Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 03/2016, 11.03.2016

Die Welt der Schleiftechnik trifft sich in Augsburg

Die «Grindtec» (16. bis 19. März, DE-Augsburg) gilt als europäische Leitmesse für die Schleiftechnik und eilt von Erfolg zu Erfolg. Selbst in diesem Jahr – zur 10. Aufführung – konnte die Rekordveranstaltung von 2014 nochmals bei Ausstellerzahl und -fläche übertroffen werden. Die «Technische Rundschau» wirft vorab einen Blick auf ausgewählte Aussteller und deren Exponate.

(pi) Wie wichtig die «Grindtec», Internationale Fachmesse für Schleiftechnik, auch für die Schweiz ist, zeigt sich beispielsweise daran, dass sie traditionell das grösste Auslandskontingent stellt: Mit 67 Ausstellern (+ 5 gegenüber 2014) trägt jede dritte internationale Beteiligung das weisse Kreuz auf rotem Grund.

Unter anderem befindet sich auch die Num AG, die mit ihrem Produkt «Numroto» zu den Marktführern bei Software für das Werkzeugschleifen zählt, in dieser illustren Ausstellergruppe. Zur Messe wird es Weiterentwicklungen der Software zu sehen geben; darunter das neue Tool «Ausspitzung» und neue Möglichkeiten für die Nutenbearbeitung. Diese Erweiterungen sollen sogar das Schleifen der komplexen Werkzeuggeometrien von Fräsern der nächsten Generation erlauben.

Ausserdem wurden der Software zahlreiche neue Möglichkeiten zur Bearbeitung von Schaftfräsern und Bohrern hinzugefügt. Ebenfalls neu ist die Vorgabe einer minimalen Satzzykluszeit, damit eine zuverlässige Kommunikation zwischen PC und CNC garantiert wird; auch dann, wenn Schleifbahnen für Hochpräzisionswerkzeuge mit einer Vielzahl an Bahnpunkten erzeugt werden.

«Präzision im Dialog» heisst das Motto des Werkzeugschleifmaschinenhersteller Vollmer zur Grindtec. Im Fokus steht unter anderem die Erodiermaschine «QXD 250». Die Maschine wurde technologisch erweitert, um auch PKD-Stützleisten bei Bohr- und Reibwerkzeugen zu bearbeiten. Die QXD 250 ermöglicht nun die radiale und axiale Anfasung der Stützleisten, auch als Vorbearbeitung vor der Rundschleifoperation.

Ein weiteres Messe-Highlight der Biberacher Schleifprofis ist die Werkzeugschleifmaschine «Vgrind 160» zur Herstellung von Vollhartmetallwerkzeugen. Sie verspricht aufgrund ihrer Kinematik und fünf CNC-Achsen mit kurzen Verfahrwegen eine hohe Genauigkeit bei geringer Bearbeitungszeit. Erstmals stellt Vollmer neue Automatisierungseinrichtungen für diese Maschine vor. So soll das Palettenmagazin «HP160» zu sehen sein, das die Zufuhr von bis zu 272 Werkstücken ermöglicht. Neu ist auch der Roboter «HPR 250», der Werkzeuge mit unterschiedlichen Schaftdurchmessern automatisch ein- und auswechseln kann.

Dem Thema Highend-Schleifen widmet sich der japanische Hersteller Okamoto . Er legt die Messlatte hoch, um Anwendern Möglichkeiten an die Hand zu geben, ihre Schleifergebnisse zu optimieren. Dieser Herausforderung begegnet Okamoto unter anderem mit innovativen Maschinenbett- und Spindelkonzeptionen, fortschrittlicher Linear- und Hydro­statiktechnologie sowie der bedienungsfreundlichen iQ-Steuerungstechnik. Ein Beispiel dafür ist die volltemperaturstabilisierte Hochpräzisionsschleifmaschine «UPZ 52 Li». Sie erlaubt hochgenaue Profilschleifaufgaben, etwa im Werkzeug- und Formenbau. Der Linearmotor-angetriebene Tisch ermöglicht Hochgeschwindigkeits-Pendelbewegungen von 500 min-1. Die Haltegenauigkeit liegt bei 1 µm.

Auch einer der grössten Werkzeugmaschinenhersteller weltweit, DMGMori, ist in Augsburg präsent und zwar mit der Tochter Sauer GmbH und deren «Lasertec»-Maschinen. Durch die steigende Nachfrage im Bereich der PKD-Werkzeuge stehen viele Werkzeughersteller vor der Herausforderung, ihre Prozesskette in der Fertigung nachhaltig zu optimieren, beobachtet Friedemann Lell, Vertriebsleiter der Sauer GmbH, die aktuelle Entwicklung in diesem Segment.

Die wesentlichen Prozessschritte seien hierbei das Segmentieren der PKD-Elemente und das Finishing der Werkzeuge. Mit der «Lasertec 20 FineCutting» und der «Lasertec 20 PrecisionTool» hat Sauer laut Lell zwei Maschinen im Angebot, die in der Lage sind, den Herstellungsprozess von PKD-Werkzeugen gegenüber konventionellen Fertigungsverfahren ganzheitlich zu optimieren.

Durch den Laser langfristig wettbewerbsfähig

«Sowohl die erheblich beschleunigte Segmentierung als auch das Finishing in einer Aufspannung mit den erstklassigen Bearbeitungsergebnissen tragen dazu bei, dass Werkzeughersteller auch in der PKD-Bearbeitung langfristig wettbewerbsfähig bleiben», sagt Lell.

Generell nutzen die grossen Werkzeugmaschinenhersteller die Grindtec mittlerweile als Schaufenster für ihre Produkte. Einer davon ist die Emag-Gruppe, unter deren Dach sich mittlerweile so namhafte Schleifmaschinenhersteller wie Reinecker, Kopp, Karstens und Naxos-Union versammeln. Die Gruppe bietet eine grosse Bandbreite von Schleifverfahren, aber auch Drehbearbeitungen für unterschiedlichste Bauteile an.

In Augsburg wird unter anderem die Wellenbearbeitungsmaschine «VTC 100 GT» zu sehen sein. Der Anwender steht bei der Wellenbearbeitung ja oft vor der schwierigen Frage: Schleifen oder Hartdrehen? Je nach Bauteil und Konstruktion sollte immer das wirtschaftlich sinnvollste und technologisch beste Verfahren zum Einsatz kommen. Vor diesem Hintergrund verfolgt Emag mit der neuen Wellen-Hartbearbeitungsmaschine ein eindeutiges Ziel: Hohe Flexibilität durch die Integration von allen Hartprozessen in einer Maschine, sprich: nicht «oder», sondern Schleifen und Hartdrehen. Je nach Bauteil wechseln die Verfahren; dabei ist immer wichtig: Die Zugänglichkeit der Anlage sichert kurze Rüst- und Umrüstzeiten.

Jenseits der Maschinentechnologie kommt beim Schleifen der Werkstückspannung ein sehr wichtiger Part zu. Ein führender Anbieter auf diesem Gebiet ist die Schunk GmbH. Im Mittelpunkt ihres Messeauftritts steht das Werkzeugschleiffutter «Prismo 3», ein präziser Allrounder fürs automatisierte Produktionsschleifen und Nachschärfen von Werkzeugen.

Das Futter kann per Direktspannung, also ohne den Einsatz von Spannzangen oder Zwischenbüchsen, im fliegenden Wechsel stufenlos sämtliche Schaftdurchmesser zwischen 3 und 20 mm spannen. Die Spannwiederholgenauigkeit beträgt dauerhaft ≤ 0,005 mm, die Rundlaufgenauigkeit ≤ 0,01 mm bei einer Aufspannlänge von 45 mm. Während des Spannvorgangs wird der Werkzeugschaft automatisch im Spannfutter zentriert.

Ebenfalls auf der Messe vertreten ist die Haimer GmbH, nach eigenen Worten «europäischer Marktführer für Werkzeugspann- und -auswuchttechnik». Speziell zum Thema Auswuchten von Schleifscheiben stellt man das komplette Produktprogramm mit Schleifscheibenaufnahmen, Distanzringen und Wuchtadaptern vor. Die Schleifscheibenaufnahmen für Werkzeugschleifmaschinen aller gängigen Fabrikate (unter anderem Vollmer, Walter, UWS Reinecker und Rollomatic) sind hochgenau und vereinfachen im Zusammenspiel mit massgeschneiderten Adaptern den Spannvorgang in der Wuchtmaschine. Von der Software geführt, ist daher das Wuchten eines Schleifscheibenpakets mit der Wuchtmaschine «Tool Dynamic» von Haimer kein Hexenwerk mehr. Die erreichte Wuchtgüte zahlt sich gleich mehrfach aus: in höherer Zerspanleistung, längerer Spindellebensdauer und Werkzeugstandzeit sowie durch höhere Genauigkeit und bessere Oberflächengüte am Werkstück.

Wenn man von Genauigkeit, Präzision, Schnelligkeit und Durchgängigkeit beim Schleifen spricht, sollte auch die notwendige Messtechnik inklusive Datenanbindung nicht fehlen. Hier kommt die E. Zoller GmbH ins Spiel. Neben den bewährten Messmaschinen präsentiert das Unternehmen auf einem 160-m2-Messestand auch sein neues Schleifscheibenmanagement-Paket. Damit können Schleifscheiben systematisch und effizient verwaltet und vermessen werden. So ist nicht nur für präzise Messergebnisse, sondern auch für eine reibungslose Bereitstellung aller im Fertigungsprozess benötigten Schleifscheibendaten gesorgt. Mit der «elephant»-Technologie können ganze Schleifscheibenpakete nach «Fepa»-Norm auf Knopfdruck vollautomatisch durch Scannen der 3D-Kontur ohne jegliche Dateneingabe vermessen werden.

Damit und mit seinen weiteren Produktangeboten geht Zoller einen grossen Schritt in Richtung «Indus­trie 4.0» und «Smart Factory»: Zusammenführung aller Werkzeugdaten in einer zentralen Datenbank, maschinenübergreifender, prozesssicherer Datenaustausch durch die neutrale «GDX»-Schnittstelle, und mit der Automationslösung «roboSet» bietet man auch die Möglichkeit, die Qualitätssicherung komplett zu automatisieren.

DMG Mori Global Headquarter
http://ch-de.dmgmori.com
Grindtec Halle 2 Stand 2055

Emag GmbH
www.emag.com
Grindtec Halle 4 Stand 4040

Haimer: Dihawag
www.dihawag.ch
Grindtec Halle 1 Stand 1009

Num AG
www.num.com
Grindtec Halle 7 Stand 7070

Okamoto: Josef Binkert AG
www.binkertag.ch
Grindtec Halle 4 Stand 4046

Schunk Intec AG
www.ch.schunk.com
Grindtec Halle 7 Stand 7063

Vollmer Werke GmbH
www.vollmer-group.com
Grindtec Halle 1 Stand 1003

Zoller: Springmann SA
www.springmann.ch
Grindtec Halle 1 Stand 1019



Die Weiterentwicklung der «Numroto»-Software erlaubt das Schleifen komplexer Werkzeuge der kommenden Generation. (Bild: Num)


Auswuchten leicht gemacht: Bei der «Tool Dynamic»-Maschine wird der Anwender komfortabel durchs Menü geführt. (Bild: Haimer)


Hartdrehen und Schleifen auf einer Maschine bietet die «VTC 100 GT». (Bild: Emag)

Fact Sheet

Grindtec

  • Was: Internationale Fachmesse für Schleiftechnik
  • Wann: 16. bis 19. März, 9.00 bis 18.00 Uhr
  • Wo: DE-Augsburg
  • Eintritt: Euro 25

Weitere Informationen gibt es unter: www.grindtec.de