Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 01/2017, 20.01.2017

«Digitales Angebot, damit Innovation entsteht»

Mit der «Swiss Plastics Platform» lanciert ein breites Bündnis aus Verbänden und Industrievertretern unter der Dachmarke «Swiss Plastics» ein neues Angebot für Hersteller und Anwender. Die «Technische Rundschau» sprach mit Matthias Baldinger von der Additively AG über Sinn und Zweck dieser Plattform.

Autor: Wolfgang Pittrich

Herr Baldinger, was hat es mit der «Swiss Plastics Platform» genau auf sich?

Damit Innovation entsteht, müssen die richtigen Partner zusammenfinden. Diese Aufgabe übernimmt alle drei Jahre für drei Tage die «Swiss Plastics Expo». Für die Zeit zwischen den Messen entsteht neu die Swiss Plastics Platform. Die Plattform richtet sich an alle Personen, die mit Kunststoff arbeiten. Sie bringt diese Anwender digital mit den richtigen Anbietern zusammen, damit Innovation entsteht.

Wer steckt von Anbieterseite hinter dieser Plattform?

Die Plattform ist Teil der Dachmarke «Swiss Plastics» und somit breit in der Kunststoffindustrie und deren Absatzmärkten abgestützt. Einerseits sind als Partnerorganisationen der Swiss Plastics Verband dabei, der auch das Patronat übernimmt, sowie der Swiss Plastics Cluster, Swissmem, Carbon Composites Schweiz und der Health Tech Cluster Switzerland. Andererseits unterstützen elf Pionierfirmen aus der Industrie den Aufbau. Umgesetzt wird die Plattform durch die Messe Luzern, welche die Swiss Plastics Expo durchführt, und Industry+ von Additively, ein Spin-off der ETH Zürich.

Ein wichtiger Teil dieser Plattform sind die sogenannten Innovationsfelder, die mehr oder weniger den Rahmen für dieses neue Online-Angebot bilden. Wer hat diese Felder definiert, und warum wurde gerade diese Auswahl getroffen?

Innovationsfelder sind die Themengebiete, die in den kommenden Jahren am meisten Potential für Innovationen mit Kunststoff versprechen. Diese sollen Personen, die mit Kunststoff arbeiten, inspirieren, wo es in Zukunft Möglichkeiten für neue Ideen und Verbesserungen gibt. Basierend auf einer umfassenden Studie aus Deutschland wurden verschiedene Schweizer Forschungsinstitute rund um das Themenfeld Kunststoff befragt, wie beispielsweise Prof. Samuel Affolter vom MNT, Prof. Andreas Amrein vom IMPE, Prof. Per Magnus Christiansen vom INKA, Prof. Frank Ehrig vom IWK, Prof. Markus Grob vom IKT und Prof. Jean-Marc Boéchat vom iRAP.

Welchen Nutzen kann der Anwender aus dieser Plattform ziehen?

Die Swiss Plastics Platform soll das Leben aller, die mit Kunststoff arbeiten, einfacher machen. Ein spezieller Fokus liegt hierbei auf den Anwendern in den Absatzindustrien – also den Kunden der Kunststoffindustrie. Hierbei geht es um drei Hauptpunkte ...

Können Sie das bitte präzisieren?

Punkt 1: Einfacher finden, was man sucht. Mit verschiedenen intelligenten Suchfunktionen kann die Kunststoffindustrie durchsucht werden. So können die richtigen Anbieter, Produkte, Dienstleistungen, Aus- und Weiterbildungen und vieles mehr gefunden werden. Punkt 2: Inspiriert werden zu Innovation mit Kunststoff. Nutzer könne hierzu den verschiedenen Innovationsfeldern wie Leichtbau, Funktionsintegration oder Additive Manufacturing folgen, um reale Anwendungsbeispiele kennenzulernen. So werden sie zu Innovation inspiriert. Und Punkt 3 zielt darauf, mit Kollegen Networking zu betreiben. Die Swiss Plastics Platform vernetzt alle, die mit Kunststoff arbeiten. Dank dem Networking-Tool, das ab Januar 2017 zur Verfügung steht, können Nutzer beispielsweise bereits vor Branchenveranstaltungen sehen, wer daran teilnimmt. So können diese für Meetings mit bestehenden Kollegen oder zum Knüpfen neuer Kontakte gezielt genutzt werden.

Und was hat der Hersteller oder Dienstleister davon, wenn er auf der Plattform gelistet ist?

Für Anbieter ist die Swiss Plastics Platform ein interessanter Kanal, um mit potentiellen Kunden in Kontakt zu treten. Dabei geht es nicht darum im klassischen Sinn Werbung zu machen, sondern den Mehrwert, den die Anbieter zu den verschiedenen Innovationsfeldern leisten können, darzustellen. Um genau diese Stärke glaubwürdig aufzuzeigen, präsentieren sie auf der Plattform reale Anwendungsbeispiele bei ihren Kunden, so genannte «Showcases». Dank diesen werden die Anbieter von potentiellen Neukunden, die sich für eine ähnliche Lösung interessieren, gefunden und kontaktiert. Anders als bei anderen Kanälen, wo Anbieter Kunden suchen müssen, werden sie auf der Swiss Plastics Platform von diesen gefunden.

Sind die Einträge in die Plattform kostenpflichtig?

Um auf der Plattform ab dem offiziellen Launch präsent zu sein, benötigen Anbieter ein kostenpflichtiges Abonnement.

Gibt es mittelfristige Ziele, die Sie sich als Mitbetreiber der Plattform gesetzt haben?

Unsere Vision ist es, durch das Zusammenspiel zwischen Online und Offline Anbieter und Kunden besser zusammen zu bringen, damit mehr Innovation mit Kunststoff entsteht und somit die ganze Kunststoffindustrie gefördert wird.

Ab wann ist die Plattform für die Öffentlichkeit verfügbar?

Die Plattform ist seit Herbst 2016 als Beta-Version online unter «www.swissplastics.com». Basierend auf dem Feedback der Anbieter und Nutzer wird sie Schritt für Schritt weiterentwickelt, um möglichst gut deren Bedürfnisse zu erfüllen. Offiziell lanciert wird die Plattform am Abendevent der Swiss Plastics Expo am 25. Januar 2017.


Swiss Plastics Platform: Industry+ von Additively AG
8005 Zürich, Tel. 044 552 44 64
contact@swissplasticsplatform.com,
www.swissplastics.com



Matthias Baldinger, der mit Industry+ seiner Additively AG ein Betreiber der Swiss Plastics Platform ist: «Für Anbieter wie Hersteller oder Dienstleister ist diese Online-Plattform ein interessanter Kanal, um mit potentiellen Kunden in Kontakt zu treten.» (Bild: Additively)

Fact Sheet

Swiss Plastics Expo

Was: Messe Swiss Plastics Expo

Wo: Messe Luzern

Wann: 24. bis 26. Januar, 9.00 bis 17.00 Uhr

Ticket: CHF 25.-;

Weitere Informationen:

www.swissplastics-expo.ch