Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2015, 01.10.2015

Manuell war – gestern

Speziell für das Läppen kleiner Werkstücke hat Okamoto das «AeroLap»-Verfahren entwickelt. Vorteil: Selbst komplexe Geometrien sollen nun automatisiert bearbeitet werden können, ohne die Werkstückgeometrie zu beeinflussen.

(pi) Thomas Loscher, Technical Engineer beim Schleifspezialisten Okamoto, erläutert die Herausforderungen: «Bei herkömmlichen Läppverfahren, insbesondere beim Bearbeiten kleiner oder stark profilierter Komponenten, ist der Prozess schlecht automatisierbar. Denn die ungebundenen, trockenen Schleifkörner werden aufgeblasen und prallen schnell wieder ab. Dabei zersplittern sie schnell. Das führt zu geringeren Abtragsraten und letztendlich unkonstanten Ergebnissen. Daher muss die Suspension oft ausgewechselt werden.»

Die Lösung, die Okamoto anbietet, heisst «AeroLap»; ein Läpp-system, das laut Loscher speziell zum automatisierten Erzeugen von Hochglanzflächen auf kleinen Werkzeugen und Bauteilen mit unregelmässigen Profilen ausgelegt ist: «Zerspan- und Umformwerkzeuge, Prägestempel, Formkerne für Spritzwerkzeuge, Schnittstempel und Matrizen können nun maschinell geläppt werden.»

Dazu entwickelte Okamoto mit «MultiCorn» ein elastisches Trägermaterial, welches mit Diamantpulver versetzt ist. AeroLap besitzt eine spezielle Turbine, die MultiCorn schonender auf das profilierte Bauteil aufbringt. Dank dieser speziellen Technologie fliesst das flexible Medium quasi über die Oberfläche und ermöglicht eine gleichmässige Bearbeitung aller Flächen. «Dadurch halten die Schleifkörner länger und splittern nicht unkontrolliert vor einer definierten Zeit- und Toleranzgrenze», präzisiert Thomas Loscher. Das erlaubt es dem Anwender, die Suspension lange und planbar im System zu halten, sodass der Prozess automatisiert durchgeführt werden kann.

Loscher sieht deshalb einen grossen Vorteil durch den Einsatz dieser neuen Technologie: «Der Anwender erhält schnell hochqualitative Läppergebnisse ohne Veränderungen der Geometrie auch bei sehr unregelmässigen Profilen. Das Medium hat eine lange Standzeit, und der Maschinenbediener kann unter sauberen Arbeitsbedingungen staub- und geräuschlos das jeweilige Bauteil bearbeiten.»

Okamoto: Josef Binkert AG 8304 Wallisellen, Tel. 044 832 55 55 info@binkertag.ch

Okamoto: EMO, Halle 14 Stand N02



AeroLap verspricht einen prozesssicheren, automatisierten Läppprozess bis hin zum Spiegelglanz. (Bilder: Okamoto)