Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
26.03.2015

Flexibles autonomes Navigationssystem gewinnt Preis von euRobotics

Der erste Preis des von euRobotics ausgerichteten Technology Transfer Award ging in diesem Jahr an ein Team bestehend aus Forschern der Universität Freiburg im Breisgau und dem Industriepartner Kuka Roboter GmbH. Ihr "flexibles autonomes Navigationssystem für die industrielle Fertigung" wurde auf dem European Robotics Forum in Wien (11.-13. März 2015) ausgezeichnet.

Bilder: Kuka

Die auf dem Markt befindlichen Systeme für die Automatisierung, Logistik und Handhabung sind sehr unflexibel. Fahrerlose Transportsysteme erfordern meist eine zusätzliche Infrastruktur wie Antennen, Führungsdrähte, Reflektionsmarker, optische Orientierungspunkte oder sogar Führungsschienen, um sich in ihrer Umgebung zu bewegen und zurechtzufinden. Das preisgekrönte "flexible autonome Navigationssystem für die industrielle Fertigung" jedoch, das aus der Zusammenarbeit von Kuka Roboter und der Arbeitsgruppe für Autonome Intelligente Systeme (AIS) der Universität Freiburg in Deutschland resultierte, ist ein Schwerlasttransportmittel, das die Jury durch seine hohe Flexibilität, Genauigkeit und Skalierbarkeit im Vergleich zu bisher bekannten Systemen überzeugte. Es weist mehrere Innovationen im Bereich fahrerloser Transportfahrzeuge auf. 

Das Navigationssystem ist eine Software-Anwendung, die hochgenaues Navigieren in weitläufigen Industrieumgebungen ermöglicht. Sie ist auf unterschiedliche Kinematiken mobiler Plattformen anwendbar und kann flexibel auf verschiedene Navigations-Sensoren angepasst werden. Es unterstützt sämtliche Bewegungsarten omnidirektionaler Roboter sowie unterschiedliche Autonomiegrade.

Eine Anwendung der Software ist die Kuka omniMove-Reihe fahrerloser Transportfahrzeuge, die für den Schwerlasttransport beispielsweise von Flugzeugteilen konzipiert sind. Die Fahrzeuge können sich zudem über Laserscanner gegenseitig erkennen und selbständig zu einem grösseren Fahrzeug kombinieren, das mit einer Traglast von bis zu 60 t den präzisen Transport ganzer Flugzeugrümpfe erlaubt. Das autonome Navigationssystem wurde im November 2014 auf den Markt gebracht und ist bereits bei zwei Kunden im Einsatz – einem aus der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie einem in der allgemeinen Industrie. 

Der euRobotics Technology Transfer Award wurde zum zwölften Mal verliehen. Die Preisgelder in Höhe von € 6000 spendeten die Mitglieder des europäischen Roboter- Industrieverbandes EUnited Robotic.

www.eu-nited.net/robotics/



Das „flexible autonome Navigationssystem für die industrielle Fertigung” kann auf mobilen Plattformen wie diesem OmniMove von Kuka Anwendung finden.


Eine der bereits realisierten Anwendungen ist das System Moiros von Kuka, mit omnidirektionaler Radtechnik und einer von der Fahrdistanz unabhängigen Positioniergenauigkeit des Fahrzeugs von +/- 5 mm.