Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 11/2016, 11.11.2016

Innovationssprung: Nach Silber kommt Gold

Mit der «Tigertec Gold»-Beschichtung stellt die Walter AG eine neue Technologieplattform vor, basierend auf dem «Ultra Low Pressure»-Verfahren (ULP-CVD). Die Frässchneidplatte «WKP 35 G» ist ein erstes Produkt mit der neuen Beschichtung. Praxistests bei Walter haben unter anderem bis zu 200 Prozent höhere Standzeiten ergeben.

(pi) Nachdem die Tübinger Walter AG in der Vergangenheit bereits mit der «Tigertec»- und «Tigertec Silver»-Beschichtung auf sich aufmerksam gemacht hatte, soll mit der neuen Beschichtung «Tigertec Gold» nach eigenen Angaben ein «Innovationssprung» gelungen sein.

«Als eines der ersten Unternehmen weltweit stellt Walter eine neue Technologieplattform vor: Tigertec Gold, mit der Frässorte WKP 35 G», sagt dazu Jörg Drobniewski, Leiter Schneidstoffentwicklung bei der Walter AG. «Gegenüber den bisher üblichen CVD-Aluminiumoxid beschichteten Sorten bietet die neue, mit einer Titanaluminiumnitrid-Schicht versehene Tigertec Gold-Beschichtung noch einmal deutlich verbesserte Schichteigenschaften – und damit höhere Standzeiten, Produktivität und Prozesssicherheit.»

Ein Grund für diesen Performance-Sprung ist laut Drobniewski das spezielle Beschichtungsverfahren «Ultra Low Pressure» (ULP-CVD): «Damit setzt Walter schon heute die Technologie der Zukunft ein.» Die Walter-Entwickler setzen Tigertec Gold bereits seit einiger Zeit «erfolgreich in Sonderanwendungen ein». Dabei konnten sie gegenüber anderen Beschichtungen klar verbesserte Eigenschaften dokumentieren, betont Jörg Drobniewski, «wie eine erheblich höhere Verschleissfestigkeit der Freiflächen, weniger Kammrissbildung sowie höheren Widerstand gegen plastische Deformation. Zahlreiche Praxistests mit Stahl- und Gusswerkstoffen ergaben deutlich höhere Standzeiten: nicht selten bis zu 200 Prozent Steigerung». Zudem erleichtert der goldfarbene Top-Layer die Verschleisserkennung.

Erstmals wurde die neue Beschichtung auf der IMTS in Chicago und der AMB in Stuttgart dem Fachpublikum präsentiert.

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Als erste Schneidplatte mit der Tigertec Gold-Beschichtung kommt die WKP 35 G in einem «Blaxx»-Heptagonfräser zum Einsatz. (Bilder: Walter)


Mirko Merlo, Vorstandsvorsitzender Walter AG, sieht das neue Technologiezentrum der Walter AG als Erlebniswelt und Forschungs-fabrik zugleich.


Tigertec Gold: Die mit einer speziellen TiAlN-Beschichtung versehenen Fräsplatten versprechen höhere Standzeit und Prozesssicherheit.

Am Rande bemerkt

Walter AG eröffnet neues Technologiezentrum

Mitte September stellte die Walter AG ihr neues Technology Center am Tübinger Firmensitz erstmals der Fachpresse vor. Das rund 5000 m2 grosse Gebäude soll Erlebniswelt und Forschungsfabrik zugleich sein. «Unsere Kunden erwarten heute zuverlässige und massgeschneiderte Prozesse. Im neuen Walter Technologiezentrum können sie die Entwicklung ihrer Zerspanungsprozesse live mitgestalten», sagte Mirko Merlo, Vorstandsvorsitzender der Walter AG, im Rahmen der Präsentation.

Im Technology Center soll praxisnah die digitale Fabrik der Zukunft gezeigt werden, in der Produktions-, Logistik-, Engineering-, Steuerungs- und Managementprozesse digital vernetzt sind. «Mit der Walter Tool ID haben wir bereits vor Jahren die Bedeutung von Digitalisierung, Visualisierung und Vernetzung erkannt und führen mit dem Technology Center nun den Weg konsequent fort», führte Holger Langhans aus, Director Walter Multiply. (Siehe auch Interview auf der folgenden Seite).

Das Technologiezentrum ist deshalb mit den modernsten Bearbeitungs- und Kommunikationstechniken ausgestattet. Das Visualisieren komplexer Prozesszusammenhänge und Zerspanungsszenarien wird durch Augmented Reality unterstützt. Mit Live-Übertragungen aus der Maschinenhalle in alle Walter-Vertriebsgesellschaften weltweit können Mitarbeiter zukünftig an globalen Schulungen teilnehmen.