Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 07/2016, 08.07.2016

Starke Kombination

Wer denkt, ein Hydraulikschlauch ist nur ein notwendiges Mittel zum Zweck, Fluide zu übertragen, der irrt. Dank fortschrittlicher Schlauchtechnik können heute robustere und zuverlässigere Mobilgeräte entwickelt werden. Zudem reduzieren neue Materialkombinationen wie Polyurethan und synthetische Elastomere das Ausfallrisiko erheblich. Die «Technische Rundschau» hat bei Parker Hannifin, einem der führenden Anbieter, nachgefragt, was sich aktuell auf dem Gebiet der Hydraulikschläuche tut.

(pi) Die Einsatzbedingungen für Hydraulikschläuche waren schon immer herausfordernd, teilweise sogar extrem schwierig. Wie ein Hydraulikschlauch spezifiziert wird, hat sich nicht umsonst grundlegend geändert. Ging es lange vor allem um die Abmessungen und den Aufbau, wurde 2006 die neue Norm für Schläuche (ISO 18752) eingeführt und 2012 sowie 2014 nochmals aktualisiert. «Vorteil ist, dass man nun die Einsatzanforderungen für Bagger, Ernte- oder Industriemaschinen direkt in eine passende, verlässliche Schlauchspezifikation umsetzen kann», sagt Luca Pozzi, Produktmanager bei Parker Hannifin.

Jeder Schlauchausfall kann schwerwiegende Auswirkungen bis hin zu Personenschäden zur Folge haben. Daneben können die Ausfallkosten erheblich sein, vor allem dann, wenn ein Ersatzschlauch nicht sofort verfügbar ist. «Untersuchungen belegen», weiss Luca Pozzi, «dass überall dort, wo Hydraulik eingesetzt wird, 35 bis 65 Prozent der Stillstandszeiten auf vorzeitigen Schlauchausfall zurückgeführt werden können.»

Um die Schlauchtechnologie weiterzuentwickeln und eine höhere Zuverlässigkeit, bessere Leistungsfähigkeit und längere Lebensdauer zu erreichen, wurden schon viele Lösungsmöglichkeiten in Betracht gezogen. «Die meisten Überlegungen führten zu dem Ergebnis, dass für die Herstellung eines modernen Schlauchs idealerweise nicht nur ein Werkstoff eingesetzt werden sollte», bemerkt dazu Produktmanager Pozzi.

Parker Hannifin hat deshalb ein neues Hydraulikschlauchprogramm entwickelt, das auf der Kombination von einer Polyurethan (PU)-Aussenschicht und einer Innenschicht aus synthetischem Elastomer basiert. PU bietet laut Pozzi zahlreiche Vorteile: «So ist die mechanische Festigkeit von PU hervorragend. Es ist zudem schlag- und äusserst abriebfest sowie widerstandsfähig gegen witterungsbedingte Zersetzung, die durch intensive Sonneneinstrahlung, Ozon oder extrem niedrige Temperaturen hervorgerufen werden kann.»

Die Flexibilität der neuen Schläuche ist mit der von herkömmlichen Gummischläuchen vergleichbar. Es können jedoch engere Biegeradien für den Einsatz in komplexen und kompakten Anlagen erzielt werden. «Ein weiterer Vorteil ist», sagt Luca Pozzi, «dass thermoplastische Kunststoffe miteinander verschweisst und so zu einer Doppelleitung verbunden werden können.»

Dank eines neuen Produktionsverfahrens ist es Parker gelungen, eine Innenschicht aus synthetischem Elastomer in Schläuche mit PU-Aussenschicht einzubinden. Der Elastomerwerkstoff ist beständig gegen viele unterschiedliche Medien, unter anderem trockene Luft, Wasser, Wasser-Öl-Emulsionen, Schmieröl, Mineralöl und Wasser-Glykol-Gemische. Dadurch können die neuen Schläuche für ein breites Anwendungsspektrum spezifiziert werden. Ein nicht zu unterschätzender weiterer Vorteil ist laut Luca Pozzi: «Weil die PU-Aussenschicht in vielen Farben verfügbar ist, können damit das transportierte Medium oder die Zufuhr- und Rückleitungen gekennzeichnet werden.»

Das neue Schlauchprogramm aus Polyurethan und synthetischem Elastomer umfasst die drei Produktreihen «462 PU», «692 PU»und «837 PU-Plus». Die jeweiligen Schlauchtypen sind auf den speziellen Einsatz beziehungsweise die spezielle Anwendung abgestimmt. Alle Schläuche verfügen über eine hochabriebfeste PU-Aussenschicht.


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Hydraulikschläuche, die Polyurethan und synthetische Elastomere kombinieren, verringern den Wartungsaufwand und verhindern vorzeitigen Schlauchausfall; vermeiden dadurch auch potenzielle Stillstandskosten. (Bild: Parker)

Auf einen Blick

Drei neue Typen von Hydraulikschläuchen

Parker Hannifin bringt drei neue Schlauchtypen, die eine Innenschicht aus synthetischem Elastomer mit einer hochabriebfesten PU-Aussenschicht kombinieren:

  • Der Schlauchtyp «462 PU» ist ein kompakter Mitteldruck-Hydraulikschlauch mit zwei Geflechtslagen aus Stahldraht als Druckträger. Der Schlauch ist als Einfach- oder Zwillingsschlauch verfügbar.
  • Der Typ «692 PU» besteht aus einer oder zwei Geflechtslage(n) aus Stahldraht und bietet die gleichen Eigenschaften wie Typ 462 PU, wurde aber speziell für die bei Anwendungen mit einer Umlenkrolle geforderte Abriebfestigkeit entwickelt. Er ist somit ideal für Förderzeuge, Gabelstapler und Teleskop-lader geeignet.
  • «837 PU-Plus»-Schläuche sind Niederdruck-Steckschläuche mit Druckträgern aus hochwiderstandsfähigem Textilfasergeflecht. Dadurch sind sie bestens geeignet für Anwendungen in Kühlkreisläufen, als Schlauchbündel für Druckluftapplikationen sowie für die Robotertechnik, Fertigungsstrassen in der Automobilindustrie, Kunststoff-Spritzguss- und ähnlichen Anwendungen mit konstanter Reibung.

Quelle: Parker