Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 09/2016, 09.09.2016

Kleine Werkzeuge ganz gross

Das 2010 gegründete dentale Fräszentrum Elaboro in Schwerin hat mit den Ingersoll-Plendur Vollhartmetall-Fräsern eine professionelle Werkzeugserie gefunden, die den hohen Ansprüchen gerecht wird und kontinuierliche Qualität bietet. Das Unternehmen produziert in erster Linie hochpräzisen, individuellen Zahnersatz.

(msc) Es ist naheliegend, dass man in einem Unternehmen an alle Zulieferer die gleichen professionellen Ansprüche stellt, wie an die eigene Produktion. Diesem Anspruch wurden aber viele der bis vor kurzem bei Elaboro eingesetzten Werkzeuge nicht gerecht. Viele Lieferanten aus der Dentaltechnik konnten industrielle Qualitätsansprüche nicht erfüllen, sowohl in Bezug auf die Anwendungsberatung wie auch auf die kontinuierliche Qualität der gelieferten Werkzeuge. Elaboro erhielt zwar häufig Testwerkzeuge geliefert, die in einer ersten Beurteilung zufrieden stellen konnten, die anschliessenden Lieferungen konnten dann aber nicht überzeugen. Diese Qualitätsschwankungen waren in der Produktion inaktzeptabel.

Auf der Suche nach einem leistungsfähigen Werkzeuglieferanten wurde man bei Elaboro auf das Plendur-Werkzeugprogramm von Ingersoll aufmerksam. Positiv überrascht wurde zur Kenntnis genommen, dass der Werkzeughersteller Schnittwerte für seine Zirkon-Dentalfräser mitliefert. Diesen – in der Industrie selbstverständlichen Service – hatte man von den bisherigen Lieferanten nicht erhalten.

In der Folge wurden Testbearbeitungen in Schwerin vorgenommen. Als Testwerkstück wurde einerseits eine Zahnbrücke aus Material PEEK gewählt. Ein Torusfräser mit Durchmesser 6 mm wurde mit hoher Zustelltiefe und Bahnüberlappung sowie mit einer Schnittgeschwindigkeit von bis zu 500 mm/min und einem Vorschub von 1602 mm/min eingesetzt. Die Spannung des Bauteiles war sehr labil, der Fräser lief jedoch vibrationsfrei und verursachte lediglich eine sehr geringe Gratbildung. Die Tests mit dem Werkzeug waren so überzeugend, dass die Fertigungsverantwortlichen von Elaboro spontan beschlossen, den getesteten Torusfräser als Standardfräser für das Vorschruppen der Formen einzusetzen.

In weiteren Tests wurden Ingersoll Kugelfräser zum Schlichten und Vorschlichten von Zahnkappen aus gebranntem Zirkon eingesetzt, einem äusserst abrasiven Material. Es wurde beispielsweise ein Fräser mit Durchmesser 2,5 mm mit einer Schnittgeschwindigkeit von 140 mm/min bei einem Vorschub von 1783 mm/min eingesetzt. Auch hier überzeugten die Fräser. Eine sichere Produktion von 200 Einheiten konnte regelmässig erreicht werden, eine Menge, die von vorher verwendeten Werkzeugen nicht annähernd geschafft wurde.

Das Potential der modernen Frästechnologie und der bei Elaboro selbst entwickelten 3D-Scantechnik reicht heute über den Dentalbereich hinaus. Gescannt werden nicht nur Zähne, sondern hochpräzise, dreidimensionale Objekte jeglicher Geometrie. So hat man beispielsweise erfolgreich Greifer für das Handlingssystem eines Kunden produziert.

«Dank unserer industriellen Produktion fertigen wir heute auch das Einzelteil nach hohem Industriestandard wie in einer Serienfertigung, immer getreu unserem Firmennamen, der aus dem Lateinischen stammt und soviel bedeutet wie: ich arbeite etwas sorgfältig aus», erläutert der Geschäftsführer von Elaboro, Michael Schmidt die Fertigungsphilosophie.

Diese hinzugewonnene Kompetenz dokumentiert auch die Zertifizierung des Unternehmens nach EN ISO 13485. Sie deckt den folgenden Geltungsbereich ab: Herstellung von kundenspezifischen Modellen, Unikaten, Prototypen und Kleinserien aus Metall, Kunststoff und Keramik für die Dental- und Medizintechnik, Herstellung von Dentalkeramik.

Ingersoll Werkzeuge: Schnegg Tools AG
2563 Ipsach, Tel. 032 333 70 33
info@schnegg-tools.ch

AMB Halle 1 Stand C12



Fertig gefräste Zahnkappe mit Ingersoll Plendur-Fräser. (Bilder: Ingersoll)


Verschiedene Greifer für Handling-Systeme als Beispiel für Produkte, die von Elaboro nach Kundenspezifikation gefertigt wurden.


Planung der Zahnkappenbearbeitung.

Ingersoll Plendur-Programm

Mit dem neuen Plendur-Programm hat Ingersoll eine Werkzeugserie mit 17 verschiedenen Werkzeugtypen für die Feinbearbeitung im Werkzeug- und Formenbau und für die Dentaltechnik entwickelt. Die Serie umfasst die verschiedensten Geometrien, von Kugelfräsern über Torusfräser und Schaftfräser bis zu Hochvorschubfräsern. Je nach Ausführung und Bearbeitungsaufgabe erstrecken sich die Durchmesser von 0,3 mm bis 32 mm. Auch die Schneidstoffpalette reicht von unbeschichteten Hochleistungshartmetallen über TiAlN-beschichtete Werkzeuge bis zu Vollkeramik- und diamantbeschichteten Fräsern. Auch Werkzeuge mit innerer Kühlmittelzufuhr und Überlängen werden angeboten. Die lieferbare Palette der Werkzeugaufnahmen deckt sowohl die Standardaufnahmen nach DIN 6535 HA und DIN 1835 A wie auch alle auf dem Markt befindlichen Sonderaufnahmen der Maschinenhersteller ab.