Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 05/2015, 14.05.2015

Schnelligkeit gepaart mit Genauigkeit

Wie das Zusammenspiel Werkzeugmaschine, Steuerungstechnik und hochqualifizierte und -engagierte Mitarbeiter entscheidend zum Unternehmenserfolg beiträgt, zeigt das Beispiel Leitner AG. Die neun Mikron-HSC-Maschinen werden über die Heidenhain iTNC 530 so präzise gesteuert, dass eine nahezu perfekte Werkstückqualität von der Maschine kommt.

(pi) Daniel Müller, Inhaber und Geschäftsführer der Leitner AG im schweizerischen Busswil, setzt auf hochmotivierte Mitarbeiter und bietet ihnen beste Arbeitsbedingungen: Mit neun Mikron-Hochgeschwindigkeits-Bearbeitungszentren von GF Machining Solutions, ausgestattet mit Heidenhain iTNC 530-Steuerungen, gelingt es Leitner, Medizinprodukte von höchster Qualität wirtschaftlich zu fertigen.

Die Projekte – Prototypen und Kleinserien von 5 bis 50 Stück – laufen nicht selten über ein bis zwei Jahre, weil ein Instrument immer wieder von Ärzten getestet und weiter optimiert wird. Aber es muss auch mal ganz schnell gehen, wenn kurzfristig ein Auftrag eingeht. «Wir müssen hochflexibel sein», erläutert Müller, «und immer wieder intelligente Lösungen finden, um möglichst schnell und möglichst präzise zu sein.»

Er setzt auf die hohe Genauigkeit, die die Kombination von Mikron-Maschine und Heidenhain-Steuerung leistet. Ein Grund ist die hohe Steifigkeit der Bearbeitungszentren von GF Machining Solutions. Die TNC-Steuerung sorgt mit ihrer präzisen Bewegungsführung für hochgenaue Konturen. Auch Temperaturschwankungen hat Leitner gut im Griff: Die an sich schon sehr temperaturstabilen GF-Maschinen stehen in einer klimatisierten Halle.

Nach dem Wochenende nutzt Leitner die TNC-Funktion «KinematicsOpt», die Dreh- und Schwenkachsen mithilfe einer Kalibrierkugel einfach und schnell vermisst. Die möglichen Abweichungen werden über die Kinematiktabelle kompensiert – je nach Kundenwunsch auch mit Protokoll. So gelingt es, Genauigkeiten über lange Bearbeitungszeiten konstant zu halten, wie beispielsweise bei der Fräsbearbeitung einer Knochenplatte aus Titan, die sechs Tage durchgehend lief. Die Massabweichung betrug hier gerade mal 5 µm.

Die Mechaniker bei Leitner entwickeln spezielle Aufspannungen, sodass die Werkstücke möglichst selten umgespannt werden müssen. Eine Handgelenksplatte wird so in zwei Aufspannungen hochgenau gefräst. Danach wird nur noch poliert und gereinigt. Daniel Müller schwärmt: «Das ist fantastisch, die Präzision, die wir da hinkriegen.»

Die Leitner AG legt grossen Wert auf eine durchdachte Planung und Arbeitsvorbereitung. «Aber man kann selbst mit dem besten Planungssystem nicht den erfahrenen Mechaniker an der Maschine ersetzen», ist sich der Geschäftsführer sicher. Er ist überzeugt, dass die Top-Ergebnisse dem guten Zusammenspiel der Prozesskette geschuldet sind – und nicht zuletzt dem Engagement seiner Mitarbeiter. Nicht umsonst zeichnen sich die fertigen Produkte durch beste Masshaltigkeit und optisch brillante Oberflächen aus.

Die Mechaniker arbeiten gerne mit den Heidenhain-Steuerungen. «Alles ist durchdacht», sagt Produktionsleiter Michael Andres. «Man weiss sofort, wo die Funktionen sind.» Auch wenn die meisten NC-Programme am CAM-System entstehen, optimiert Leitner direkt an der Steuerung: Die Mechaniker verändern Anfahrwege oder stellen Q-Parameter ein. Einfache Teile programmieren sie auch direkt an der TNC, selbst wenn die Bearbeitung auf einer schrägen Fläche liegt. Die Kontur programmiert man so, als wenn sie in der Ebene wäre. Mit der «Plane»-Funktion schwenkt man ganz einfach die Bearbeitungsebene in die gewünschte Lage.

Daniel Müller spürt jede Möglichkeit auf, die Effizienz zu verbessern. Mit dem integrierten Palettenwechsler der Mikron-Bearbeitungszentren steigert Leitner die Maschinenauslastung. Die Produktion wird effizienter, weil ein Mitarbeiter zwei Maschinen bedienen kann, weniger Unterbrechungen entstehen und mit der automa­tischen Einwechslung der Werkstücke mannlose Schichten gefahren werden können. Müller lobt das gute Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Automatisierungslösung: «Es lohnt sich für uns, auch mal nur halbe Schichten einzurichten.»

Leitner AG 3292
Busswil, Tel. 032 331 30 77
mueller@leitner-ag.ch


Heidenhain (Schweiz) AG
8603 Schwerzenbach, Tel. 044 806 27 27
verkauf@heidenhain.ch


GF Machining Solutions SA
2560 Nidau, Tel. 032 366 19 19
info.gfms.ch@georgfischer.com
www.gfms.com/ch



Titan-Implantate für die Wirbelsäule, die ohne aufwendige Nacharbeit fertig von der Maschine kommen.


Die Paarung macht's: Die iTNC 530 kann die hohe Dynamik der HSC-BAZ voll ausreizen; Folge sind eine hohe Masshaltigkeit und optisch brillante Oberflächen der Werkstücke. (Bilder: Heidenhain)

Der Spezialist für Medizinaltechnik: Leitner AG

Das Unternehmen zeichnet eine hohe Fertigungstiefe aus. Vom Materialeinkauf über die spanende Fertigung, Laserschweissen, Messen, Beschriften, Reinigen und Montieren bis zum Verpacken bietet Leitner seinen Kunden die gesamte Wertschöpfungskette an. Mit 35 Mitarbeitern und 5 Auszubildenden fertigt der Zulieferbetrieb Instrumente und Implantate für die Medizinaltechnik wie Bohrlehren für Handgelenksplatten, Einschlagbügel für Hüftpfannen, Knochenplatten oder Schlüssel für Zahnimplantate.

Grosses Engagement

Daniel Müller ist Geschäftsführer der Leitner AG und bringt sich immer wieder auf den neuesten Stand. Mit 45 Jahren absolvierte er noch ein Medizintechnik-Studium, um sich in die Aufgaben seiner Kunden optimal hineinversetzen zu können.