Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 08/2016, 19.08.2016

Die Grenzen verschwimmen

Der Spann- und Greiftechnikspezialist Schunk hat die anthropomorphe Fünffinger-Greifhand in das standardisierte Modulprogramm für mobile Greifsysteme aufgenommen. Die Hand ist auch ein Symbol dafür, dass Industrie- und Servicerobotik immer enger zusammenwachsen.

(msc) In der aktuellen Entwicklung in der Robotik wird eines immer deutlicher: Damit robotergestützte Assistenzsysteme im industriellen Alltag selbstverständlich werden, braucht es eine enge Verzahnung mit komplexen Software- und Sensorlösungen. Dazu sind laut den Experten bei Schunk die Grundlagen in der Servicerobotik bereits geschaffen und der Fokus richtet sich jetzt verstärkt auf Aufgaben im industriellen Alltag. Zugleich wächst der Bedarf an multifunktionalen Systemen, die einen dauerhaft rentablen Einsatz ermöglichen.

Die Entwicklung der physikalischen und der kognitiven Interaktion muss dazu künftig konsequent aufeinander abgestimmt werden. Vor allem im Miteinander der einzelnen Disziplinen sieht die Servicerobotik-Community den Schlüssel für künftige Erfolge. So soll es gelingen, intelligente Serviceroboterlösungen zu realisieren, welche die hohen Anforderungen beispielsweise der Automotive-Industrie erfüllen.

Während bislang viele Operationen ausschliesslich isoliert betrachtet wurden, sind künftig immer häufiger integrierte Lösungen gefragt. Aus dem isolierten Blick, beispielsweise auf das Greifen, wird so ein komplexer Blick auf das Greifen im unmittelbaren Umfeld des Menschen. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Themen Safety, intuitive Programmierung, aber auch die vorausschauende Interaktion mit dem Menschen, die besonders komplexe Algorithmen erfordert.

Mechanische Komponenten, Sensoren, Software, die Kommunikation innerhalb der Systeme und die Schnittstelle zum Nutzer werden immer stärker als Einheit verstanden. Fest steht nach An-sicht der Experten, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit in der Servicerobotik extrem hoch ist und grosse Potenziale bietet.

Als eine Konsequenz hat Schunk die für Servicerobotik-Anwendungen konzipierte mechatronische Fünffinger-Greifhand SVH zur Serienreife geführt. Wahlweise ist sie als linke oder rechte Hand erhältlich. Sie gleicht in Grösse, Form und Beweglichkeit stark dem menschlichen Vorbild. Mithilfe von neun Antrieben können ihre fünf Finger unterschiedlichste Greif­operationen ausführen. Elastische Flächen an den vorderen Fingergliedern sollen den zuverlässigen Halt an den gegriffenen Objekten sichern.

Zahlreiche darstellbare Gesten sollen sogar eine visuelle Kommunikation zwischen Mensch und Serviceroboter ermöglichen. Die Steuer-, Regel- und Leistungselektronik ist komplett in die Handwurzel integriert, wodurch sich kompakte Lösungen realisieren lassen. Die Ansteuerung erfolgt wahlweise über Profibus oder CAN-Bus. Über definierte Schnittstellen kann die SVH mit marktüblichen Industrie- und Leichtbaurobotern verbunden werden. Für den Einsatz in mobilen Anwendungen ist die Energieversorgung auf batteriegerechte 24 V DC ausgelegt.

Die Inbetriebnahme der Fünffingerhand ist laut Hersteller mit allen gängigen Webbrowsern möglich. Eine App, die auf handelsüblichen Smartphones, Tablets und PCs genutzt werden kann, stellt der Hersteller zur Verfügung.

Schunk Intec AG 8307 Effretikon, Tel. 052 354 31 31 info@ch.schunk.com

Sindex Halle 3.0 Stand A03



Die multifunktionale Fünffinger-Greifhand SVH von Schunk. (Bild: Schunk)