Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 07/2015, 09.07.2015

Neuer Power fürs Drehen

Mit «Beyond Drive» bringt Kennametal eine Drehplatte auf den Markt, die nicht nur ein breites Materialspektrum bearbeiten kann, sondern auch deutlich längere Standzeiten und höhere Bearbeitungsparameter verspricht.

(pi) Wendeschneidplatten der «Beyond Drive»-Serie weisen laut Hersteller Kennametal deutlich längere Standzeiten sowie höhere Zerspanungsraten auf. Je nach Anwendung sollen bis zu 30 Prozent mehr Teile pro Schneidkante gefertigt werden können. Die neue Deckschicht aus Titanoxy-Carbonitrid (TiOCN) verspricht eine Erhöhung der Verschleiss- und Abriebfestigkeit. Ausserdem gestattet die bronzefarbene Oberfläche eine deutlichere Verschleisserkennung und damit einen wirtschaftlicheren Einsatz. «Dadurch werden sie zum Werkzeug der ersten Wahl für die Drehbearbeitung», weiss Lothar Unglaub, Global Product Manager bei Kennametal.

Bei der Entwicklung der neuen Sorten und Geometrien wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass sich mit den Wendeschneidplatten die unterschiedlichsten Werkstoffe bearbeiten und die unterschiedlichsten Drehbearbeitungen ausführen lassen. «So ist die Platte ideal geeignet für die Bearbeitung von Stahl, rostfreiem Stahl, Gusseisen und Hochtemperaturlegierungen», sagt Lothar Unglaub.

Als weiteres Highlight ist die speziell für die Schruppbearbeitung entwickelte «Beyond Drive»-MR-Geometrie zu nennen. Sie hat einen hoch positiven Spanwinkel und verringert dadurch die Schnittkräfte bei gleichzeitiger Standzeiterhöhung. «Bei keiner anderen Wendeschneidplatte», so Unglaub, «ist der Spänefluss so gut wie hier.»

Zweiseitige indexierbare Wendeschneidplatten müssen hohen Schnittkräften standhalten und gelten daher als weniger stabil. Das Schneidprofil der Beyond MR-Geometrie ohne Kraftangriffspunkte führt laut Lothar Unglaub trotz des hoch positiven Spanwinkels zu einem extrem stabilen Schneidplattenkörper: «Selbst bei hohen Schnitttiefen wird die Drehbearbeitung sicherer und stabiler. Die Belastung der Werkzeugmaschine und des Werkstücks hingegen sinkt.»

Wird die «Beyond Drive»-Wendeschneidplatte in Verbindung mit einer «KM4XTM»-Spindelverbindung eingesetzt, soll sich die Stabilität noch weiter erhöhen lassen. Grund: «Die hohe Klemmkraft des KM4X-Systems sorgt bei entsprechenden Passungsmassen für eine robuste Verbindung sowie hohe Steifigkeit», erklärt Dreh-experte Unglaub, «und macht sie unempfindlicher gegen hohe Biegemomente. So wird eine deutlich verbesserte Bearbeitungsleistung erreicht.»

Ein zusätzlicher Pluspunkt: Auch in der Trockenbearbeitung sollen die Wendeschneidplatten mit überzeugenden Leistungen glänzen.


Kennametal: Walter Meier
(Fertigungslösungen) AG
8603 Schwerzenbach, Tel. 044 806 46 46
ch.machining@waltermeier.com,
www.kennametal.com/beyonddrive

Wirtschaftlicher Einsatz: Oft werden Platten zu früh gewechselt, weil der Schneidenverschleiss nicht klar erkennbar ist. (Bild: Kennametal)

Einsparpotenzial

Bei der Fertigung von gusseisernen Getriebebauteilen wurde Beyond Drive testweise eingesetzt. Ohne die Veränderung der Zustellung, der Spindeldrehzahl oder der Schnitttiefe konnten 325 Werkstücke pro Schneide gefertigt werden. «Mit den bisher eingesetzten Wendeschneidplatten waren es gerade mal 200 Werkstücke», sagt Kennametals Drehexperte Lothar Unglaub. «Dies bedeutete nicht nur eine ausserordentliche Steigerung an Werkstücken pro Schneide. Vielmehr wurde die Anzahl der geplanten Maschinenstunden auch um 125 Stunden pro Jahr unterschritten. Gleichzeitig ging der Bedarf an Wendeschneidplatten von 813 auf 500 pro Jahr zurück.»