Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 11/2016, 11.11.2016

Automation mal ganz einfach

Mit «Robo2Go» präsentiert der Maschinenhersteller DMG Mori ein mobiles Be- und Entladesystem für Drehmaschinen. Das System lässt sich direkt an der Anlage vom Bediener sehr einfach über «Celos App» programmieren.

(msc) Dank der Robotertechnik sind in den letzten Jahren die Investitionskosten im Bereich Automatisierung drastisch gefallen. Dadurch sind die Roboter mit ihren Qualitäts- und Kostenvorteilen zunehmend in den Fokus von KMU gerückt. Dennoch blieb in diesen Kundensegmenten Zurückhaltung spürbar, denn einerseits mangelte es den Unternehmen noch am nötigen Knowhow für die Programmierung. Zum anderen war vielen Interessenten das Risiko einer nicht gesicherten Auslastung zu gross. Diese Hürde will DMG Mori nun mit der Neuentwicklung «Robo2Go» überwinden.

Das Robo2Go-System glänzt laut Anbieter mit hoher Flexibilität. Es kann mit einem Hubwagen je nach Bedarf an bis zu vier Drehmaschinen eingesetzt werden, was eine stark gesteigerte Investitionssicherheit ergibt. Darüber hinaus lässt sich das System an der Steuerung mit einigen wenigen Eingaben einrichten, was die Rüstzeiten klein hält und damit die Nutzungsquoten optimiert.

Unterm Strich verschafft Robo2Go seinen Anwendern also einen Wettbewerbsvorteil. «Das Besondere ist, dass der Roboter nicht über das Fanuc teachpendant programmiert wird», erklärt Jürgen Gross, Geschäftsführer Vertrieb bei DMG Mori Systems. Dies geschehe über eine spezielle Robo2Go-App des grafischen Steuerungs- und Bediensystems Celos von DMG Mori. «Es bedarf also keinerlei vorheriger Roboterkenntnisse seitens der Bediener, da der Roboter nach einmaligem Einrichten durch den DMG Mori Service vollständig parameterbasiert über Celos läuft.»

In der Praxis bedeutet dies, dass der Bediener lediglich die Masse des Werkstücks, des Spannfutters und des Greifers eingibt, danach eines der vordefinierten Raster der Werkstückablage wählt und anschliessend den automatisierten Prozess starten kann. «Diese neuartige Art der Roboterprogrammierung ermöglicht es gerade auch kleineren Firmen, den Einstieg in die flexible Automation ohne Expertenwissen zu bewerkstelligen», ergänzt Sílvio Krüger, Geschäftsführer Operations bei DMG Mori Systems.

Verglichen mit anderen Automationslösungen, die DMG Mori bereits längere Zeit anbietet, ermöglicht Robo2Go so einen extrem kostengünstigen Einstieg in die Automation. Die technische Lösung unterscheidet sich dabei von Standardautomationen durch die barrierefreie Sicherheitstechnik. Durch Verwendung eines Flächenscanners kann Robo2Go auf Schutzzäune verzichten. Stattdessen stoppt das System, sobald ein Werker den definierten Stopp-Bereich betritt. Da es sich bei dem System nicht um eine kollaborierende Roboterlösung handelt, bei der Mensch und Roboter gleichzeitig im selben Aktionsraum arbeiten, ist ein schnelleres Arbeitstempo des Roboters möglich.

Robo2Go ist darauf ausgelegt, ein breites Bauteilspektrum abzudecken. Aus diesem Grund gibt es den Roboter mit Traglasten von 10, 20 und 35 kg. Die Werkstückgewichte beim Einfachgriff – der Greifer ist werkzeuglos verstellbar – betragen dort 5, 12 und 22 kg. Die Werkstückdurchmesser liegen bei 25 bis 125 mm, die Länge reicht von 50 bis 250 mm. Die Werkstückablage kann mit bis zu 700 kg beladen werden, was je nach Durchmesser eine Kapazität von bis zu 210 Werkstücken bedeutet.

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Das Be- und Entladesystem «Robo2Go» ist für den mobilen Einsatz an bis zu vier Drehmaschinen ausgelegt. (Bilder: DMG Mori)


Der Bediener gibt nur die Masse von Werkstück, Spannfutter und Greifer ein, wählt noch ein Werkstückvorlage aus – und schon kann er den Prozess starten.