschaften von Kunststoff lassen die Themen Schmierung, Wartung und Korrosion an den Lagerstellen der Vergangenheit angehören.»

Im Vergleich zu Lösungen aus Metall reduzieren Iglidur-Gleitlager das Gewicht an jeder Lagerstelle um bis zu Faktor 7. Ein Beispiel ist der Handbremshebel des Smart, wo ein schmierfreies, einfach zu montierendes Gleitlager aus dem Werkstoff Iglidur G eine geschmierte Stahl-Stahl-Lagerung ohne Buchse ersetzt und für einen geräuschfreien­ Lauf sorgt. Ein weiteres Beispiel ist die Drosselklappe des Fahrzeugs, wo ein Gleitlager aus Iglidur X6 eine PTFE-beschichtete, gerollte Aluminiumbuchse ersetzt. Diese vergleichsweise kostengünstige Lösung ist medienbeständig und verhindert Kontaktkorrosion.

Der mit Iglidur-Gleitlagern ausgestattete Smart hat in den vergangenen elf Monaten bereits über 60 000 km durch Indien, China, Korea, Japan, Taiwan, Brasilien und die USA zurückgelegt. In Europa bereiste der umgebaute Kleinwagen bereits Österreich, setzte nach Stopps in Belgien und den Niederlanden über nach Grossbritannien und tourte dann durch Frankreich.

In den kommenden Monaten wird das Fahrzeug noch den europäischen Kontinent von Portugal bis zur Türkei und von Schweden bis Italien durchqueren. Jeder Kilometer, den das Auto zurücklegt, wird in einen Spendenbeitrag umgewandelt, der karitativen Einrichtungen in den entsprechenden Ländern zugute kommt. Einen genauen Eindruck von der Weltreise gibt der Tourblog unter blog.igus.de/iglidurontour, inklusive interessanter Bilder, Videos und Berichte. Alle Strecken und Stationen, darunter Messe- und Kundenbesuche, können dort direkt nachverfolgt und kommentiert werden.


Igus Schweiz GmbH
4622 Egerkingen, Tel. 062 388 97 97
info.ch@igus.ch

Ein Helikopter setzte den Smart auf der «Skyline View Platform» des Piz Gloria/Schilthorn  – 1968 Kulisse des James-Bond-Films «Im Ge- heimdienst Ihrer Majestät» – ab.


Bei dem transkontinentalen Härtetest für Gleitlager aus Polymer-Kunststoffen des Typs Iglidur absolvierte der Kleinwagen bereits über 60 000 km. (Bilder: TR)


In der Drosselklappe des Kleinwagens ersetzt ein medienbeständiges, kostengünstiges Gleitlager aus Iglidur X6 eine PTFE-beschichtete, gerollte Aluminiumbuchse. (Bild: Igus)