Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 07/2016, 07.07.2016

Qualitätssicherung ohne Stress

Die Sammer Modell- und Formenbau GmbH setzt zur notwendigen Qualitätssicherung ihrer Fräsarbeiten auf die Messsoftware «FormControl» von Blum-Novotest. Sie erlaubt eine vollständige und zeitsparende Werkstückkontrolle in der Maschine und in Originalaufspannung; allfällige Korrekturen können direkt erledigt werden.

(pi) Die Modelleinrichtungen, die Sammer zum Grossteil für Kunden aus der Automobilindustrie fertigt, werden zumeist aus Ureol gefräst. Es handelt sich unter anderem um hochkomplexe Formen für Zylinderköpfe, Kurbel- oder Getriebegehäuse. Maschinenlaufzeiten von bis zu 50 h sind keine Seltenheit. Die gefrästen Formen werden in einem Formkasten von Formsand umhüllt und verdichtet. Nach Entnahme des Modells bleibt im Sand eine Negativform zurück, in die dann die Metallschmelze zur Herstellung der Prototypen eingegossen wird.

Der Maschinenpark von Sammer besteht aus vier Bearbeitungszentren von DMG Mori und drei von Mikron. Die 3- und 5-Achs-Zentren haben die Messsoftware «FormControl» von Blum-Novotest installiert. Damit kann jedes Teil direkt auf der Maschine vermessen werden – und zwar sowohl Freiformflächen, Bohrungen, Winkel oder Abstände.

«Der zeitintensive Ablauf, also Abspannen, Transport zur Messmaschine, Messen, wieder Aufspannen, Ausrichten und dann Nacharbeiten, gehört dadurch der Vergangenheit an», erklärt Fertigungsleiter Johann Pucher den grossen Vorteil dieser Vorgehensweise. Enge Toleranzen von 5 µm sind bei Sammer an der Tagesordnung. Um diese einhalten zu können, bietet die Messsoftware von Blum-Novotest laut Fertigungsprofi Pucher das ideale Gesamtpaket: «Jeder Mitarbeiter in der Produktion konstruiert, bearbeitet und vermisst sein Bauteil selbst. Da ist es wichtig, eine Software zu haben, die einfach und schnell zu bedienen ist.» Wie einfach und schnell zeigt auch die Tatsache, dass Pucher nach einem halben Tag Schulung die Software bereits perfekt beherrschte und danach die Kollegen schulen konnte.

Am Beginn des Messvorganges steht das Einlesen der CAD-Daten in die Messsoftware. Dort können die Messpunkte optimiert und per Mausklick am PC modifiziert werden. Grosse Bauteile können leicht über 100 Messpunkte benötigen. Die automatische Kollisionskontrolle am PC verhindert ungewollte Zusammenstösse zwischen Werkstück und Messtaster.

Das NC-Programm wird dann an die Steuerung übertragen, und der Messablauf kann gestartet werden. Nach der Messung werden die Ergebnisse auf den PC zurückgeführt. Hier können die einzelnen Messpunkte dann farbig dargestellt werden, sodass Toleranzabweichungen über Farbverläufe leicht erkennbar sind. Am Ende steht ein Messprotokoll, in dem die einzelnen Messpunkte in tabellarischer Form dargestellt werden. «Für uns Fertigungsmitarbeiter entsteht dadurch kein Mehraufwand. Im Gegenteil, das Protokoll erstellt sich fast im Alleingang, und wir können sofort nacharbeiten», freut sich Johann Pucher.

Wie notwendig der gesamte Messaufwand ist, verdeutlicht Geschäftsführer Günter Sammer: «Trat früher ein Fehler im Giessprozess des Kunden auf, wurde die Form an uns zur Nacharbeit zurückgesendet. Heute haben wir mit dem Messprotokoll ein Dokument, das die Qualität unserer gefrästen Formen belegt. Daher ist das Protokoll heute unumgänglich, auch, weil es von einigen unserer Kunden gefordert wird. Um ausserdem im Nachhinein auf Anfragen reagieren zu können, wird für jedes gefräste Werkstück ein Protokoll erstellt und gespeichert.»

Gerade im Kunststoffbereich fertigt Sammer eine Vielzahl von Formen, teilweise fünf bis acht pro Tag. Die Kosten sind sehr unterschiedlich, da man nicht nur Fräsdaten erhält und fräst, sondern oftmals die CAD-Daten aufbereitet, Teile konstruiert und manchmal auch noch Schlitzdüsen, Auswerfer- oder Schliesssysteme fertigt und montiert. «Natürlich möchte man sich bei so einem hohen Aufwand und damit verbunden Kosten absichern und die Qualität überwachen», erklärt Sammer.

Neben der einfachen Bedienung der Messsoftware sieht er als weiteren Vorteil die reibungslose Zusammenarbeit mit Blum-Novotest, die inzwischen seit 2010 besteht: «Der technische Support ist immer sehr engagiert und nimmt sich Zeit. Auch Ideen für Weiterentwicklungen oder Verbesserungsvorschläge der Software finden ein offenes Ohr. Daher wünschen wir uns auch für die Zukunft eine weiterhin gute Zusammenarbeit.»

Sammer Modell- und Formenbau GmbH AT-5301 Eugendorf, Tel. +43 6225 82 39 modellbau-sammer@speed.at, www.modellbau-sammer.at


Blum-Novotest GmbH, Vertriebsbüro Schweiz
2543 Lengnau, Tel. 032 653 77 11
r.gasser@blum-novotest.com

Die gefrästen Formen werden direkt in der Maschine vermessen und – falls notwendig – anschliessend sofort korrigiert. (Bilder: Blum-Novotest)


Einfach und schnell: Jeder Bediener ist für das Setzen der Messpunkte selbst verantwortlich.