Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 08/2016, 19.08.2016

Basistunnel trocken gelegt

In jeder grossen Tunnelanlage wie dem Gotthard-Basistunnel, wo die Eisenbahnzüge mit bis zu 250 km/h durchbrettern sollen, fällt Bergwasser und Schmutzwasser an. Diese Wasser müssen sicher aus dem Tunnel geleitet und verarbeitet werden. Im Gotthard hat Endress+Hauser die komplette Messtechnik für die Tunnelentwässerung geliefert.

(msc) Nach über 20 Jahren Planungs- und Bauzeit wurde am 1. Juni die Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels gefeiert. Bis zu 2300 m hoch türmt sich der Fels über der 57 km langen neuen Strecke. Die Konstruktion muss nicht nur hohem Bergdruck standhalten, sondern auch das Einsickern grosser Mengen Bergwasser verhindern. Trotzdem fallen in der Tunnelentwässerung noch insgesamt bis zu 555 l/min zur Entsorgung an.

Damit der Tunnel trocken bleibt, wurden in den beiden einspurigen Röhren jeweils zwei Abwasserleitungen in der Tunnelsohle verlegt. Das System trennt das saubere Bergwasser vom Schmutzwasser. Dieses ist meist ebenfalls sauber, muss aber zum Abtransport allfälliger Verunreinigungen im laufenden Betrieb oder im Fall einer Havarie abgezweigt werden. Pro Tunnelröhre und Richtung werden in jeder Sekunde fünf Liter Schmutzwasser aus dem Tunnel befördert. In Auffangbecken an beiden Tunnelenden wird es gesammelt und auf Verunreinigungen kontrolliert.

Die Messtechnik für die Tunnelentwässerung hat der Prozessautomatisierungs-Spezialist Endress+Hauser geliefert: Mit 180 teilweise explosionsgeschützten Messgeräten und drei Messpanels werden neben den Durchflussmengen eine Reihe von weiteren Parametern von Berg- und Schmutzwasser ermittelt.

Dort, wo es um Niveaumessungen des Wasserspiegels geht, werden hydrostatische Füllstandmesser vom Typ Waterpilot FMX21– eine ölfreie kapazitive Keramikmesszelle –, oder wenn es um die berührungslose Messung geht, der Prosonic FMU4x Ultraschallsensor eingesetzt. Der zum FMU4x gehörende Messumformer FMU90 kann die Signale von bis zu zwei Sensoren verarbeiten.

Bei der Druchflussmessung kommen magnetisch-induktive Geräte des Typs Promag W 400 zum Einsatz. Die integrierte Heartbeat Technology ermöglicht bei ihnen jederzeit eine Geräteverifikation.

Zur pH-Messung werden Sensoren mit Memosens-Technologie verwendet. Sie digitalisieren den Messwert im Sensorkopf und übertragen ihn kontaktlos über eine induktive Verbindung, die den Sensor auch mit Spannung versorgt. Dieses Prinzip schliesst Probleme mit Feuchtigkeit und Korrosion aus.

Für die Messung sorgt der digitale Indumax CLS50D. Der robuste Sensor verbindet die Prozess- und Datensicherheit der digitalen Memosens-Technologie mit einfacher Handhabung.

Bei der Flüssigkeitsanalyse kommen digitale Multiparameter-Messumformer des Typs Liquiline CM44x zum Einsatz. Sie zeichnen sich durch einheitliche Bedienung und standardisierte Komponenten aus.

Für Stefan Bürki, der bei Endress+Hauser Schweiz das Projekt verantwortet, hat die Installation besondere Bedeutung: «Ich bin schon ein wenig stolz, bei diesem Jahrhundertprojekt dabei zu sein!»

Endress+Hauser Metso AG 4153 Reinach, Tel. 061 715 75 09 info@ch.endress.com

Sindex Halle 3.2 Stand C06




Magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte des Typs Promag W 400 sind spezialisiert auf Anwendungen in der Wasserindustrie.


Die Ultraschall-Sensorreihe «Prosonic FMU4x» von Endress+Hauser für die berührungslose Füllstandsmessung. Den dazugehörigen Messumformer FMU90 gibt es als Feld- oder Hutschienengehäuse. (Bilder: E+H)