Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
CAS-Weiterbildung: Ausgabe 03/2016, 11.03.2016

Projekterfolg ist planbar

Nicht wenige Projekte scheitern oder übersteigen deutlich das Budget, weil Vorbereitung und Durchführung schlicht ungenügend waren. Das CAS «Projektmanagement» der FHNW gibt Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Projektabwicklung selbst komplexer und grosser Aufgabenstellungen – auch im Bereich Industrie 4.0.

(pi) Bei komplexen Grossprojekten lässt sich der Projekterfolg nicht einkaufen. Beispiele dafür sind der Bau des Berliner Flughafens oder das deutsche «Toll-Collect»-Projekt. Auch bei Industrie-4.0-Grossprojekten droht infolge ihrer technischen Komplexität oder der Kombination unterschiedlicher Fachdisziplinen «statistisch» gesehen ein Misserfolg hinsichtlich der gesetzten Zielsetzungen.

Diese Projekte sollten daher zwingend klein begonnen und evolutionär weiterentwickelt werden. Dies bedeutet eine methodische Abkehr vom klassischen Lebensphasenmodell des Systems Engineerings (Wasserfallmodell) hin zu zyklisch-iterativen Vorgehensmodellen. Ergänzend zu diesem Ansatz hat sich im Umfeld von Start-ups die Methodik des «Lean Start-up» entwickelt.

In Übereinstimmung zur zyklisch-iterativen Vorgehensmethodik wird zunächst angestrebt, mit bewusst geringem Risiko ein erstes «lebensfähiges Produkt» marktfähig zu machen. Es liegt auf der Hand, dass auch im Bereich von Industrie-4.0-Projekten ein solches «Minimum Viable Product» anzustreben ist.

Besonders junge Führungskräfte werden in die Situation kommen, dass sie solch weitreichende Industrie-4.0-Projekte umsetzen sollen, ohne die methodische Vorgehensweise zu kennen. Dies wollte Patrick Gygax, Leiter des Technischen Dienstes im Kantonsspital Olten, ändern: Er absolvierte vor einem Jahr den CAS «Projektmanagement» an der Hochschule für Technik FHNW in Brugg-Windisch. In diesem Zertifikatskurs lernen die Teilnehmenden anhand eines klaren Methodenkatalogs die Grundlagen des erfolgreichen Systems Engineerings und Projektmanagements.

Das beinhaltet einerseits die klassischen, auch heute noch gültigen Planungsprozesse in Bezug auf Inhalt, Termin und Kosten sowie die Führung und das Controlling von Projekten. In den letzten Jahren sind ergänzend die Bereiche Qualitätsmanagement und Risikomanagement hinzugekommen. Letzteres gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Neben den technisch-methodischen Kenntnissen werden die «Soft Skills» immer wichtiger. In Projekten hat man es immer auch mit Menschen zu tun: Zum einen die Kolleginnen und Kollegen im Projektteam und zum anderen die vom Projekt betroffenen Personen. Der Erfolg eines Projekts hängt nicht nur vom technischen Geschick und der optimalen Technologie ab.

Die Erfahrung zeigt, dass sich die Akzeptanz von technischen Systemen massgeblich durch Partizipation und das entsprechende Monitoring steuern lassen.


Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Hochschule für Technik
5210 Windisch, Tel. 056 202 99 55
weiterbildung.technik@fhnw.ch



Die Abwicklung umfangreicher Industrie-4.0-Projekte muss gelernt werden, sonst ist ein Scheitern vorprogrammiert. (Bild: Fotolia)

Auf einen Blick

CAS Projektmanagement

Das Certificate of Advanced Study (CAS) «Projektmanagement» der Hochschule für Technik FHNW in Brugg-Windisch richtet sich an angehende Projektleitende, Projektverantwortliche und Kadermitarbeitende aus Industrie, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung. Die Weiterbildung ist in die Module «Projektmanagement», «Systems Engineering» und «Praxisprojekte» aufgeteilt.

  • Dauer: sechs Doppeltage
  • Beginn der nächsten Kurse:   8. April 2016 und 21. Oktober 2016
  • Teilnahmegebühr: CHF 5900
  • Weitere Informationen und Anmeldung: www.fhnw.ch/wbt/cas/pm

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