Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2015, 01.10.2015

Eine Halle, sieben Weltpremieren

DMG Mori wäre nicht DMG Mori, wenn es bei der weltgrössten Werkzeugmaschinenmesse keine Weltpremieren geben würde. Mit gleich 7 Stück im Gepäck reist der grösste Hersteller von zerspanenden Werkzeugmaschinen nach Mailand: Vier davon aus dem Bereich Drehen, drei entfallen auf die Fräsmaschinen der duoBlock-Baureihe. Ebenfalls sehenswert dürfte eine Europapremiere im Maschinensegment der additiven Fertigung sein.

(pi) Die EMO-Weltpremiere «Sprint 32/5» und deren Ausbaustufe «Sprint 32/8 sind «Made in Italy» und werden bei Gildemeister Italiana gebaut. Die Sprint 32/5 ist sowohl für das Kurz- als auch Langdrehen von Werkstücken bis 32 mm  Durchmesser und 600 mm Länge konzipiert. Bei einer Aufstellfläche von unter 2,8 m² präsentiert sich die Neuentwicklung als kompaktes Fertigungsmittel, das mit zwei Spindeln und zweikanaliger Steuerung ausgestattet ist.

22 Werkzeuge auf zwei unabhängigen Werkzeugträgern erlauben dabei auch komplexe Bearbeitungsprozesse. Zudem bearbeitet der Drehautomat Werkstücke radial an der Hauptspindel mit vier angetriebenen Werkzeugen. Insgesamt verfügt die Maschine über fünf Linear­achsen sowie eine C-Achse für die Hauptspindel. Weitere Optionen sind die Entladeeinrichtung für bis zu 600 mm lange Werkstücke und die Hochdruckkühlmittelzufuhr mit 120 bar.

Als Ausbaustufe ist die Sprint 32/8 mit drei unabhängigen Linearträgern für die 4-Achs-Bearbeitung an der Hauptspindel ausgestattet und bietet Platz für bis zu 28 Werkzeuge. Insgesamt besitzt die Maschine sechs Linearachsen, inklusive einer zweiten Y-Achse. Darüber hinaus stehen zwei C-Achsen zur Verfügung: eine für die Haupt- und eine für die Gegenspindel.

Zu den Weltpremieren beim Fräsen gehören die Universalfräsmaschinen der duoBlock-Baureihe, die «DMC 100 U» sowie die beiden Horizontalzentren «DMC 100 H» und «DMC 125 H». Bei den beiden Horizontal-Bearbeitungszentren wurde der Abstand von der Spindel zur Tischmitte um 200 mm vergrössert, sodass nun ausreichend Platz bleibt für lange Werkzeuge bis 900 mm.

Nochmals zurück zum Drehen: Mit über 2300 weltweit installierten Maschinen hat die SL-Baureihe der Universaldrehmaschinen von DMG Mori in den vergangenen Jahren eine durchaus beeindruckende Erfolgsstory geschrieben. Die «NLX 6000/2000» soll nun ein neues Kapitel aufschlagen bei der Dreh-Fräsbearbeitung grosser Werkstücke bis 2000 mm Länge und 920 mm Durchmesser; wobei der Futterdurchmesser maximal 600 mm beträgt.

Basis für produktives und präzises Bearbeiten dieser grossen Teile sind eine hohe Steifigkeit der Antriebsstränge, die Struktur des Maschinenbetts sowie die Flachführungen mit ihren hohen Dämpfungseigenschaften. Die entsprechenden Fräsleistungen stammen vom Revolver mit der hauseigenen BMT-Technologie (Built-in-Motor-Turret). Der integrierte Direktantrieb bietet immerhin Drehzahlen von 4000 min-1 sowie ein hohes Drehmoment bis 117 Nm.

Highlight der NLX 6000/2000 soll die anwendungsorientierte Auswahl an leistungsstarken Spindeln sein. Das Angebot beginnt bei Typ B mit einem Spindeldurchmesser von 185 mm; die maximale Drehzahl liegt bei 1600 min-1. Typ C bietet einen Durchmesser von 285 mm, Typ D kommt auf 375 mm.

Ebenfalls Neues tut sich bei der «Ecoline»-Baureihe – wenn auch auf den ersten Blick nur äusserlich. So wurden diesem, auch als Einsteigerbaureihe titulierten, Maschinensegment eine robustere und kratzfeste Oberfläche aus Aluminium und pulverbeschichteten Metallverkleidungen spendiert.

Auch bei der Zugänglichkeit hat man die Modelle ergonomisch überarbeitet. Unter anderem können jetzt die Sicherheitsscheiben der Maschinen einfach und schnell von aussen ausgetauscht werden. Die Universal-Drehmaschine «ecoTurn 450» verfügt über einen internen Späneschutz, der Schäden an der Scheibe verhindert. Die «ecoMill-V»-Baureihe wird durch eine neue 3D-Steuerungstechnologie aufgewertet, inklusive 19-Zoll-Monitor.

Europapremiere feiert die «Lasertec 4300 3D», nachdem sie bereits Ende Juli bei den «Innovation Days 2015» im japanischen Iga für Eindruck gesorgt hatte. Sie vereint das Laserauftragsschweissen mit dem Drehen und bis zu 5-achsigen Fräsen in einer Maschine. In ihrem grossen Arbeitsraum kommt eine Pulverdüse zum Einsatz, die das Bauteil bis zu 20-mal schneller aufbauen soll als im Pulverbett, während die spanende Bearbeitung für den letzten Schliff in punkto Präzision und Oberflächengüte sorgen soll.

Die Fertigung der Komponenten erfolgt im Regelfall in mehreren Schritten, bei denen zwischen Fräsen oder Drehen und Laserauftragsschweissen beliebig gewechselt werden kann. Aufgrund ihres grossen Arbeitsraums empfiehlt sich die Maschine als Fertigungsmittel für Komponenten in der Luftfahrttechnik, im Energiesektor oder in der Transportindustrie.

Abgerundet wird die Messepräsentation durch die neu ins Programm aufgenommenen Drehautomaten von DMG Mori Wasino, die seit 1. April dieses Jahres das Portfolio des deutsch-japanischen Werkzeugmaschinenherstellers verstärken. Mit mehr als 75 Jahren Erfahrung entwickelt und baut Wasino, ehemals eine Marke von Amada Machine Tools, präzise Produktionsdrehmaschinen unter anderem für den Automobilbau und die optische Industrie. Das Sortiment umfasst die G-Serie, die J-Serie und die A-Serie, aus deren Reihen zur EMO zwei Modelle präsentiert werden.

EMO, Halle 4 Stand D01


DMG Europe Holding AG
8404 Winterthur, Tel. 058 611 50 00
www.dmgmori.ch



Die Sprint 32/5 verfügt über fünf Linearachsen und eine C-Achse für die Hauptspindel. (Bilder: DMG Mori)


Die ecoline-Serie (im Bild: ecoTurn 450) erhält robustere und kratzfeste Oberflächen.