Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 11/2016, 11.11.2016

Fräsen mit 14 Schneidkanten

Sandvik Coromant, einer der Weltmarktführer für Werkzeuge und Zerspanungslösungen, hat mit dem System «CoroMill 745» das erste doppelseitige Mehrschneiden-Fräskonzept mit positiver Schneidwirkung entwickelt.

(msc) Mit dem «CoroMill 745» bringt Sandvik Coromant eine Lösung mit insgesamt 14 Schneidkanten auf den Markt. Sie adressiert Anwendungen, bei denen produktives Planfräsen, geringe Schnittkräfte und niedrige Kosten pro Bauteil erforderlich sind. Zu den verbesserten Merkmalen des Fräsers zählt eine unkonventionelle Einbettung der Wendeschneidplatte, was einen grossen positiven Spanwinkel an der Hauptschneidkante bietet.

Der doppelseitige Mehrschneiden-Fräser ist zum Schruppen und Vorschlichten in Stahl und Gusseisen (ISO P- und ISO K-Werkstoffen) konzipiert. Im Wesentlichen entspricht die positive Schneidwirkung, trotz der doppelseitigen, neutral ausgeführten Wendeschneidplatten, der eines Fräsers mit positiv eingebetteten, einseitigen Wendeschneidplatten. Beim Einsatz aller 14 Schneiden sollen Bearbeitungen mit einer maximalen Schnitttiefe von 5,2 mm möglich sein.

Dank seiner Zuverlässigkeit werden mit dem CoroMill 745 Prozess- und Kostenverbesserungen beispielsweise bei der Herstellung von gängigen Automobilbauteilen für Kraft- und Nutzfahrzeuge erzielt – unter anderem bei der Produktion von Motorblöcken, Pleuelstangen, Gelenkstücken und Hinterachsen.

Bedingung für viele Fertigungsunternehmen, die störungsfreie und zuverlässige Herstellungsprozesse fordern, sind die sichere Wendeschneidplattenpositionierung und stabil ausgeführte Wendeschneidplatten. Die neuen Wendeschneidplatten weisen robuste scharfe Schneidkanten auf, die hohe Präzision und einen stabilen Zerspanungsprozess bieten. Mit den präzisionsgeschliffenen Geometrien können beispielsweise bei der Bearbeitung von Gusseisen Ausbrüche am Bauteil bei Austritt des Fräsers vermieden werden.

Die Plattenposition und das siebeneckige Design der Schneidplatten sorgen für einfache und schnelle Plattenwechsel. Dabei müssen Bediener nicht einmal ihre Handschuhe ausziehen. Die Wendeschneidplatten verbleiben aufgrund ihres Designs auch während der Montage im Plattensitz.

Die bis zu einem Durchmesser von 160 mm erhältliche Differentialteilung des Fräsers (MD-Teilung) eignet sich besonders für vibrationsanfällige Schruppbearbeitungen. Sie wurde unter Zuhilfenahme von fortschrittlichen genetischen Algorithmen entwickelt und eignet sich zur Verringerung von Vibrationen – der radiale Ausgleich sorgt hier für eine gleichmässige Belastung der einzelnen Schneidkanten am Fräserumfang.

Sandvik Coromant führt zunächst die Wendeschneidplattengeometrien E-M30 und E-M50 ein: E-M30 ist die erste Wahl bei Stahl- und Gusseisen-Werkstücken sowie bei vibrationsanfälligen Anwendungen. Die E-M50 ist dank der stabilen Geometrie für anspruchsvollere Anwendungen oder für eine höhere Produktivität geeignet; zudem für die in der Automobilindustrie weit verbreitete Bearbeitung von Grauguss (GCI) und Kugelgraphitguss (NCI).

Der CoroMill 745 ist als Standardwerkzeug ab Lager verfügbar. Der Planfräser ist mit Fräsdorn-, Coromant Capto- und CIS-Fräsdorn-Kupplung sowie innerer Kühlschmierstoffzufuhr bis zu einem Durchmesser von 160 mm erhältlich. Alle Fräserkörper zeichnen sich durch einen Einstellwinkel von 42 Grad aus. Geplant ist eine Hochvorschubvariante mit 25-Grad-Führungswinkel, die eine Vorschubgeschwindigkeit von bis zu 0,7 mm pro Zahn bietet.

Sandvik AG Coromant Schweiz
6002 Luzern, Tel. 041 368 34 34
coromant.luzern@sandvik.com

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Der neue Planfräser «CoroMill 745» als differential (links) und als gleich geteilter Fräser. (Bild: Sandvik)