Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 11/2016, 11.11.2016

«Automation legt zu»

Die berufliche Aus- und Weiterbildung ist gerade für Hightech-Länder wie die Schweiz ein Muss. Wie wichtig in diesem Zusammenhang das duale Bildungssystem ist, darüber gibt Paul Hüppi Auskunft, Leiter Entwicklung, Swissmem Berufsbildung.

(pi) Herr Hüppi, das duale Bildungssystem der Schweiz gilt in Europa als Erfolgsmodell. Wird das auch in der Schweiz so wahrgenommen?

Die duale Bildung geniesst grundsätzlich ein gutes Ansehen. Dennoch entscheiden sich viele Jugendliche für eine schulisch orientierte Ausbildung wie sie Gymnasien bieten. Für die Industrie stellt dies eine grosse Herausforderung dar, denn wir sind in unseren Hightech-Berufen auf schulstarke Jugendliche angewiesen.

Gibt es bei den Swissmem-Ausbildungsberufen aktuell einen Renner?

In den vergangenen Jahren haben vor allem Automationsausbildungen zugelegt. Dies widerspiegelt auch die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung in der Branche. Im Weiterbildungsbereich sind aufgrund des angespannten wirtschaftlichen Umfelds, in welchem sich exportorientierte Firmen bewegen, vor allem praxisnahe, eher kürzere Ausbildungen gefragt.

Welchen Stellenwert besitzt die berufliche Aus- und Weiterbildung generell für den Werkplatz Schweiz?

Die Bildung entscheidet wesentlich mit, wie erfolgreich die Schweiz in Zukunft sein wird. Nicht zuletzt sind aber über die ganze berufliche Laufbahn Flexibilität und der Wille gefragt, Neues zu erlernen. Die MEM-Branche bietet zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, um am Puls der Zeit zu bleiben.

Dieses Jahr richtet Swissmem auf der Prodex wieder die Schweizer Berufsmeisterschaft aus, mit den je zwölf besten Berufsleuten der Berufe Automatiker EFZ, Elektroniker EFZ und Konstrukteur EFZ. Was erwartet den Besucher?

Die Aufgaben an der Schweizermeisterschaft orientieren sich an den Bedingungen, welche die besten Jungtalente auch an der Berufsweltmeisterschaft vorfinden werden. Diese findet im Jahr 2017 in Abu Dhabi statt. Die Schweizermeister und damit Goldmedaillengewinner der Prodex qualifizieren sich in unseren Berufen direkt für die «WorldSkills Abu Dhabi 2017». Eine spezielle Herausforderung für die Jugendlichen an der Prodex wird sein, vor vielen Zuschauern und unter Zeitdruck die Konzentration zu wahren und die Aufgabenstellungen möglichst präzise zu lösen. Den Zuschauern vermitteln die Wettbewerbe einen guten Eindruck, wie vielfältig und anspruchsvoll die dualen Ausbildungen in der MEM-Industrie sind.

Swissmem engagiert sich auch im Messebeirat der Prodex. Wie wichtig werten Sie diese Messe für den Werkplatz Schweiz?

Die Messe ist eine zentrale Plattform für die Branche. Sie fördert nicht nur die Verkaufsaktivitäten der Unternehmen, sondern ist auch eine ideale Bühne, um die Innovationsfähigkeit der Schweizer Betriebe unter Beweis zu stellen und zu fördern. Wo Menschen sich treffen, werden auch Ideen ausgetauscht. Die Prodex bietet hierzu ein gutes Umfeld. In diesem Sinne liefert sie für viele Firmen auch wichtige Impulse, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.


Swissmem Berufsbildung
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berufsbildung@swissmem.ch,
www.swissmem-berufsbildung.ch



Paul Hüppi, Leiter Entwicklung, Swissmem Berufsbildung: «Die Prodex ist eine wertvolle Plattform, um Nachwuchstalenten Perspektiven aufzuzeigen.» (Bild: Prodex)

Auf einen Blick

«Industry- und SwissSkills 2016»

Vom 15. bis 18. November messen sich auf der Messe «Prodex», Basel, die besten jungen Berufstalente in den Berufen Automatiker EFZ, Elektroniker EFZ und Konstrukteur EFZ im Rahmen der IndustrySkills und ermitteln jeweils den Schweizermeister. Die Wettbewerbe beginnen um 9:00 Uhr und finden in Halle 1.1, Stand F26 statt.

Parallel dazu veranstaltet der Verband «Swissmechanic» die Schweizermeisterschaft SwissSkills im Beruf Polymechaniker in Halle 1.2, Stand K45. Die Rangverkündigung findet am 18. November, ab 14:00 Uhr, im Prodex-Forum in Halle 1.1 statt.