Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 07/2015, 09.07.2015

Sterne-Trockung für die Feinschmecker-Kuh

Trocknet ein Landwirt sein Heu künstlich, macht er sich nicht nur vom Wetter unabhängiger, sondern bekommt durchgängig qualitativ hochwertiges Futter. Voraussetzung dafür ist eine energieeffiziente Trocknungsanlage wie sie die österreichische Reindl Kältetechnik liefert. Wichtige Komponenten dafür kommen von Danfoss.

(pi) Seit mehr als 45 Jahren steht Reindl Kältetechnik für Wissen, Innovation und Qualität. Zu den Kunden zählen – neben den Heubauern – private Haushalte, Gastronomie und Industrie sowie nahezu alle Supermarktketten in Österreich. Sie alle greifen auf modern-ste Kälte-, Kühl-, und Klimatechnik zurück. Und Reindl Kältetechnik vertraut von Anfang an auf die Produkte von Danfoss, sowohl bei den Komponenten aus der Kältetechnik wie auch bei den Antrieben zur Drehzahlregelung.

«Wir haben eine Menge über das Gras und Heu gelernt», gibt Geschäftsführer Wolfgang Reindl zu, «bevor wir den Prozess optimal im Griff hatten. Da gab es auch einige Überraschungen, was den Rohstoff anbelangt und bei den Prozessen zu berücksichtigen ist.» Heute laufen die Heutrocknungs-anlagen zuverlässig, sind bedienungsfreundlich, äusserst energieeffizient und lassen sich optimal an die Betriebsgrösse anpassen.

Nicht nur was die Qualität des Futters angeht (siehe Kasten «Am Rande bemerkt»), sondern auch technologisch kann der Heutrockner punkten. So ist bei vielen Höfen die Anschlussleistung begrenzt. Durch Einsatz der VLT-Frequenzumrichter von Danfoss konnte Reindl die Einschaltströme wirkungsvoll begrenzen, trotz vollem Drehmoment im Startzeitpunkt.

Die gesamte Steuerung, optimal auf die Betriebsgrösse angepasst, sorgt für höhere Energieeffizienz, beispielsweise durch die Kontrolle der Lüftungsklappen bei Zwischenböden. So können die Anlagen je nach Aussentemperatur und Sonneneinstrahlung die Temperaturen für den bestmöglichen Prozess nutzen oder ausgleichen. Die Nutzung von Ab- und Prozesswärme zur Erwärmung der Trockenluft erhöht die Effizienz der Anlagen weiter.

Herzstück der Anlage ist der Entfeuchter, dessen Aufbau entscheidend zur Funktion und Effizienz der Anlage beiträgt. Im Entfeuchter, der wie eine grosse Wärmepumpe funktioniert, entzieht der erste Wärmetauscher durch Abkühlung der Luft die Feuchte und sammelt das Wasser am Boden. Eine Pumpe fördert das Wasser dann aus dem System hinaus.

Im zweiten Wärmetauscher erwärmt der Entfeuchter die Luft wieder, um ihre Aufnahmefähigkeit für Wasserdampf zu erhöhen, und bläst sie zurück in den Kreislauf. Zur Erwärmung dient die Abwärme des Scroll-Kompressors des Wärmetauschers mit seinem Kältemittel, sowie – je nach Anlagengrösse, Jahreszeit und Aussenbedingungen – ein weiteres Heizgerät. So startet der Prozess bei Temperaturen von etwa 22 °C, erreicht aber schon nach kurzer Zeit bis zu 42 °C. Höher darf die Temperatur auch nicht steigen, da sonst wertvolle Stoffe im Heu zerstört werden und die Qualität sowie der Nährstoffgehalt deutlich sinken.

Der Danfoss-Scroll-Kompressor ist aufgrund seines Arbeitsbereichs für die Reindl-Anlagen optimal geeignet. «Wir haben uns viele Verdichter angesehen – nur der Danfoss erfüllte die von uns gestellten Anforderungen», sagt Wolfgang Reindl. Für die Ansteuerung sorgt ein «VLT-Refrigeration Drive FC 103», der speziell auf Kälteanwendungen angepasst ist. Die übrigen Komponenten wie Ölabscheider, Expansionsventil oder Anzeigegeräte kommen ebenfalls von Danfoss, Bereich Kältetechnik.

«Der Umrichter ist äusserst robust und schützt sich selber auch bei widrigen Bedingungen. So haben wir bisher keine Ausfälle, auch nicht bei Gewitter oder Überspannungen oder schwachen Netzen vor Ort», begründet Reindl seine Entscheidung für den VLT. «Er schaltet rechtzeitig ab und lässt sich danach direkt wieder starten.»

Gerade beim Anlauf reduziert der Frequenzumrichter prinzipbedingt den Anlaufstrom. Durch die optimale Anpassung von Spannung und Frequenz sorgt er schon ab Drehzahl null für das maximale Drehmoment und begrenzt den Anlaufstrom.

Für die Landwirte heisst das, dass ihr Energieversorger (EVU) die Versorgung nicht überdimensionieren muss, um Anlauf-ströme von einem Vielfachen des Nennstroms abfangen zu müssen. In vielen Gebieten ist daher ein Betrieb eines Heutrockners ohne eine solche Anlaufstrombegrenzung laut Vorgabe durch die EVU nicht gestattet. Und, sie spart den Landwirten Kosten, die sonst für die Bereitstellung der grösseren Versorgungsleistungen anfallen würden.

Reindl Kältetechnik GmbH
A-5300 Salzburg, Tel. +43 662 660 839
office@reindlkaelte.at


Danfoss AG
4402 Frenkendorf, Tel. 061 906 11 11
info@danfoss.ch



Glückliche Kühe: Heutrocknungsanlagen müssen robust und energieeffizient sein. (Bilder: Fotolia, Danfoss)


Im Entfeuchter entzieht der erste Wärmetauscher der Luft die Feuchte; der zweite Wärmetauscher erwärmt die Luft wieder und erhöht ihre Aufnahmefähigkeit für Wasserdampf.

Heu künstlich trocknen?

Heu bildet die Grundlage für die Fütterung der Kühe in der kalten Jahreszeit. Je schonender der Landwirt das Heu trocknen kann, desto hochwertiger ist dessen Qualität. Mitentscheidend für die Qualität ist auch der Erntezeitpunkt. Ist der nicht genau abgepasst, sinkt die Literleistung beispielsweise beim Milchvieh von 15 l/Tag auf 5 l/Tag. Die maschinelle Heutrocknung macht den Ernteprozess durch die Unabhängigkeit vom Wetter besser planbar. Daneben bleiben im Heu mehr Nährstoffe erhalten, was die Zufütterung von Kraftfutter deutlich reduziert.

Zudem sind die Tiere gesünder und die Milchleistung bleibt auch bei der Winterfütterung gleich. Die Vorteile maschineller Trocknung bescheinigen auch Nährwertangaben: Das auf Reindls Anlagen getrocknete Heu erreicht 7,2 NEL (Netto-Energie-Laktation) – mithin ein absoluter Spitzenwert.