Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 11/2016, 11.11.2016

Losgrösse 1 im – 24-Stundentakt – Vier Fragen an Thomas Siegrist, Wenk AG

Mit einer neuen Steuerungstechnologie und einer sehr kompakten Automatisierungszelle kommt Mazak auf die Prodex und damit auf den Stand des Partners Wenk AG. Im Gespräch mit der TR erläutert deren Geschäftsleiter Thomas Siegrist die Vorteile dieser Lösungen für den Schweizer Markt.

(pi) Dem Trend zu einer immer grösseren Teilevielfalt, sinkenden Losgrössen, immer komplexer werdenden Werkstücken und neuen Materialien stellt sich Mazak mit immer ausgereifteren Konzepten. Dazu gehören vor allem die Multifunktionsmaschinen der Baureihe «Integrex» und «Variaxis».

Als einer der weltweit ersten Anbieter von Maschinenlösungen für die Komplettbearbeitung von Werkstücken auf einer Maschine sieht sich der japanische Werkzeugmaschinenhersteller heute als führend in dieser Technologie.

Eine interessante, weil sehr kompakte und durchdachte Automatisierungslösung bieten die Japaner mit ihrer neuen Automatisierungszelle auf Basis des 5-Achs-Bearbeitungszentrum «Variaxis j-600 5X». Die Anbindung eines Palettenspeichers auf der linken Maschinenseite erlaubt das automatische Be- und Entladen von bis zu 24 Werkstückträgerplatten mit einer maximalen Palettengrösse von 320 x 320 mm und 60 kg Gewicht.

Das auf der rechten Seite angegliederte Werkzeugmagazin bietet bis zu 220 Werkzeugplätze auf mehreren Ebenen. Die hängend gelagerten Werkzeuge werden mittels eines zentrisch angeordneten Parallelgreifers eingewechselt. Die gesamte Zelle inklusive Bearbeitungszentrum benötigt einen Platzbedarf von nur rund 6,3 x 3 m (L x B), bei einer Höhe von maximal 3,06 m.

Passend zur Automatisierung bietet das 5-Achs-Zentrum Variaxis j-600 5X die Möglichkeit der Komplettbearbeitung in einer Aufspannung. Dazu verfügt die Maschine, neben drei Linear- und zwei Dreh-Schwenk-Achsen, auch über eine B-Achse mit einem Schwenkbereich von + 90° bis - 120°.

Gesteuert wird das 5-Achs-Zentrum von der neuen Mazak «Smooth»-Steuerungstechnologie. Sie ist speziell gedacht für den Einsatz bei KMU, um die Automatisierung der Integrex- und Variaxis-Maschinen zu erleichtern. Zur Anwendung kommen fertige Automatisierungslösungen, bei denen das Zusammenspiel zwischen Maschine und Automation nach den Erfordernissen des Kunden in der Steuerung programmiert werden kann.

Vier Fragen an Thomas Siegrist, Wenk AG

«Automatisierung ist ein zentrales Thema»

Herr Siegrist, auf der AMB in Stuttgart war auf dem Mazak-Stand eine sehr interessante Automatisierungslösung zu sehen: Die Variaxis j-600 5X, verkettet mit einem Werkstückspeicher und einem Werkzeugmagazin mit 220 Plätzen. Wird diese Anlage auch zur Prodex zu sehen sein?

Wenk unterhält an der Prodex einen der grössten Stände und wir freuen uns, sechs Maschinen von Mazak und je eine Maschine von Kunzmann und Tschudin zu präsentieren. Die meisten Maschinen sind Neuheiten, wie die Variaxis j-600 5X mit bis zu 220 Werkzeugplätzen und integrierter Palettisierung.

Erläutern Sie bitte die Vorteile dieser Bearbeitungslösung, speziell für den Schweizer Markt.

Betrachten wir den Schweizer Markt, so stellen wir fest, dass Fertigungsbetriebe vermehrt mit der Reduktion der Losgrössen konfrontiert werden. Die Folge davon ist, dass die Rüstzeit nochmals optimiert werden muss. Mazak hat sich dieses Themas angenommen, erweiterte das Werkzeugmagazin auf 220 Werkzeuge und integrierte einen Palettenspeicher. Wenn wir von Integration sprechen, dann beschränkt sich das natürlich nicht nur auf den mechanischen Anbau. Das System wird sehr bedienungsfreundlich über die maschinenseitige Smooth-Steuerung bedient. Das verstehen wir unter Integration: Losgrösse 1 im 24-Stundenbetrieb.

Bemerken Sie generell, dass Automatisierungslösungen in der Schweiz verstärkt nachgefragt werden?

Das stimmt, Herr Pittrich, Automation ist ein zentrales Thema. Im Bereich Fräsen haben wir mit dem «Palletech»-System ein Palettenhandling von Mazak, welches sehr einfach auch an bestehende Maschinen nachgerüstet und dann vor allem erweitert werden kann. Kurz gesagt: Dieses System wächst mit den Anforderungen. Drehcenter und Dreh-Fräscenter wie beispielsweise die Integrex automatisieren wir direkt vom Werk mit dem Mazak-Portallader. Auch da steht die einfache Bedienung im Vordergrund. Ergänzend zu diesen Lösungen ab Werk arbeiten wir auch mit verschiedenen Systemintegratoren zusammen.

Welche Exponate kann der Besucher sonst noch auf dem Stand von Wenk erwarten?

Das Mazak-Horizontalbearbeitungscenter «HCN 5000» mit einer Steilkegel-50-Werkzeugaufnahme wird im Bereich der schwereren Zerspanung Masstäbe setzen. Für Kleinteile im Fräsen haben wir mit der Mazak «VC-Primos 400» eine Lösung, inklusive Automatisierung, welche in Ergänzung im Drehen mit der «QuickTurn Primos 100» unter anderem für die Uhrenindustrie sehr interessant sein wird. Die Mazak «QuickTurn 200 MY Smooth G», auch eine Neuheit, repräsentiert die aktuelle Generation im Drehen. Die allseits bekannte Mazak «Integrex i-200S» ist gewachsen und besitzt nun respektable 1500 mm zwischen den Spannfuttern. Die Kunzmann-Fräsmaschine «WF 410 MC» ist ebenfalls eine Neuheit, wie auch die Tschudin «Proline», eine Spitzenlosschleifmaschine mit integrierter Automation.

Mazak: Wenk AG
2504 Biel, Tel. 032 344 98 00
info@wenk-ag.ch

Prodex Halle 1.0 Stand C02



Mit dem Palettenspeicher (links) und dem 220er-Werkzeugmagazin (rechts) bietet die Variaxis j-600 5X eine attraktive Automatisierungslösung auf kleinem Raum. (Bild: Mazak)


Thomas Siegrist, Geschäftsleiter Wenk AG: «Das verstehen wir unter Integration: Losgrösse 1 im 24-Stundenbetrieb.» (Bild: Wenk)