Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 02/2016, 05.02.2016

Schweizer Firmen starten bei Industrie 4.0 durch

Eine länderübergreifende Studie der Unternehmensberatung Staufen AG zeigt, dass die Schweizer Industrie im Vergleich zu den anderen Industrienationen auf gutem Weg ist zur digitalen Wirtschaft im Sinn von Industrie 4.0, der internetgestützten Vernetzung von Objekten, Maschinen und Menschen in Echtzeit.

(msc) Für den «Industrie 4.0-Index» wurden im Sommer 2015 insgesamt 329 Industrieunternehmen in der Schweiz, in Deutschland und in China befragt. Aus der Schweiz stammen 50 der Teilnehmer. Laut der Studie* beschäftigen sich knapp zwei von drei Schweizer Firmen bereits mit der intelligenten Fabrik – oftmals im Beobachtungs- und Analysestadium, aber auch in Einzelprojekten.

In Deutschland wurde dieser Index schon zum zweiten Mal erhoben. Er zeigt, mit welchem Tempo die Digitalisierung der Industrie voranschreitet. In der Schweiz wird das Thema intelligente Fabrik heute so wahrgenommen, wie etwa vor einem Jahr in Deutschland. Fakt ist: Die «Smart Factory» findet Einzug in die eidgenössischen Unternehmen. 62 Prozent der Firmen setzen sich mit dem Thema auseinander. Allerdings befinden sich die Betriebe bisher überwiegend in der Beobachtungs- und Analysephase (36 Prozent), also in einem frühen Stadium auf dem Weg zur smarten Produktion. Immerhin: 18 Prozent haben bereits mit Einzelprojekten begonnen. Einige wenige arbeiten sogar nach eigenen Angaben bereits mit vollvernetzten Fabriken.

Richtig zufrieden sind die Schweizer Unternehmen mit dem Stand der Industrie-4.0-Umsetzung in der Eidgenossenschaft allerdings noch nicht; sie geben sich selbstkritisch: 75 Prozent denken, die Wirtschaft insgesamt habe die Bedeutung von Industrie 4.0 lange Zeit unterschätzt. Überdies vertreten acht von zehn Betrieben die Ansicht, die Dringlichkeit des Themas werde von der Politik zu wenig adressiert.

«Die Schweizer Unternehmen haben das Thema Industrie 4.0 erst einmal beobachtet. Jetzt legen sie los und starten mit der Umsetzung», sagt Urs Hirt, Geschäftsführer Staufen Schweiz. «Um das Potenzial der intelligenten Fabrik zu heben, sind dabei neben Vernetzungstechnologie vor allem effiziente Entwicklungs- und Fertigungsprozesse notwendig. Für die Unternehmen geht es daher im ersten Schritt darum, die Komplexität der eigenen Prozesse zu durchleuchten, auf I-4.0-Tauglichkeit zu überprüfen und im Folgenden entsprechend anzupassen. Gerade die Smart Factory erfordert eine schlanke Organisation und Produktion.»

Weltweit führende Nation bei der Entwicklung einer intelligenten Produktion ist nach Einschätzung der meisten Schweizer Studienteilnehmer Deutschland, gefolgt von Japan und den USA. «Die Eidgenossen rangieren nach eigener Einschätzung auf Platz 4, werden sich langfristig jedoch sicher nicht mit einer Rolle im Mittelfeld zufrieden geben», so Staufen-Schweiz-Chef Urs Hirt.

*) Die Studie kann unter folgender Adresse angefordert werden:
contact.ch@staufen.ag

Staufen AG
8400 Winterthur, Tel. 052 316 37 59
u.caluori@staufen.ag



Die Grafik veranschaulicht die Antworten der Unternehmen auf die Frage: «Industrie 4.0 ist derzeit das Topthema; wie weit ist Ihr Unternehmen auf dem Weg zur Smart Factory?»


Frage: «Wie hat sich die Industrie bisher zum Thema Industrie 4.0 positioniert?» (Antworten Schweizer Unternehmen: «Trifft zu» und «Trifft eher zu»)


Frage: «Welches Land ist aus Ihrer Sicht im heutigen Stand auf dem Weg zur Industrie 4.0 schon am weitesten vorangekommen?»


Urs Hirt, Geschäftsführer Staufen Schweiz (Bilder: Staufen)

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Die Staufen AG

Das international operierende Beratungsunternehmen Staufen AG konzentriert sich auf den Themenbereich Lean Management und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Wertschöpfungs- und Managementprozesse zu optimieren sowie Innovations- und Produktentstehungsprozesse effizient zu machen. Weiter entwickeln die Berater als Interim-Manager Konzepte zur Bewältigung von Krisensituationen.