Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 06/2016, 10.06.2016

Leitlinien für den Umgang mit Schutzkleidung

Schutzkleidung ist Teil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und sehr wirksam. Sie kann ihren Zweck jedoch nur optimal erfüllen, wenn bei der Beschaffung und im Einsatz bestimmte Punkte beachtet werden.

Am «Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz» vom 28. April 2016 stand die Frage im Fokus: Wie kann man Menschen vor Gefahren am Arbeitsplatz schützen? Schutzkleidung ist eine wesentliche Massnahme, die gut greift, jedoch nur, wenn sie richtig angewendet wird. Silvia Mertens ist Diplom-Ingenieurin für Bekleidungstechnik beim Textildienstleiter Mewa. Ihre Checkliste zeigt, worauf bei der Beschaffung von Schutzkleidung zu achten ist.

Gefährdungsbeurteilung:
Sie klärt ab, in welchen Arbeitsbereichen die Kleidung getragen wird, wogegen sie schützen soll und welches Normenprofil benötigt wird.

Art der Bekleidung:
Als Ausgangspunkt wird zuerst die aktuelle Bekleidung mit ihren Vor- und Nachteilen analysiert. Daraus wird abgeleitet, was bei der neuen Kleidung anders sein sollte.

Kosten und Folgekosten:
Zur Erhaltung der Schutzfunktion muss Schutzkleidung professionell gewaschen und gewartet werden. Um diese Aspekte kümmern sich Textildienstleister. Für den Anwender gilt es zu prüfen, welche Leistungen in den verschiedenen Angeboten enthalten sind.

Reality-Check:
Eignet sich die Kleidung? Schutzkleidung muss am realen Einsatzort geprüft werden. Es gilt, genaustens abzuklären, wie gut die Kleidung wirklich gegen die am Arbeitsplatz bestehenden Gefährdungen, zum Beispiel gegen eingesetzte Chemikalien und vorhandene Hitzeeinwirkungen, schützt.

Tragetest:
Was sagen die Mitarbeiter? Die Schutzkleidung sollte von den Mitarbeitern getestet und bewertet werden. Lassen sich alle Bewegungen problemlos ausführen? Bietet die Schutzkleidung den notwendigen Schutz?

Die folgenden Punkte gilt es zu vermeiden:

Schutzkleidung ohne Beratung kaufen:
Um Mitarbeiter sicher auszustatten, sollte man sich Unterstützung holen; intern bei einer Fachkraft für Arbeitssicherheit, extern bei einem kompetenten Dienstleister.

Schäden selbst beheben:
Jede Veränderung an zertifizierter Kleidung ist ohne vorherige Prüfung durch die Zertifizierungsstelle nicht zulässig. Das gilt sogar für das Kürzen von Ärmeln.

Die Mitarbeiter nicht informieren:
Zu den Vorgaben für den Arbeitgeber gehört auch, die Mitarbeiter über die Art und Handhabung der Kleidung zu informieren, zum Beispiel durch eine Betriebsanweisung.

Mitarbeitern die Pflege überlasse:
Schutzkleidung sollte nicht in normaler Haushaltswäsche gewaschen werden. Sie kann dadurch ihre Schutzfunktion verlieren.

Kompromisse eingehen:
Mittelmässiger Schutz reicht bei PSA nicht aus, optimaler Schutz verbessert die Rechtssicherheit. Dabei unterstützen auch Textildienstleistungsunternehmen.

Mewa Service AG 4852 Rothrist, Tel. 062 745 19 10 info@mewa.ch

Fachmesse für Arbeitssicherheit
Bernexpo Halle 3.2 Stand D.04



Schutzkleidung ist eine Massnahme, die gut greift, wenn sie richtig angewendet wird. (Bild: Mewa)