Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2016, 06.10.2016

Bediengeräte liegen im Trend

Eine unabhängige Studie zum Bediengerätemarkt in Deutschland belegt, dass der Einbau von HMI-Bediengeräten als Benutzerschnittstellen unter Maschinenbauern weiterhin wächst. Zum Schweizer Markt existiert keine entsprechende Studie, aber es kann davon ausgegangen werden, dass sich die Resultate nicht fundamental von denen aus dem deutschen Markt gewonnenen unterscheiden.

(msc) Knapp jeder zweite deutsche Maschinenbauer rechnet in Zukunft mit einem steigenden Bedarf an HMI «Human Machine Interfaces» (HMI) und nicht einmal 1 Prozent von ihnen erwartet eine Abnahme. Zukünftige Veränderungen in diesem Markt betreffen vor allem den Ausbau von unterschiedlichen Anbindungen an das Bediengerät, wie beispielsweise mit Echtzeit-Ethernet, Wireless und/oder OPC UA sowie den Einsatz von Apps.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle unabhängige Studie, die von Dipl.-Betriebswirtin Michaela Rothhöft, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachhochschule Südwestfalen, freiberuflich durchgeführt wurde. Der Arbeitskreis Steuerungstechnik des VDMA Fachverbands Elektrische Automation hat sie dabei konzeptionell unterstützt.

Im Rahmen der Wiederholung einer Studie der FH Südwestfalen aus dem Jahr 2002 gaben im Januar/Februar 2016 deutschlandweit 349 Maschinenbauer und Ingenieurbüros Auskunft über Kaufverhalten, technische Anforderungen und zukünftige Entwicklungen im Bereich Maschinenbedienung.

Die Nachfrage nach dieser Technologie ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Während 2002 lediglich 23 Prozent der Maschinenbauer 100 und mehr Bedienplätze jährlich ausgestattet haben, sind es heute 39 Prozent. Im Nahrungsmittelmaschinenbau trifft dies sogar auf 50 Prozent zu. Die Maschinenbauer setzen heute am häufigsten Bedieneinheiten ein, die entweder ausschliesslich mit Touchscreen ausgestattet sind oder bei denen Touchscreen und Tastatur kombiniert werden. Bedieneinheiten mit Textanzeige haben im Vergleich zu 2002 stark an Bedeutung verloren.

Im deutschen Maschinenbau sind Bediengeräte der Firma Siemens nach wie vor mit grossem Abstand am weitesten verbreitet. Während traditionelle Bediengerätehersteller, wie zum Beispiel die Firma Beijer, die vor einigen Jahren die Firma Lauer übernommen hat, an Bedeutung verloren haben, haben die Anbieter Beckhoff und B&R deutlich gewonnen. Sicherlich mit zu dieser Entwicklung beigetragen hat die Tatsache, dass die Möglichkeit, alles aus einer Hand zu erhalten, hinter den technischen Anforderungen und der Qualität an dritter Stelle der Kaufentscheidungsgründe für ein Bediengerät steht.

Michaela Rothhöft DE-58675 Hemer, Tel. +49 2372 501 180 rothhoeft@marktstudien.org



Die Autorin der Studie, Michaela Rothhöft.


Anzahl der jährlich ausgestatteten Bedienplätze. (Grafiken: Rothhöft)


Verwendete Arten von Bediengeräten