Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2016, 07.10.2016

Jede Facette der Produktionsautomation

Die Motek, deren 35. Ausgabe vom 10. bis 13. Oktober in der Messe Stuttgart über die Bühne geht, ist anerkanntermassen die international führende Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung, für Zuführ- und Handhabungstechnik. Die «Technische Rundschau» wirft einen Blick auf die diesjährigen Trendthemen und präsentiert ausgesuchte Lösungen.

(msc) Ende August betrug der Buchungsstand beim Motek-Veranstalter über 900 Aussteller aus 27 Nationen. Das lässt vermuten, dass sich die Besucher Mitte Oktober in den sechs Messehallen fast 1000 Ausstellern gegenüber sehen werden. Die Zahl steht für das umfassendste Angebot an Technologien, Produkten, Baugruppen, Teil- und Subsystemen für die Produktionsautomatisierung sowie Komplett­anlagen für die stückzahlflexible Variantenmontage in allen Chargengrössen weltweit.

Natürlich wird auch in Stuttgart Industrie 4.0 ein Thema sein, etwa im Rahmenprogramm mit der «I 4.0 Arena of Integration». Diese Sonderfläche ist aber nur ein Puzzleteil. Die Messeleitung sieht die wirklichen Stärken bei diesem Thema zum einen in der Präsentation aller für die Produktions- und Montageautomatisierung benötigten Komponenten und Baugruppen, zum anderen in der Vorstellung andock- oder integrationsfähiger Teil- und Subsysteme sowie fertiger Montagelösungen.

Damit deckt die Messe sämtliche Industrie-4.0-orientierten Produktions-, Automatisierungs- und Kommunikations-Strukturen ab und sieht sich damit als «I-4.0-Motor der globalen Produktions-Netzwerke».

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der Robotik: Nicht weniger als 150 Hersteller von Robotern, Montageanlagen, Sondermaschinen und roboterintegrierten Systemlösungen geben auf ihren Aktionsflächen einen Überblick über die Anwendungsmöglichkeiten der modernen Roboter- und Handhabungstechnik in der Produktions- und Montageautomatisierung. Dabei wird sicher auch die Show der robotergestützten Lösungen nicht zu kurz kommen.

Das Winterthurer Unternehmen Kistler präsentiert an der diesjährigen Motek zum ersten Mal die neue, elektromechanische Fügeeinheit NCFE (E für Economy). Das neue Modul wurde speziell für Anlagenbauer und Betreiber von konventionellen Kraftpaketen entwickelt. Funktionalität und Design sind bei der NCFE bewusst auf einfache Fügeaufgaben ausgelegt.

Anlagenbauer wie auch Betreiber profitieren mit der NCFE von einem vorgetesteten System mit integrierter Prozesssteuerung. Die einheitliche Bedienphilosophie aller Prozessüberwachungssysteme der Winterthurer gewährleistet die nahtlose Integration in eine übergeordnete Produktionsumgebung. Das NCFE ist für Anwendungen im Messbereich von 10 bis 80 kN erhältlich.

Mit dem NCFR-Fügemodul präsentiert Kistler zudem ein System, das neben dem klassischen, linearen Fügeprozess auch sequenziell und sogar gleichzeitig eine kontrollierte Drehbewegung des Stössels durchführen kann.

Wie die gesamte Familie der NC-Fügesysteme bieten die Produktneuheiten hohe Flexibilität und Dynamik, verbunden mit einer intuitiven Bedienung. Dank der verwendeten Servoverstärker lassen sich alle durchgeführten Verfahrbewegungen hochpräzise regeln. Zudem können aufgrund der Messbereichsumschaltung der NCFH-Fügesysteme ganz unterschiedliche Bauteile auf ein und derselben Anlage hergestellt werden.

Erstmalig ist Universal Robots mit einem eigenen Stand auf der Motek vertreten. Der dänische Pionier in der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) demonstriert die neuesten Lösungen, Serviceangebote und Zubehörteile rund um seine sechsachsigen Roboterarme UR3, UR5 und UR10. Der auf Leichtbauroboter spezialisierte Systemintegrator Faude stellt als eigenentwickelte Neuheit ein kabelloses Bedienpanel für UR-Roboter vor. Es verfügt über einen dreistufigen Zustimmtaster und eine Wlan-Schnittstelle für eine flexible, sichere und zuverlässige Robotersteuerung. Die einhändige ergonomische Bedienung des Panels ermöglicht erstmals die kabellose Programmierung.

Die Schweizer Denipro AG präsentiert in Stuttgart erstmals den «Car & People Mover Denimove heavy». Das Rollbandsystem bietet dank modifizierter Rahmenstruktur eine höhere Stabilität, und zudem die flexible Anordnung der lastaufnehmenden «Denirug»-Elemente. Mit der Innovation zielt der Hersteller vor allem auf die Automobilproduktion, aber auch generell auf Montagelinien von schweren Fahrzeugen und Baumaschinen. Dort lässt sich Denimove im Rohbau, in der Endmontage oder bei der Qualitätskontrolle als Werker-Mitfahrband und als Fördersystem von Karossen und Fahrzeugen einsetzen.

Das System soll als einziges Produkt auf dem Markt bei niedrigen Geschwindigkeiten in der Lage sein, absolut ruckfrei ohne Slip-Stick-Effekt zu transportieren.

IAI Industrieroboter stellt in Stuttgart das neue tragbare Bedien- und Anzeigegerät mit der Produktbezeichnung TB-02 vor. Es hat die Form eines Tablet-PCs und ist mit allen hauseigenen Produkten und Steuerungen kompatibel. Mit nur einem Gerät können Anwender die verschiedenen IAI-Produkte programmieren, angefangen bei den elektrischen Linearantrieben, Greifern und Rotationsachsen, über Tisch- und Scara-Roboter bis zu kartesischen Robotern. Das 190 × 155 × 25 mm grosse Gerät bietet einen 7-Zoll-Farb-Touchscreen.

Der Menübildschirm lässt sich über Icons bedienen. Eine interaktive Bedienerführung begleitet die einfache Programmerstellung. Lediglich Betriebsart, Position und Geschwindigkeit müssen ausgewählt werden. Zur Ausstattung gehören Funktionen zur Einstellung und Überwachung der Gateway-Einheit, eine Offboard-Tuning-Funktion zur automatischen Berechnung der optimalen Steuerparameter und ein Servo-Monitoring zur Überwachung und Prüfung der Betriebsbedingungen.

Die Eichenberger Gewinde AG zeigt auf der Motek ihre Entwicklungen. Der Hersteller hat sich der Gewindetechnik verschrieben und rollt seit fünf Jahrzehnten kundenspezifische, präzise Bewegungsspindeln. Die Erfolgsgeschichte seines europaweit ersten kaltverformten Steilgewinde-Gleittriebes mit dem gewaltigen Steigungsverhältnis 10 × 50 mm – heute bekannt als gewalzte Steilgewindespindel Speedy – begann Ende der 80er Jahre. Solch hohe gerollte Steigungen galten damals als revolutionär. Der Auslöser: Eine schweizerische Industriegesellschaft suchte eine sehr genaue und zuverlässige Antriebslösung für ein neuartiges Messsystem. Die Fertigung eines exakt arbeitenden, gefrästen Gewindegleittriebes aber war zu teuer. Also suchte der Kunde nach einer hochgenauen und zuverlässigen Gleitgewindespindel, die im kostengünstigen Gewinderollverfahren hergestellt werden konnte. Beim Gewinderollen werden die Längsfasern des Materials, anders als beim Fräsen oder Drehen, nicht zerschnitten, sondern umgelenkt. Es entsteht eine komprimierte, glatt rollierte, äusserst belastbare Oberfläche. Bei Eichenberger tüftelte man und baute Maschinen um, bis man liefern konnte.

Heute liefert Eichenberger immer noch: Spindeltypen in unterschiedlichsten Dimensionen, Steigungen und Gewindeprofilformen. Zudem werden symmetrische wie auch asymmetrische Gewindeformen entwickelt. Bisher wurden unzählige Kundenlösungen zwischen 8 ° und 120 ° Flankenwinkel gerollt. Die Form der Spindelkernpartie rückt dabei immer wieder ins Zentrum. Das Resultat sind Gewindegrundprofile mit Dachform, verschiedene Radien am Gewindekerndurchmesser, auch Radienverschmelzungen. Die bisher extremste produzierte Baugrösse ist eine Steilgewindespindel mit Durchmesser 8 mm, bei einer Steigung von 600 mm.

Eichenberger lotet die Grenzen weiterhin aus und wagt sich auch an neue Profilformen, exotische Materialien und Dimensionen. Auf Anfrage werden aussergewöhnliche Kundenlösungen erarbeitet.

Kistler Gruppe
8408 Winterthur, Tel. 052 224 11 11
info@kistler.com, www.kistler.com

Motek Halle 6 Stand 6311

Universal Robots:
Bachmann Engineering AG
4800 Zofingen, Tel. 062 752 49 49
info@bachmann-ag.com

Motek Halle 7 Stand 7304

Denipro AG
8570 Weinfelden, Tel. 071 626 47 47
info@denipro.com

Motek Halle 7 Stand 7512

IAI Industrieroboter GmbH
65824 Schwalbach, Tel. +49 6196 8895 0
info@iai-gmbh.de

Motek Halle 7 Stand 7211

Eichenberger Gewinde AG
5736 Burg, Tel. 062 765 10 10
info@gewinde.ch

Motek Halle 6 Stand 6330



Kistler präsentiert auf der Motek zum ersten Mal die neuen, elektromechanischen Fügeeinheiten (Blau im Hintergrund). (Bild: Kistler)


Das Werkermitfahrband «Denimove» dient als ergonomische Plattform, um Anbauteile zu montieren. (Bild: Denipro)


Der Urtyp der Speedy-Spindel von Eichenberger Gewinde. (Bild: Eichenberger)

Im Profil

Motek

Die vom 10. bis 13. Oktober in der Messe Stuttgart stattfindend Motek ist die weltweite Leitmesse in den Bereichen Produktions- und Montageautomatisierung, Zuführtechnik und Materialfluss, Rationalisierung durch Handhabungstechnik und Industrial Handling. Damit bildet sie die ganze Welt der Automation ab. Konstrukteure und Anwender erhalten bereichsübergreifende Lösungsansätze vermittelt, angefangen von Detaillösungen und bis hin zu schlüsselfertigen Systemlösungen.

Auf 60 000 m² Ausstellungsfläche treffen rund 1000 Aussteller auf ein internationales Publikum von rund 35 000 Fachbesuchern. Zu den Schwerpunkt-Zielgruppen zählen unter anderem der Automobil-, Maschinen- und Gerätebau, die Elektro-Industrie, die Medizintechnik und Solarproduktion; generell die metall- und kunststoffverarbeitenden Unternehmen und deren Zulieferer.

Parallel zur Motek findet immer auch die Bondexpo statt, internationale Fachmesse für Klebetechnologie. Das diesjährige Rahmenprogramm umfasst eine «I 4.0 Arena of Integration», den Gemeinschaftsstand mit Themenpark und Forum «Digitalisation@Automation» in Halle 8 und den «VDI-Tag zum Thema Digitalisierung/Big Data».

www.motek-messe.de