Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 07/2016, 07.07.2016

«Echte Hermle mit abgespeckten Varianten»

Die nach eigenen Angaben sehr erfolgreiche «C 400»-Baureihe rundet die Hermle AG nun mit der C 250 nach unten ab. Das in 3- und 5-achsiger Ausführung zur Verfügung stehende Bearbeitungszentrum setzt zusammen mit der C 400 den Kontrapunkt zu den High-End-BAZ der C 12- bis C 62-Reihe.

(pi) Von Low-End- oder Einsteiger-Maschine möchte man bei der Hermle AG nicht unbedingt sprechen; verständlicherweise. «Lediglich die Ausstattungsvarianz, der Preis und natürlich die Namensgebung zeigen Unterschiede auf», verdeutlicht Hermle-Vorstand Franz-Xaver Bernhard die Grenzen der neuen C 250 zu den Top-Bearbeitungszentren C12, C22, C32, C42, C52 und C62.

Zusammen mit der 2012 eingeführten C 400 bildet die kleinere Schwester nun eine eigene Baureihe. «Hochpräzise, schnell, zuverlässig und preiswert – eine echte Hermle halt», stellte Bernhard bei der Vorstellung der C 250 Ende April im deutschen Gosheim fest. Ein Grund für die Etablierung einer neuen Maschinenreihe unterhalb der High-End-Zentren C 12 bis C 62 war der Erfolg der C 400, die auf den gleichen Prinzipien beruht wie die C 250 und bisher rund 600 mal verkauft wurde.

Die C 250 ist in Hermle-bewährter, modifizierter Gantryausführung ausgelegt und hat ein Maschinenbett in Mineralgussausführung. Der integrierte starre Aufspanntisch kann in der 3-Achs-Ausführung Werkstücke bis maximal 1100 kg, bei einer Palettengrösse von 600 × 550 × 450 mm, aufnehmen. In der 5-Achs-Ausführung mit NC-Schwenkrundtisch können Werkstücke bis maximal 300 kg Gewicht und 450 mm Durchmesser sowie 355 mm Höhe bearbeitet werden.

Die Verfahrwege im mit Edelstahl verkleideten Arbeitsraum betragen 600 × 550 × 450 mm bei einer Maulweite von 550 mm und einer Türöffnung von 688 mm. Zusammen mit der vollflächig zu öffnenden Türe bietet die Maschine daher gute Voraussetzungen für eine einfache und sichere Kranbeladung sowie bequeme Automatisierung.

Die C 250 hat ein integriertes Werkzeugmagazin für 30 Werkzeuge mit SK-40- oder HSK-63-Schnittstelle. Optional können zwei Zusatzmagazine mit 50 oder 88 zusätzlichen Werkzeugplätzen adaptiert werden. Das Bedienpult lässt sich auch bei der C 250 einfach zur Werkzeugbeladestelle schwenken, sodass der Bediener die Werkzeugkenndaten direkt in die Steuerung eingeben kann.

Und wo liegen die Unterschiede zu den Top-Modellen von Hermle? Hauptsächlich, so die Auskunft von Franz-Xaver Bernhard, in den zur Verfügung stehenden schlankeren Optionen. So ist die C 250, wie auch die C 400, nur mit der Heidenhain-Steuerung «TNC 640» lieferbar; es gibt keine Alternative. Zudem gibt es maximal zwei Spindelvariationen, mit 15 000 oder 18 000 min-1 Drehzahl.

Im Vergleich zur C 32 verfügt die C 250 nur über zwei Schwenk-rundtisch-Versionen mit 320 und 450 mm Durchmesser. Ebenfalls Abstriche muss der Anwender bei der Maschinendynamik hinnehmen. So bietet die C 250 Eilgänge in X/Y/Z von jeweils 35 m/min (C 32: 45/45/40 oder in der Dynamik-Ausführung jeweils 60 m/min). Die Beschleunigung von 6 m/s2 dagegen ist identisch mit der C32; allerdings liefert deren Dynamik-Version nochmals 4 m/s2 mehr.

Zielgruppe: Lohnfertiger mit breitem Einsatzfeld

Vergleicht man dagegen die Genauigkeiten beider Maschinen, liegen sie hier gleichauf und bieten eine Positionstoleranz nach VDI/DGQ 3441 von 0,008 mm. In Summe unterstreicht das die eingangs gemachte Behauptung einer «echten Hermle» mit abgespeckten Varianten. Dazu passend ist die Zielgruppe der C 250 und C 400 definiert: Hauptsächlich Lohnfertiger mit einem breiten Einsatzfeld und Generalisten aus dem Umfeld Maschinenbau, Feinwerk- und Medizinaltechnik, Energietechnik, Zulieferindustrie sowie Werkzeug- und Formenbau. Dazu passt auch der Preis, der um rund 15 bis 20 Prozent unter einer C 32 liegen soll.

Vorgestellt wurde die C250 im Rahmen der jährlichen Hermle-Hausausstellung, die in diesem Jahr vom 20. bis 23. April stattfand. Über 2800 Besucher aus 1200 Firmen nutzten die Gelegenheit, um am Hauptsitz der Hermle AG im deutschen Gosheim die neuesten Technologien live zu erleben.


Hermle (Schweiz) AG
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Die C 250 soll zusammen mit der C 400 eine neue Baureihe unterhalb der Top-Modelle C 12 bis C 62 etablieren. (Bilder: Hermle)

Technische Daten

Hermle C 250