Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2016, 07.10.2016

«Wiedererstarken lokaler Werkzeughersteller»

Wie sehr die digitale Revo-lution auch die Kunststoffindustrie beeinflusst, zeigt ein Blick auf den nordamerikanischen Markt: Dort existiert ein verstärkter Trend hin zu Software für digitales Design und Produktion. Die K-Messe in Düsseldorf greift dieses Thema ebenfalls auf.

(pi) Der zunehmende Einsatz moderner Materialien, die scheinbar widersprüchliche Eigenschaften in einer Konstruktion zusammenführen wie beispielsweise extrem hohe Festigkeit und sehr geringes Gewicht, fördern den Einsatz moderner Design-Tools. Da häufig unkonventionelle Konstruktionen gefordert sind, um das volle Potenzial dieser Materialien auszuschöpfen, brauchen Entwickler Software, die ihnen das Experimentieren mit und die Produktion von bahnbrechenden Designs erlaubt.

Zu den Anbietern, die moderne Entwicklungs- und Produktionswege mit Nachdruck verfolgen, gehört unter anderem Siemens, dessen PLM-Software «NX» eine Vielzahl von Funktionen in einem stetig wachsenden Programmangebot bietet. Die NX-Software ist eine Plattform, auf der Entwickler oder Form- und Werkzeughersteller mit integrierter Software für eine Reihe von Anwendungen im Rahmen der Produktentwicklung aufsetzen können. Die Softwareintegration ermöglicht den Anwendern den nahtlosen Übergang von der Entwicklung über die Produktqualifizierung, Formentwicklung bis hin zur Maschineneinrichtung und Produktion.

Insbesondere die Effizienzsteigerung und Kosteneinsparungen bei der Formherstellung können die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Formlieferanten aus Asien und anderen Regionen verbessern. «Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren beim Bezug von Formen ausländische Anbieter in Betracht gezogen, um Geld zu sparen», erklärt Paul Brown, Senior Marketing Director für den Bereich NX Product Engineering. «Jetzt sehen wir ein Wiedererstarken lokaler Werkzeughersteller und ihrer Geschäfte.»

Ein weiterer wichtiger Global Player im Bereich Software für Entwicklung, Werkzeugherstellung und Produktion ist Dassault Systèmes. Mit seinen Marken «Catia», «SolidWorks» oder «Delmia» bietet das Unternehmen integrierte Lösungen, die die Produktentwicklungszeit reduzieren. Bei SolidWorks zum Beispiel können es um 20 bis 50 Prozent sein, sagt Lotfi Derbal, Senior Product Portfolio Manager.

Zu deren aktuellen Innovationen gehört Software zur Simulation von maschinellen Bearbeitungsschritten und zum Testen von Spritzguss-parametern vor der Produktion. SolidWorks arbeitet gemeinsam mit einer amerikanischen Universität an diesem Projekt. Ende 2016 könnte eine entsprechende Aussage zur Softwareentwicklung erfolgen.

Eine weitere aktuelle Entwicklung, die möglicherweise auf der K 2016 gezeigt wird, ist «Functional Generative Designer» von Catia: Die Software erlaubt die Optimierung des Kühlsystems einer Form, egal ob sie durch herkömmliche Metallbearbeitung oder durch generative Fertigungsverfahren hergestellt wird, um die Teileproduktion und -eigenschaften zu verbessern. «Mit diesem Ansatz werden die Designer in der Lage sein, eine ganze Reihe überraschender Formen zu entwickeln und im Spritzguss herzustellen», sagt Fabrice Agnes, Engineering Portfolio Management Director. Kommendes Jahr wird dann eine Druckgusssoftware für 3D-Design und -Simulation von Automobil- und Verbundbauteilen erwartet.

Dassault Systèmes Zurich
8001 Zürich, Tel. 044 562 72 14
www.3ds.com/de

K 2016 Halle 10 Stand A40

Messe Düsseldorf
DE-40474 Düsseldorf, Tel. +49 211 45 60 01
www.k-online.de

Siemens Industry Software AG
8047 Zürich, Tel. 044 755 72 72
info.ch.plm@siemens.com



Die K 2016 zeigt die aktuellsten Trends rund um das Thema Produkt- und Formentwicklung, Simulation und generative Verfahren für die Kunststoffindustrie. (Bild: K-Messe)


Effiziente Design-Tools wie NX können die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Formlieferanten aus Lowcost-Countries verbessern. (Bild: Siemens)


Fact Sheet

K 2016

Die weltweit bedeutendste Messe der Kunststoff- und Kautschukindustrie präsentiert 2016 wieder das gesamte Angebotsspektrum der Branche: vom neuesten Stand der Technik über wegweisende Innovationen bis hin zu visionären Entwicklungen. Zur letzten Veranstaltung 2013 besuchten knapp 220 000 Fachbesucher aus 140 Ländern die Stände der rund 3200 Aussteller.

  • Was: K-Messe, Internationale Messe für die Kautschuk- und Kunststoffindustrie
  • Wo: Messe Düsseldorf
  • Wann: 19. bis 26. Oktober, täglich von 10:00 bis 18:30 Uhr
  • Tickets: Tageskarte online Euro 49,-, 3-Tages-Karte online Euro 108,-
  • Weitere Informationen zur Messe und Anreise: www.k-online.de