Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 09/2016, 09.09.2016

Genauigkeit gesteigert

Mit dem «KomTronic»-U-Achssystem «UAS 160» erweitert die Komet Group ihre Modellreihe der mechatronischen Werkzeuge: Ausgestattet mit einem direkten Wegmesssystem am Schieber sind nun auch hochgenaue Kontur- und Drehbearbeitungen möglich.

(pi) Die neue Baureihe 3 der KomTronic-U-Achse UAS 160 wird erstmals zur AMB in Stuttgart vorgestellt. Neben einigen mechanischen Verbesserungen soll vor allem das direkte Wegmesssystem am Schieber (SMS) die Türe zur Präzisionsbearbeitung öffnen. Denn dadurch lassen sich wiederholbare Genauigkeiten im Bereich von ± 3 µm realisieren.

Durch die unmittelbar am Schieber stattfindende Wegmessung werden auch Störgrössen mechanischer Elemente wie die Toleranzen der Antriebselemente, Temperaturgang und Verschleiss berücksichtigt. Michael Renz, Leiter Produktlinie Aussteuerwerkzeuge bei der Komet Group, ist vom Ergebnis begeistert: «Die Steuerung kann unmittelbar auf die Messdaten reagieren, sodass sich die Genauigkeit des Messsystems, das eine Auflösung kleiner 1 µm aufweist, in der Bearbeitungsqualität widerspiegelt.»

Die KomTronic-U-Achssysteme bestehen im Wesentlichen aus einem kompakten Plandrehkopf mit Einfachschieber, der mittels Servomotor angetrieben wird. Sie erlauben beliebige Kontur- und Drehbearbeitungen, auch an nicht rotationssymmetrischen Teilen. Zusammen mit Standardwerkzeugen oder massgeschneiderten Aufsatzwerkzeugen und optimal ausgewählten Wendeschneidplatten können Konturen in Bohrungen sowie Aussenbearbeitungen durchgeführt werden. Zudem lassen sich Feinbearbeitungen wie das Schleifen, Rollieren und Honen auf einem Bearbeitungszentrum realisieren.

Bislang nutzen Anbieter wie die Komet Group in Ermangelung von Standards eigene Lösungen zur Energie- und Datenübertragung. Doch Michael Renz ist überzeugt, dass es noch besser geht. So machte sich der Werkzeughersteller gemeinsam mit sieben anderen Unternehmen aus den Bereichen Werkzeugmaschine, Werkzeuge, Messtechnik, Spannsysteme und Spindeltechnik sowie vier Forschungsinstituten an die Entwicklung einer herstellerübergreifenden Schnittstelle zwischen der rotierenden Spindel mit dem Werkzeug und der Steuerung eines Bearbeitungszentrums. Ein Ziel dieser Forschungsinititive «BaZMod» ist, mit standardisierter Energie- und Datenübertragung den Weg in Richtung Industrie 4.0 zu ebnen.

Obwohl das Projekt erst im Juni 2017 abgeschlossen sein wird, sind die Fortschritte heute schon sichtbar: In Zukunft wird die gesamte Energie durch die Spindel geleitet. Durch das neue Konzept lassen sich Leistungen von bis zu 600 W übertragen, was viel mehr Optionen eröffnet als bisherige Übertragungsformen. Und das ist gelebte Realität, denn ein Prototyp der Spindel ist bereits in der Herstellung.


Komet Group GmbH
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AMB Halle 1 Stand B12



Die U-Achse UAS 160 (mit Zahnleiste) lässt sich mittels Servomotor hochgenau positionieren. (Bild: Komet)