Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Umfrage Robotik: Ausgabe 01/2016, 17.01.2016

Der Roboter als Turbo für die KMU

In Zeiten wie diesen, in denen der Franken stark, der Preisdruck immens und der Auftragseingang verhalten ist, ist es naheliegend, dass in der Industrie jeder Fertigungsprozess auf die Möglichkeit nach Automatisierungspotenzial hin gescannt wird. Dabei schlägt die Stunde der Roboter. In der Umfrage der «Technischen Rundschau» beziehen die leitenden Köpfe der wichtigsten Anbieter in der Schweiz Stellung zu diesem Thema.

Autor: Markus Schmid

In diesem Ausblick auf die Entwicklungen in der Robotik innerhalb des Bereichs Automation im Jahr 2016 war es der Redaktion extrem wichtig, dass die Interviewten bei ihrer Einschätzung auf die spezielle Situation des Schweizer Marktes fokussierten.

Es ist schliesslich augenfällig, dass sich die Robotik-Konzepte der Vorzeigeprojekte in den grossen Industrien, etwa in Deutschland oder in Japan, nicht einfach kopieren und auf Schweizer KMU-Verhältnisse «downsizen» lassen. Hierzulande bieten sich andere Herausforderungen, nur schon wegen geringerer Losgrössen und der damit verbunden Forderung nach hochflexiblen Anlagen. Es ergeben sich aber auch andere Chancen. In diesem Zusammenhang sprachen wir am Rand auch immer den Aspekt Industrie 4.0 an. Dieses Konzept beinhaltet bekanntlich, dass Losgrösse 1 in einer vollautomatisierten Produktion umgesetzt werden kann. Erstaunlicherweise liefen hier die Meinungen ziemlich weit auseinander.

Einig waren sich die Interviewten jedoch in dem Punkt, dass auch in der Schweiz zunehmend der Einsatz von Robotern notwendig sein wird, um die Produktion und damit Arbeitsplätze in der Schweiz zu halten.

«Die Schweizer Markt folgt klar dem weltweiten Trend»

Herr Zingg, wie wichtig schätzen Sie das Thema Robotik in der Automation in der Schweizer KMU-Landschaft angesichts der aktuellen Entwicklungen ein?

Die Automatisierung wird für den Werkplatz Schweiz gesamthaft immer wichtiger als wirksames Mittel, um die Verlagerung von Produktionen in Niedriglohnländer zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Die Robotik ist als Teil der Automatisierung, speziell in der Schweiz, ein interessanter Bereich, da sie für unsere KMU-basierte Wirtschaft die notwendigen flexiblen Lösungen bieten kann. Entsprechend verzeichnen wir eine anhaltend hohe Nachfrage nach Industrierobotern, und wir sind überzeugt, dass sich diese im Verlauf des Jahres noch leicht steigern wird.

Wie wichtig sind vor diesem Hintergrund die kollaborativen Roboter?

Die kollaborativen Roboter erschliessen einen ganzen neuen Bereich für die Automation. Im Gegensatz zu den bekannten Industrierobotern, die sich durch hohe Nutzlasten und höchste Geschwindigkeiten auszeichnen – und genau darum einen Sicherheitszaun benötigen – ist unser kollaborativer zweiarmiger Roboter «YuMi» so de- signt, dass er gefahrlos mit dem Menschen zusammen arbeiten kann. Mit YuMi können wir Handarbeitsplätze teilweise automatisieren. Zusammen mit der vereinfachten Programmierung sehen wir enormes Potenzial, die Produktionen von kleinen und mittleren Betrieben noch produktiver zu gestalten und die Ressourcen der qualifizierten Mitarbeiter für komplexe und wertschöpfende Tätigkeiten frei zu halten.

Werden Roboter in der Schweizer Industrie eher Arbeitsplätze schaffen, vernichten oder sogar den immer wieder beschworenen Fachkräftemangel beheben helfen?

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass zusammen mit der Automatisierung stets Arbeitsplätze geschaffen wurden. Als Beispiel nennen wir gerne die Firma PB Swisstools, die seit über 30 Jahren Industrieroboter einsetzt. Die Firma ist international erfolgreich und hat nach eigenen Aussagen bis heute noch keinen einzigen Mitarbeiter aufgrund eines Roboters entlassen müssen. Wir glauben, dass dies auch in Zukunft so sein wird. Wenn die Roboter-basierte Automation in erster Linie für repetitive, monotone, ungesunde oder sogar gefährliche Arbeiten eingesetzt wird, hilft sie mit, Fachkräfte für andere Arbeiten frei zu halten. Entsprechend wirkt dies auch dem Fachkräftemangel entgegen.

Welche Neuheiten zum Thema Roboterisierung haben Sie für dieses Jahr im Programm?

Wir werden unsere YuMi-Familie mit einer einarmigen Version ergänzen! Ausserdem stellen wir bereits im ersten Quartal 2016 drei neue Scara-Roboter vor. Damit stellt sich ABB im Bereich der Kleinteilemontage besser auf. Für die Schweizer Industrie, speziell die Uhrenindustrie, sind dies sehr interessante Neuheiten.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach den von Ihnen vertriebenen Robotik-Lösungen?

Der Markt in der Schweiz folgt in diesem Bereich klar dem weltweiten Trend. Der Bedarf an Industrierobotern steigt stetig. Zusätzlich bieten wir mit unseren Produkten, Standardlösungen und Dienstleistungen einen einfachen Einstieg in die Robotik. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in den kommenden Jahren eine wachsende Nachfrage an Robotern verzeichnen werden.

«Robotik ist entscheidender Wirtschaftsfaktor geworden»

Herr Thurnherr, wie wichtig schätzen Sie das Thema Robotik in der Schweizer KMU-Landschaft ein?

Die Robotik/Automation hat in den vergangenen Jahren markant an Bedeutung gewonnen. Sie hat sich zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Dank ihr lassen sich Prozesse in den verschiedensten Industrien und Bereichen optimieren und effizienter gestalten, was für die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Unternehmen essenziell ist. Ich denke da vor allem an die Maschinen- und Fertigungsindustrie und die Pharmabranche.

Wie wichtig sind vor diesem Hintergrund die kollaborativen Roboter?

Mit ihren Eigenschaften – einfache Programmierung, Flexibilität in der Anwendung, schnelle Umrüstung – eignen sie sich für vielfältige Einsätze in direkter Zusammenarbeit mit Menschen. Bei vielen Anwendungsmöglichkeiten kann man so auf Schutzzäune verzichten. Ein grosser Vorteil für KMU, bei denen enge Platzverhältnisse herrschen.

Werden Roboter in unserer Industrie eher Arbeitsplätze schaffen, vernichten oder sogar den Fachkräftemangel beheben helfen?

Ich bin überzeugt, dass Robotik-Automationslösungen ein entscheidender Treiber für die Weiterentwicklung von Unternehmen und die Steigerung der Produktivität sind. In unserem Hochlohnland mit Fachkräftemangel in vielen Bereichen werden solche Lösungen dazu beitragen, diesen zu entschärfen, weil sie unbemannte Schichten ermöglichen. Investitionen in diesem Bereich machen Unternehmen konkurrenzfähiger. Diese können Personal für weitere Aufgaben einsetzen und potenziell neue Aufträge und Kunden gewinnen.

Welche Neuheiten zum Thema Roboterisierung haben Sie für dieses Jahr im Programm?

Die Weiterentwicklung der kollaborierenden Roboter werden wir interessiert verfolgen und diese entsprechend den Bedürfnissen unserer Kunden einsetzen. Auch unsere eigene Produktpalette mit standardisierten Automationslösungen werden wir weiter ergänzen und mit zusätzlichen Funktionalitäten – etwa für das Maskieren – ausrüsten.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Ihren Robotik-Lösungen?

Wir verzeichnen eine gute Nachfrage in den verschiedensten Bereichen. Wir hoffen natürlich, dass sich diese Tendenz weiter verstärkt. Durch unsere breite Produktepallette mit BFM, BFS, BBU und weiteren, erhalten unsere Kunden nicht nur einen Roboter, sondern hochwertige Automationslösungen, die an sich verändernde Bedürfnisse angepasst werden können. Zudem sind Automationslösungen mit kollaborierenden Robotern vergleichsweise preiswerter als herkömmliche Robotiklösungen, die aufgrund eines Schutzzaunes einen höheren Platzbedarf haben. Kollaborierenden Roboter erleichtern also KMU mit beschränkten finanziellen Möglichkeiten den Einstieg in die Automation.

«Der Robotikmarkt ist ein klarer Wachstumsmarkt»

Herr Salvagno, wie wichtig schätzen Sie das Thema Robotik in der Automation in der Schweizer KMU-Landschaft angesichts der aktuellen Entwicklungen wie Industrie 4.0 ein?

Der Robotikmarkt ist ein klarer Wachstumsmarkt. Produktionsprozesse werden mit Robotern optimiert und Produktionskapazitäten erhöht. In der momentanen Wirschaftssituation wirkt sich dies sicher positiv aus. Dies betrifft nur am Rande Industrie 4.0, denn dort geht es eher in Richtung Digitalisierung.

Wie wichtig sind vor diesem Hintergrund die kollaborativen Roboter?

Das hängt von den jeweiligen Prozessen ab. Das oben Gesagte gilt uneingeschränkt auch für die kollaborativen Roboter.

Werden Roboter in der Schweizer Industrie eher Arbeitsplätze schaffen, vernichten oder sogar den Fachkräftemangel beheben helfen?

Die Entwicklung wird gewisse Arbeitsplätze eliminieren. Viele werden jedoch auch gesichert, wenn durch Roboterisierung die Produktion in der Schweiz gehalten werden kann. In Entwicklungsabteilungen werden Arbeitsplätze gesichert, in der Informatik und Mechatronik werden sogar neue geschaffen, etwa um Roboter einzurichten, zu parametrieren und zu programmieren. Den Fachkräftemangel wird diese Entwicklung nicht beheben helfen, da die Industrie in Zukunft mehr Fach- als Hilfskräfte brauchen wird.

Welche Neuheiten zum Thema Roboterisierung haben Sie für dieses Jahr im Programm?

Mit «OpenRobotics» beschreitet B&R zusammen mit dem Roboterhersteller Comau neue Wege bei der Integration von Robotern in Maschinen und Anlagen. Getrennte Steuerungen oder Gateways für Roboter und Maschine sind passé. Die Robotersteuerung OpenRobotics wird in die Maschinensteuerung integriert. Damit wird eine durchgängige, einheitliche Programmierung aller Anlagenkomponenten inklusive der eingesetzten Roboter erreicht, ganzheitliche Diagnose-, Bedien- und Wartungskonzepte werden für die Gesamtanlage implementierbar.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Ihren Robotik-Lösungen?

Die Nachfrage steigt klar an.

«Ein Betrieb, der Roboter anschafft, wird konkurrenzfähiger»

Herr Rottet, wie wichtig schätzen Sie das Thema Robotik in der Schweizer KMU-Landschaft angesichts der aktuellen Entwicklungen ein?

Die Lage in unserer KMU-Landschaft ist kritisch. Bedingt durch den starken Franken fehlt heute bei vielen produzierenden Firmen die nötige Marge, um weiter zu existieren. Als mögliche Sparmassnahme für die Zukunft bietet sich eine Investition in die Industrie-Automation und Robotik an. Solche Investitionen bieten den Vorteil einer etwas gesteigerten Flexibilität in Bezug auf die Auslastung der Produktionskapazitäten und der direkten Kosten. Das Gesamtpotential an weiteren Schritten in diese Richtung schätze ich hoch ein. Vielen KMU werden für die Sicherung ihres Produktionsstandorts in der Schweiz in die Industrie-Automation investieren. Der neue Industrie-4.0-Standard wird sich bei grossen Unternehmen zunehmend durchsetzen. Für KMU ist es jedoch ein grosser Schritt, und ich denke, dass dieser für einen Teil von ihnen aktuell eine zu hohe Investition darstellt.

Wie wichtig sind vor diesem Hintergrund die kollaborativen Roboter?

Kollaborierende Roboter werden in Zukunft schrittweise Einzug in unsere Produktionslandschaft halten. Dabei sind die zu verrichteten Arbeiten nicht mit der Industrierobotik zu vergleichen. Die gestellten Aufgaben sind differenzierter. Dabei entsteht ein neuer Markt. Speziell KMU werden in Zukunft zunehmend auf kollaborierende Roboter setzen, die Menschen bei gewissen Aufgaben unterstützen. Diese Roboter sind oft auch einfacher zu integrieren, da der Platzbedarf geringer ist als bei Industrierobotern. Auch werden die kollaborierenden Roboter mehr Vertrauen bei den Produktionsmitarbeitern schaffen, da sie Hand in Hand mit ihnen zusammenarbeiten.

Werden Roboter in der Schweizer Industrie eher Arbeitsplätze schaffen, vernichten oder sogar den immer wieder beschworenen Fachkräftemangel beheben helfen?

Ich beschäftige mich nun seit fast 30 Jahren mit der Thematik Robotik und immer wieder kommen diese Fragen auf. Bis heute hat die Robotik keine Arbeitsplätze vernichtet – im Gegenteil, es wurden Arbeitsplätze geschaffen. Ein Betrieb, der Roboter anschafft, wird konkurrenzfähiger und kann sich dem internationalen Wettbewerb besser stellen. Somit ist eher eine Absatzsteigerung als ein Absatzrückgang feststellbar. Das produzierende Personal wird entweder auf diesen neuen Technologien ausgebildet, womit auch eine interessantere Arbeit entsteht, oder es wird intern versetzt. Die Verlagerung von Arbeitskräften bei steigendem Einsatz von Industrie-Automatisierung und Robotik könnte man als negative Auswirkung sehen. Und es werden dadurch ganz klar weniger unqualifizierte Arbeitskräfte benötigt, die einfachste Arbeiten manuell verrichten.

Welche Neuheiten zum Thema Roboterisierung haben Sie für dieses Jahr im Programm?

Bei Fanuc steht die Entwicklung nie still. Es werden weitere neue Robotermodelle auf den Markt kommen. Im Bereich der kollaborativen Roboter werden zu dem grünen Roboter «CR-35iA» mit 35 kg Traglast, noch weitere kleine und flinke Modelle dazukommen. In diesem Jahr bringen wir die sehr leistungsfähige Serie «M-20iB» auf den Markt. Sie zeichnet sich durch eine um 23  Prozent gesteigerte Leistung bei Genauigkeit, und Dynamik gegenüber der aktuellen Serie «M-20iA» aus. Zusätzlich wird diese Serie neben der Standardversion auch als Reinraum-, Food- und waschbeständiger Roboter lieferbar sein.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach den von Ihnen vertriebenen Robotik-Lösungen?

Die Nachfrage nach Roboterlösungen steigt. Verschiedene neue Branchen, die bis vor kurzem vor allem Linearsysteme einsetzten, kommen mehr und mehr auf den Geschmack was die standardisierten Industrie- oder kollaborierenden Roboter angeht. Auch der Zwang, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, fördert den Robotereinsatz. Dabei spielt die höhere Flexibilität, die sehr hohe Verfügbarkeit, aber auch sinkende Preise der Roboter eine entscheidende Rolle.

«Roboterisierung steigert die Nachfrage nach Fachkräften»

Herr Bocale, wie wichtig schätzen Sie das Thema Robotik in der Automation in der Schweizer KMU-Landschaft angesichts aktueller Entwicklungen wie Industrie 4.0 ein?

Über Industrie 4.0 wird in Medien und Politik momentan viel geredet. Ich denke, diese Entwicklung wird noch eine Weile dauern, obwohl erste Grundsteine gelegt sind und die Bereitschaft steigt. Allerdings wird es auf dem Weg zur Industrie 4.0 grundlegend sein, die beiden Welten Industrie und Informatik an einen Tisch zu bringen. Das wiederum könnte sich als Herausforderung erweisen, da diese Bereiche wie auch deren Kulturen doch sehr verschieden sind. Ein grosses Thema, das nicht unterschätzt werden darf, ist zudem der Datenschutz. Diesen vorgängig zu regeln wird ebenfalls in meinen Augen eine grosse Herausforderung sein.

Wie wichtig sind vor diesem Hintergrund die kollaborativen Roboter?

Kollaborierende Roboter, also HRC, sind sehr wichtig. Wir haben dies an der Messe IREX in Tokyo gesehen. Alle namhaften Roboterhersteller stellten dort einen solchen Roboter vor.

Werden Roboter in der Schweizer Industrie eher Arbeitsplätze schaffen, vernichten oder sogar den immer wieder beschworenen Fachkräftemangel beheben helfen?

Ob sie Arbeitsplätze schaffen oder vernichten ist sehr spezifisch zu betrachten und nicht in ein paar Zeilen zu beantworten. Sicher ist jedoch, dass die Nachfrage nach Fachkräften erheblich steigen wird.

Welche Neuheiten zum Thema Roboterisierung haben Sie für dieses Jahr im Programm?

Kuka hat soeben die neue «KR Cytec nano»-Serie lanciert. Deren Traglasten liegen im Bereich von 6 bis 10  kg, sie ist sehr kompakt, schlank und schnell. Zudem wurde die Reichweite erhöht. Damit setzen wir neue Standards für das Marktsegment General Industry.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach den von Ihnen vertriebenen Robotik-Lösungen?

Die Nachfrage nach unseren Robotiklösungen nimmt immer mehr zu. Nicht nur aus dem Industriesektor, wo man bemüht ist, die Herstellungskosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen. Auch aus dem Event- und Showbusiness kommen immer mehr Anfragen, da dort der Wunsch wächst und der Druck auf die Akteure steigt, Produkte auf innovative Art zu präsentieren.

«Der Fachspezialist wird zum Visionär»

Herr Ramp, wie wichtig schätzen Sie das Thema Robotik in der Schweizer KMU-Landschaft aktuell ein?

Die Schweizer Wirtschaft wird nicht ohne weitere Investitionen in die Industrie-Automation auskommen. Nur so können wir wertschöpfende Tätigkeiten, insbesondere im Maschinenbau, in der Schweiz halten. Firmen, die weiterhin aktiv investieren und die Grenzen ausreizen, werden erfolgreich sein und bleiben. Andere werden vom Markt verschwinden. Der Einfluss von Industrie 4.0 ist bereits spürbar und wird definitiv in der mittleren Zukunft die Automatisierung und damit die Effizienzsteigerung weiter voran bringen. Industrie 4.0 wird dann den Durchbruch schaffen, wenn genügend kompatible Produkte auf dem Markt sind. Dies wird auch die Schweizer KMU treffen. Allerdings sind wir in der Schweiz keineswegs in der Vorreiterrolle in Bezug auf die Förderprojekte. Andere Länder sind hier weit offensiver.

Wie wichtig sind vor diesem Hintergrund die kollaborativen Roboter?

Diese Form der Automatisierung ist für viele noch neu. Es wird aber zahlreiche Anwendungen geben, bei denen in Zukunft kollaborierende Roboter eingesetzt werden. Dies betrifft vor allem Anwendungen, in denen der Mensch den Roboter als Unterstützung nutzen kann. Es wird aber nicht alle Anwendungsgebiete betreffen. Stand-Alone-Lösungen, die autonom funktionieren, werden dies weiterhin so tun. Eine geeignete Gesetzgebung dazu ist noch offen.

Werden Roboter in der Schweizer Industrie eher Arbeitsplätze schaffen, vernichten oder sogar den Fachkräftemangel beheben helfen?

Obwohl Roboter aus erster Sicht Arbeitsplätze ersetzen, werden sie längerfristig durch die erreichte Produktivitätssteigerung Arbeitsplätze schaffen. Dies hat sich auch in unserem Stammhaus gezeigt. Wir sind dadurch äusserst konkurrenzfähig geworden. Heute erkennen selbst die Mitarbeiter den Nutzen und schlagen selbständig Neuerungen vor. Der Fachspezialist wird immer mehr zum Visionär, der erkennen muss, wo und wie automatisiert werden kann.

Welche Neuheiten zum Thema Roboterisierung haben Sie für dieses Jahr im Programm?

Bei uns stehen diverse Neuigkeiten an. Im Vordergrund steht die Einführung des gerade eben lancierten, verbesserten Greifers «PGN-plus permanent», der sich durch markant höhere Belastbarkeit auszeichnet, sowie die Erweiterung des «PGN-plus» auf die elektrische Ausführung. Das neue manuelle Wechselsystem «SHS» wird es zulassen, eine Vielzahl zusätzlicher elektrischer Signale und Fluide an den Greifkopf zu führen, um damit noch mehr Anwendungen abzudecken. Auch im Bereich der Kraft-Momente-Sensoren sind Neuheiten in Vorbereitung.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Ihren Robotik-Lösungen?

Vor allem im Bereich des Be- und Entladens von Werkzeugmaschinen erkennen wir eine deutlich höhere Nachfrage. Rüstzeiten senken und Laufzeiten erhöhen sind Schlüsselthemen, auf die wir immer wieder stossen. Zahlreiche Firmen erkennen, dass es ohne Investitionen in automatisierte Lösungen kaum gehen wird. Automationslösungen für Losgrösse 1 sind problemlos realisierbar.

ABB Schweiz AG Robotics
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Marc Zingg, Local Business Unit Manager Robotics ABB Schweiz AG


Markus Thurnherr, Mitglied der Geschäftsleitung Bachmann Engineering AG


Paolo Salvagno, Geschäftsführer B&R Industrie-Automation AG


Pierre Rottet, Sales Leader Roboter Fanuc Switzerland GmbH