Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2016, 06.10.2016

Industrie 4.0 braucht in der IT Business-Lösungen

Die wichtigste Voraussetzung für Industrie 4.0 ist eine IT, welche die grossen Datenmengen nicht nur sammelt und speichert, sondern darüber hinaus nutzbringend korreliert und aufbereitet zur Verfügung stellt. Dazu müssen «Advanced Analytics», wie sie auf Business-Ebene eingesetzt werden, in der IT Einzug halten. Dies gelingt mit SIEM-Tools.

(msc) Die wichtigste Voraussetzung für Industrie 4.0 ist eine funktionierende IT, die die grossen Datenmengen nicht nur sammelt und speichert, sondern darüber hinaus nutzbringend korreliert und aufbereitet zur Verfügung stellt. Den Stellenwert von IT in Unternehmen und die Einsatzmöglichkeiten von Business Intelligence im Hinterkopf, stellt sich die Frage: Warum bleiben prognostizierende Analyseverfahren – sogenannte Advanced Analytics – den reinen Business-Anwendungen vorbehalten, wo doch IT und ihr reibungsloser Betrieb längst zum geschäftskritischen Faktor geworden sind?

Industrie 4.0, Internet of Things (IoT) und digitale Transformation bleiben lediglich Buzzwords und Hypes, wenn die IT nicht ganzheitlich in die unternehmerische Strategie eingebunden wird. Denn genau hier werden die enormen Mengen an Maschinendaten, die durch den technologischen Fortschritt generiert werden, gespeichert und zu Informationen für Hersteller und Kunden aufbereitet. Die Rolle der IT im Unternehmen hat sich damit bereits massgeblich verändert: Vom reinen Dienstleister für die Business Units hat sie sich zu einem der wichtigsten Unterstützungsprozesse der Wertschöpfungskette entwickelt.

Viele Unternehmen haben ihre klassischen Business-Intelligence-Lösungen erweitert und setzen Advanced-Analytics-Verfahren für die Steuerung des Kerngeschäftes ein. Der Rechenzentrumsbetrieb bleibt dabei jedoch ein blinder Fleck: Zwar sammelt und korreliert die IT heute schon im Auftrag der Fachabteilungen Daten, dieser technologische Fortschritt wird in der zugrundeliegenden IT-Infrastruktur aber selbst kaum effektiv und vor allem kaum strategisch eingesetzt. IT-Abteilungen schneiden traditionelle Monitoring- und Reporting-Lösungen auf ihre Bedürfnisse zu. Diese manuellen Verfahren sind teilweise noch im Einsatz und dienen zur Benachrichtigung von Service Desk und Administration. Der verantwortliche Fachmann bekommt die Überschreitung eines Schwellwerts, eine Störung oder den Ausfall eines Systems gemeldet. Nun muss er auf Basis dieses Wissens und seiner Erfahrung den Vorfall einordnen und eine Entscheidung treffen.

Das bedeutet, dass Massnahmen immer nur reaktiv ergriffen werden; und zwar erst dann, wenn ein System aufgrund eines Ausfalls bereits gestört ist (Descriptive Analytics). Im Idealfall kann dabei festgestellt werden, warum es zum genannten Störfall kam (Diagnostic Analytics). Was fehlt, ist der vorausschauende Blick in die Zukunft, um den IT-Betrieb und die von ihm abhängigen Geschäftsprozesse gar nicht erst zu beeinflussen.

Um diese Prognosen zu erzielen, müssen die im Kerngeschäft genutzten, proaktiven Methoden von Business Intelligence auf die IT übertragen werden. Mit Advanced Analytics lassen sich Trends und Störungswahrscheinlichkeiten vorhersehen. Komplexe Analyseverfahren erlauben durch den Vergleich von aktuellen und Vergangenheitsdaten, Risiken frühzeitig zu erkennen. Dies funktioniert mittels vorausschauender Lösungen, die nicht nur IT-Komponenten oder Services überwachen, sondern auf Basis der gesammelten und ausgewerteten Informationen in der Lage sind, Anomalien zu erkennen und zu melden bevor eine Störung eintritt.

Technisch möglich wird dies durch SIEM-Systeme (Security Information and Event Management). Intelligente Tools – unter anderem von Splunk, HP und IBM – lösen die traditionelle Art des Monitorings und Reportings ab. Die Stärke dieser Lösungen liegt in der Fähigkeit, in Echtzeit unterschiedliche Datenformate zu indizieren und miteinander zu korrelieren.

Die Masse der vorliegenden Daten in Bezug zueinander zu setzen und die richtigen Zusammenhänge zu erfragen, schafft echte Informationen und klare Mehrwerte für Unternehmen. So kann unter Umständen bereits Wochen oder Monate vor einem möglichen Desaster erkannt werden, dass beispielsweise ein Speichersystem keine weiteren Kapazitäten besitzt. Eine potentiell defekte Komponente kann präventiv gewartet oder ersetzt und ein Störfall so vermieden werden. Nicht nur das: Mit Advanced Analytics ist es IT-Verantwortlichen möglich, die technische Leistungsfähigkeit der IT-Umgebung sicher zu berechnen, darzustellen und unter ökonomischen Gesichtspunkten zu optimieren.

Diese schnelle und konzentrierte Übersicht über die Verfügbarkeit der technischen und kaufmännischen IT-Ressourcen ist für Unternehmen zwingend notwendig, um schnell und flexibel auf die Anforderungen von Industrie 4.0 reagieren zu können.

Die Implementierung und der Betrieb der SIEM-Tools stellt Administratoren und IT-Verantwortliche dabei gleichermassen vor eine grosse Herausforderung: Denn SIEM ist kein Tool von der Stange, das mit einem einfachen Regelwerk in Betrieb zu nehmen ist. Eine Vielzahl von Aspekten ist zu berücksichtigen, um SIEM auf die jeweilige Organisationsstruktur masszuschneidern. Mit Unterstützung durch erfahrene Analyseexperten können Unternehmen diese Herausforderung meistern und Advanced Analytics für ihr Business gewinnbringend einsetzen.

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Erst wenn eine IT-Abteilung mit Business Tools und Advanced Analytics arbeitet, wird sie Industrie-­4.0-tauglich. (Bild: Fotolia)