Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 01/2016, 15.01.2016

Bei Marti Dytan ist Swissness zentral

Gian Anton Zardini, Geschäftsführer von Marti Dytan AG, schildert die Branchensituation der Industriekrane in der Schweiz, berichtet über die Anforderungen der Kunden und die Weiterentwicklung des Unternehmens, das als grösster Schweizer Kranbauer seit 1954 eine renommierte Adresse für Kran- und Fördertechnologie ist.

«Ich möchte keine Schwarzmalerei betreiben, aber viele unserer Kunden erwischte die aktuelle Marktsituation und die Frankenstärke auf dem falschen Fuss. Wir reagierten sofort und suchten mit ihnen proaktiv zufriedenstellende Lösungen, denn letztlich sitzen wir im gleichen Boot. Wir spürten bis zum Sommer, dass Investitionsprojekte verzögert in Angriff genommen wurden, es wurde neu evaluiert, Projekte wurden aufgesplittet. Seit Ende August ist wieder ein kleiner Aufschwung spürbar.

Durch die enge Zusammenarbeit mit Abus Kransysteme aus DE-Gummersbach können wir Standardkrane in einer Qualität und zu Preisen anzubieten, die nur ein weltweit tätiger Hersteller erreichen kann. Standardkrane decken jedoch nicht immer alle Kundenbedürfnisse ab. Mit unserem Engineering und der Fertigung in der Schweiz können wir Sonderwünsche realisieren, die nur ein lokaler Kranbauer anbieten kann. Dabei muss nicht zwingend alles bei uns im Haus produziert werden, dem Produktionsstandort Schweiz bleiben wir aber treu.

Die neue Marktsituation zwang uns zu evaluieren, welche Kernkompetenzen zu optimieren sind und welche Arbeiten wir im Umkreis von 30 bis 50 km unseres Standorts in Horw vergeben wollen oder können. So fanden wir für die Fertigung Partner, die für diese Arbeiten besser ausgerüstet sind als wir selbst und konnten unser Personal für Bereiche in der Montage umschulen, wo ein Manko bestand – ohne Stellenabbau. Jetzt investieren die Kunden wieder in Sanierungen und schaffen Krane- und Leichtkrane für ihre internen Prozesse an, um produktiver zu werden. Um die Kundennähe zu erhöhen, bauen wir unser Servicenetz aus – auch in Richtung Westschweiz – und konsolidieren Verkauf und Kundendienst, um dem Kunden immer eine Ansprechperson für alle Bereiche zur Verfügung stellen zu können.

Dank unseren Investitionen in Fach-, Sicherheits- und Unfallschulung konnten Betriebsunfälle im letzten Jahr um 80  Prozent reduziert werden. Qualität und Sicherheit sind bei Kranen eng verwandt, da sie viele Aspekte enthalten, die schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen können. Mitarbeiter und Kranbediener werden in Weiterbildungskursen geschult.

Zukunft: Kein Grund zur Resignation

In den nächsten Jahren wird sich die Schweizer Wirtschaft mit den Konsequenzen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses beschäftigen müssen. Kunden werden im Ausland produzieren lassen. Wir werden uns durch Innovation, neue Potenziale und Möglichkeiten identifizieren müssen. Natürlich ist es einfacher, in einer wachsenden Wirtschaft zu agieren, aber die heutige Situation ist meines Erachtens kein Grund, zu resignieren, denn die Industrie wird in der Schweiz nach wie vor existieren, und sie braucht einen starken Kranpartner wie uns. Halten wir uns da an den Song von Billy Ocean «When the going gets tough, the tough get going» und blicken wir zuversichtlich in die Zukunft!»

Marti Dytan AG Allmendstrasse 11, 6048 Horw,
Tel. 041 209 61 61, Fax 041 209 61 62
info@marti-dytan.ch, www.marti-dytan.ch



Auch in der Motorenprüfbankhalle bei der Liebherr SA in Bulle kommen Krane von Marti Dytan zum Einsatz. (Bilder: Marti Dytan)


Gian Anton Zardini, Geschäftsführer Marti Dytan AG, Horw.