Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2015, 01.10.2015

Starc(ker) Auftritt

Der süddeutsche Maschinenbauer Stama präsentieren auf der EMO die im eigenen Haus entwickelte und gebaute Roboterzelle «Starc», was für Stama Automation Robot Cell steht. Zusammen mit den eigenen Werkzeugmaschinen soll sie eine kom-plette automatisierte Prozesslösung ergeben.

(msc) Immer mehr Aufgaben werden automatisiert und Robotern anvertraut. Eine nicht triviale Herausforderung bei automatisierten Fertigungsprozessen liegt jedoch in der Abstimmung der Schnittstellen zwischen Maschine und Automation. Hier setzt Stama an: Die Kombination von Roboterzelle und Maschine aus demselben Haus hat laut Hersteller den grossen Vorteil, dass sich so ein aufeinander abgestimmtes durchgängiges Steuerungs- und Bedienkonzept für Werkzeugmaschine und Robotik inklusive Peripherie optimal verwirklichen lässt.

Dehalb haben die Maschinenbauer aus dem baden-württembergischen Schlierbach Mitte 2014 begonnen, für ihre 1-, 2- und 4-spindligen Bearbeitungszentren und Fräs-Dreh-Zentren eine Standard-Automationslösung als Zelle mit Roboter zum Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen zu entwickeln. Hier sehen sie das grösste Potenzial, um in der Serienfertigung Produktivität, Verfügbarkeit und Flexibilität ihrer Fertigungslösungen zu optimieren.

Massgebliche Parameter für das Design der Grundzelle mit Roboter, Steuerung und Werkstückspeicher sind Werkstückgrösse und -gewicht, die Werkstückanzahl in der Vorrichtung und die Anzahl der Spannlagen. Durch den modularen Aufbau der Roboterzelle schafft man es mit wenigen Standardgrössen, die möglichen Kombinationen an Anzahl und Dimensionen von Werkstücken für jede Maschine im gesamten Maschinenprogramm darzustellen.

Wie lange eine Maschine in Kombination mit Starc autark arbeitet, hängt von der Kapazität des Werkstückspeichers und der Zykluszeit der Zelle ab. In einem konkreten Zahlenbeispiel ausgedrückt: Mit 2,5-kg-Werkstücken, einem Speicher mit maximal 250 kg Kapazität, einem Vierfachgreifersystem für zwei Rohlinge und zwei Fertigteile und einer Zykluszeit von 72 s werden bei doppelspindliger Bearbeitung 60 min autarkes Produzieren erzielt. Diese Produktionszeit kann durch Adaption von Förderbändern oder hochvolumigen Speichersystemen sowie durch geringeres Werkstückgewicht erhöht werden.

Schnelles Umrüsten für neue Aufgaben

Die Roboterzelle nimmt auch gängige Optionen auf, wie Werkstück-Wendestation, Schnellwechseleinheiten für Greifer oder Messstationen. Sie lässt sich laut Hersteller schnell aufstellen, einfach in Betrieb nehmen und benötigt weniger als 5 m² Stellfläche.

Ausserdem lässt sich die Zelle ohne grossen Zeit- und Materialaufwand auf neue Werkstücke und neue Aufgaben umrüsten. Dazu gehört, dass die gesamte Einheit mit Kran oder Stapler leicht aufgestellt und umplatziert werden kann.

Die Schnittstellenstruktur und das Steuerungskonzept von Starc sind intelligent aufgebaut, ganz im Sinne von Industrie 4.0. Neue Systemkomponenten, die als Erweiterung an die Roboterzelle angedockt werden, identifizieren sich automatisch über Algorithmen. Das vereinfacht und beschleunigt die Integration und die Reorganisation von Fertigungsprozessen.

Stama Swiss GmbH
5070 Frick, 056 464 68 68 info@stama-swiss.ch

EMO, Halle 11 Stand E04–F05



Die neue Starc ist eine kompakte modulare Roboterzelle; der Roboter kommt als Standard aus dem Hause Fanuc. (Bild: Stama)

Neues Messekonzept

Erstmals präsentieren sich Stama, Scherer Feinbau und der Retrofit­experte und Dienstleister CMS zusammen auf dem EMO-Stand der Muttergesellschaft Chiron. Ob damit generell ein neuer Messeauftritt einhergeht oder nur Kosten im teuren Mailand gespart werden sollen, bleibt abzuwarten. Zumindest anlässlich der Metav 2016 in Düsseldorf scheint jedenfalls bereits eine Fortsetzung der gemeinsamen Aktivitäten geplant zu sein.