Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 03/2016, 11.03.2016

«Das Ziel heisst ganz klar Produktivitätssteigerung»

Die Walter (Schweiz) AG bietet in diesem Jahr erstmals ein komplettes Kursangebot ihrer «Walter-Academy». Im Fokus steht die Vermittlung von Werkzeugwissen – unter anderem deshalb, weil man einen generellen Know-how-Verlust im Bereich der Zerspanung beobachet. Peter Petri, Geschäftsführer der Walter (Schweiz) AG, erläutert, was es mit diesem Weiterbildungsangebot genau auf sich hat.

(pi) Herr Petri, die Walter (Schweiz) AG bietet in diesem Jahr erstmals ein komplettes Kursangebot an zu den Themen «Drehen», «Fräsen», «Ein- und Abstechen», «Gewinden» und «Bohren» sowie «Basiswissen Zerspanung». Im Fokus steht die Wissensvermittlung. Brauchen die Schweizer Zerspaner so ein Training?

Wir haben festgestellt, dass das Wissen um Zerspanungsvorgänge ein entscheidendes Kriterium für die Produktivität ist. Dieses Wissen ist vor allem auch in der Schweiz ein zentrales Thema für den Erfolg einer Fertigung in der metallverarbeitenden Industrie. Die jungen Zerspanungsprofis sind zwar fix, wenn es darum geht, eine Maschine zu programmieren oder eine neue App zu installieren; aber das richtige Gefühl für die Zerspanung – tönt es jetzt an der Schneide gut oder nicht? – geht immer mehr verloren. Aber genau dieses Wissen ist notwendig, um Zerspanungsprozesse in den Betrieben zu optimieren. Diese Lücke um die richtige Auswahl und den richtigen optimalen Einsatz der Werkzeuge, wollen wir unter anderem mit dem Kursprogramm der Walter-Academy schliessen.

Ist das Optimierungspotenzial wirklich so gross, dass man eigene Schulungen veranstalten muss, um es zu heben?

Seit dem 15. Januar 2015 haben die Schweizer Lohnfertiger ein grosses Problem: Sie haben über Nacht einen Teil ihrer Wettbewerbsfähigkeit verloren, weil sie schlagartig im Export um rund 15 Prozent teurer geworden sind. Das kann man nur über entsprechende Effizienzsteigerungen in den Betrieben oder in der Fertigung am besten über Produktivitätssteigerungen kompensieren. Es gibt mehrere Fälle, da konnte man aufgrund der richtigen Beratung die Produktivität um über 50 Prozent steigern, bei gleichem Maschineneinsatz, nur durch die Verwendung anderer und eben optimaler Werkzeuge und Vorgehensweisen.

Wird dieses Wissen in den Kursen vermittelt?

Richtig. Hier geht es um Basiswissen bis hin zum Experten-Know-how: Wie setze ich die Werkzeuge am besten ein, auf was muss ich dabei achten? Dies kann zu Überlegungen führen, wie beispielsweise mit dem trochoidalen Fräsen die Produktivität deutlich nach oben geschraubt werden kann. Ein Verfahren, das vor fünf Jahren eigentlich noch kaum eingesetzt oder bekannt war. Oder, welche enormen Möglichkeiten der Einsatz von Hochdruckinnenkühlung bietet; auch hier sprechen wir von enormem Produktionszuwachs und Gewinnen in Richtung Prozessfähigkeit und Standzeiterhöhung. Ähnliches gilt für die Verwendung modernster Werkzeuge, wie beispielsweise den «DC 170»-Bohrer, der im Vergleich zu anderen Vollhartmetallbohrern die Standzeit um bis zu 50 Prozent erhöht, bei gleichzeitig 35 Prozent höherer Vorschubgeschwindigkeit.

Sie bieten also in den Kursen einen Mix zwischen Verfahrenstechnik und Produktwissen ...

Mit Sicherheit, denn ein Produktwissen alleine reicht nicht aus. Ich muss als Anwender wissen, wie ich die Produkte am besten für den jeweiligen Fall in der Herstellung eines Teils einzusetzen und zu optimieren habe. Wir geben auch praktische Tipps, wie mit dem vorhandenen Maschinenpark in Kombination mit dem Einsatz moderner Werkzeugsysteme die Aufgabenstellung in der Fertigung am produktivsten zu bewerkstelligen ist. Zudem bieten wir sehr viel Zerspanungstheorie, da oftmals bei den Maschinenbedienern Grundlagen nicht mehr in genügendem Masse vorhanden sind. Ausserdem besteht die Möglichkeit, firmenspezifische Kurse zu buchen; je nachdem, wo Wissenslücken in der Mitarbeiterschaft identifiziert werden.

Nicht umsonst lautet das Motto der Bildungslehrgänge der Walter-Academy «Wissen ist Macht» ...

Es ist nicht besonders sinnvoll, wenn wir als Werkzeughersteller nur eine tolle E-Business-Plattform aufbauen, um unsere 50 000 Werkzeuge anzubieten. Der Kunde muss in die Lage versetzt werden, das richtige Werkzeug oder Werkzeugsystem für seinen spezifischen Fall auszuwählen. Denn nur dann kann er die Produktivität in seinem Unternehmen steigern. Das ist der einzige Weg, der zählt. Als Komplettanbieter hat Walter ein sehr umfassendes Programm an Sonderwerkzeuglösungen für die verschiedensten Anwendungsgebiete entwickelt. Dieser Ansatz, wir nennen es «Engineering Kompetenz», geht weit über das reine Verkaufen von Werkzeugen hinaus und ermöglicht dem Kunden stets die beste und produktivste Fertigungslösung einzusetzen.


Walter (Schweiz) AG
4501 Solothurn, Tel. 032 617 40 72
service.ch@walter-tools.com



Peter Petri, Geschäftsführer Walter (Schweiz) AG: «Nur mit dem notwendigen Fachwissen kann die Produktivität in der Zerspanung deutlich gehoben werden.» (Bilder: TR/Walter)


«Engineering Kompetenz»: Das Kursangebot der Walter-Academy.

Auf einen Blick

Zerspanungswissen live

Die Walter Academy bietet in diesem Jahr insgesamt zwölf ein- und zweitägige Kurse rund um das Thema «Zerspanung» an (siehe QR-Code). Im Vordergrund steht die Wissensvermittlung in Form von theoretischen Inhalten und praktischen Aufgabenstellungen. Die Teilnehmer sollen befähigt werden, mit dem erworbenen Wissen die Produktivität in den eigenen Betrieben zu erhöhen.

Nähere Informationen gibt es unter: http://goo.gl/19OzoY