Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 07/2015, 09.07.2015

Enger Schulterschluss mit dem Anwender

Die Automatisierung vorhandener Produktionsprozesse ist ein möglicher Weg für Schweizer Maschinenbauer, um den aktuellen Herausforderungen zu trotzen. Doch wie soll eine effektive Lösung aussehen? Ist der Einsatz pneumatischer Elemente noch zeitgemäss? Oder lieber gleich ganz auf elektrisches Equipment setzen? Die «Technische Rundschau» hat bei SMC, dem Marktführer in der Pneumatikbranche, nachgefragt, wo die Reise hingeht.

(pi) Schwacher Euro, hohe Löhne, globaler Wettbewerb – die Schweizer Maschinenbauer kämpfen aktuell an vielen Fronten. Ein möglicher Ausweg aus dieser Misere ist die Automatisierung von Anlagen und Prozessen. Der Pneumatik fällt dabei laut Kurt Meili eine wichtige Rolle zu: «Was muss sie heute können? Was sind die Anforderungen an die Pneumatik-Anbieter? Der Weltmarktführer SMC hat sich längst vom reinen Komponentenverkäufer zum Lösungsanbieter und Dienstleistungsunternehmen weiterentwickelt, um den neuen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen.»

Der Leiter Produktmanagement bei der SMC Pneumatik AG weiss, dass im aktuellen Umfeld des starken Frankens die Schweizer Maschinenbauer unter enormem Margendruck stehen. Ihre Maschinen müssen noch effizienter werden und noch mehr Wettbewerbsvorteile aufweisen, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Energieeffizienz, einfache Montage, schnelle Inbetriebnahme und minimaler Wartungsaufwand lauten die Anforderungen. Ersatzteile und Support müssen unmittelbar weltweit verfügbar sein.

«Von Zulieferern erwarten die Maschinenbauer Mithilfe beim Erfüllen der hochgesteckten Erwartungen», beobachtet Meili die Vorgänge in der Branche. «Wer sich darauf nicht wie SMC sorgfältig vorbereitet hat, wird einen schweren Stand haben.»

Und, er ist sich sicher: Allen kontroversen Diskussionen zum Trotz nimmt die Pneumatik nach wie vor einen entscheidenden Stellenwert in der Automatisierung ein. «Vor allem dank niedriger Komponentenkosten, der kompakten Bauweise bei höchster Zuverlässigkeit sowie ihrer einfachen Handhabung erfreut sie sich grosser Beliebtheit.» Gerade diese Einfachheit kommt dann zum Tragen, wenn Maschinen nach der Entwicklung in der Schweiz in Produktionsländern auf der ganzen Welt eingesetzt werden.

Obwohl sich die Pneumatik in den vergangenen Jahren im Hinblick auf erhöhte Leistung bei gleichzeitiger Miniaturisierung enorm weiterentwickelt hat, versteht das Wartungspersonal weltweit ihr einfaches Funktionsprinzip. «Programmiersprachen erübrigen sich, und die Wartung ist sehr einfach: Zylinder und Ventil anschlies­sen – fertig», erklärt Kurt Meili.

Im Gegensatz zu manchen anderen Ländern, wo noch viele Prozesse manuell getätigt werden, verfügt das Hightech-Land Schweiz über einen hohen Automatisierungsgrad. Trotzdem: «Um in der stark globalisierten und vernetzten Welt wettbewerbsfähig zu bleiben, muss die Automatisierung weiter vorangetrieben werden», ist Meili überzeugt. Im benachbarten Ausland spreche man bereits von «Roboter-Offensive» und das Thema «Industrie 4.0» dominiert die Fachmedien. So werden in verschiedenen Branchen neue Prozesse automatisiert, was der Pneumatik weitere Chancen eröffnet.

«Daher», sagt Meili, «entwickelt SMC laufend neue pneumatische Komponenten mit integrierten Funktionen und elektrischen Schnittstellen zur Einbindung in komplexe Maschinensteuerungen.»

Vermehrt steht die Pneumatik auch im Wettbewerb mit elek-trischen Antrieben. Heute muss ein Pneumatik-Anbieter laut Meili beides bieten: «SMC ist in der Lage, Anwendungen pneumatisch wie auch elektrisch zu realisieren.» Mit dem «Plug-&-Play»-System ist die Inbetriebnahme der elektrischen Antriebe bestechend leicht, ganz nach dem Vorbild der Pneumatik. «Um die individuelle Anwendung am effizientesten zu realisieren, ist die Lösung vielfach eine Kombination beider Technologien.»

Die Effizienz sowie der gesamte Lebenszyklus einer Maschine stehen heute mehr im Vordergrund denn je. «Ein Maschinenbauer bezahlt nur das, was er braucht», sagt Kurt Meili. «Unsere Produkte werden deshalb immer differenzierter und auf die unterschiedlichsten Kundenansprüche optimiert.»

Die Maschinenbetreiber fordern reduzierte Betriebskosten und berücksichtigen nebst den Anschaffungskosten auch Energieverbrauch, Lager- und Beschaffungskosten für Ersatzteile. Gleichzeitig, so Meili, erwarten die Anwender eine erhöhte Lebensdauer der Komponenten bei minimiertem Wartungsaufwand: «Diese Anforderungen erfüllen unsere Produkte optimal. Nicht umsonst sind wir der innovativste Pneumatik-Anbieter».

40 Prozent weniger Druckluft durch Luftsparventile

Als Beispiele zählt er folgende Produkte auf:

  • Luftsparventile für Zylinder sparen bis zu 40 Prozent Druckluft.
  • Eine Drossel mit Ziffernanzeige erleichtert dem Wartungspersonal die Kontrolle.
  • Der neueste pneumatische Kompaktschlitten baut wesentlich kleiner als herkömmliche Produkte auf dem Markt und erlaubt dank eigens konstruierter Führung ein vielfach höheres Belastungsmoment.
  • Das Automatic-Leak-Detection-System lokalisiert Leckagen, das zeitraubende Aufspüren durch das Wartungspersonal entfällt.
  • Beim Standardventil der Serie SY hat SMC die Lebensdauer um 60 Prozent gesteigert.

SMC-Technical-Centers in den USA, Japan, China und Europa entwickeln für die entsprechenden Märkte in enger Zusammenarbeit mit Kunden die Produkte. Zusätzlich unterstützt die Schweizer Engineering-Abteilung die lokalen Kunden bei der Auslegung und Konstruktion individueller Lösungen. «Verbunden mit einem unerreichten globalen wie lokalen Netzwerk sowie ausgeklügelten Logistik-Dienstleistungen reduzieren zahlreiche SMC-Kunden ihre Beschaffungs- und Lagerkosten», schwärmt Produktmanager Kurt Meili.

Stärken schweizerischer Unternehmen sind hohe Flexibilität und schnelle Handlungsmöglichkeiten. Diese Dynamik wird auch von Lieferanten verlangt. SMC weiss das und steht zum Werkplatz Schweiz. Deshalb führt man in Weisslingen eine eigene Produktion. Hier werden Zylinder gefertigt und Baugruppen unterschiedlichster Losgrössen montiert.

Kurt Meili sagt über diese wichtige Dienstleistung: «Bei Maschinenstillständen entscheidet die Zeit. Dank des grossen Lagers in Weisslingen und unserer Produktion können wir unmittelbar Ersatzteile bieten oder innert weniger Stunden einen individuellen Zylinder fertigen. Hier kann SMC zudem auf Partner zurückgreifen, welche zusätzlich die Wege zu den Kunden verkürzen.»


SMC Pneumatik AG
8484 Weisslingen, Tel. 052 396 31 31
info@smc.ch



Nahe am Kunden: Jährlich investiert SMC CHF 150 Mio. in die Entwicklung neuer Produkte. (Bilder: SMC)


Flexibel und schnell: Ganz auf die Bedürfnisse der Schweizer Anwender ausgerichtet, ist die Fertigung und Montage.


Kurt Meili im SMC-Showroom in Weisslingen: «Allen kontroversen Diskussionen zum Trotz nimmt die Pneumatik nach wie vor einen entscheidenden Stellenwert in der Automatisierung ein.»

Hoher Output an Neuprodukten

Das Beispiel SMC illustriert, was heute von modernen Industrieunternehmen abverlangt wird. Mit jährlichen Investitionen von rund 150 Mio. Franken in die Entwicklung von Neuprodukten hat sich der Marktführer von Pneumatikprodukten darauf vorbereitet.

Für Kurt Meili, Leiter Produktmanagement bei SMC, eine logische Entwicklung: «Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden zu steigern und deren Kosten zu senken, mittels hochwertigen, innovativen Produkten mit entsprechenden Leistungsdaten zu konkurrenzfähigen Preisen.»