Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 01/2017, 20.01.2017

Jedes Joghurt ist jetzt rückverfolgbar

Die grösste Schweizer Milchverarbeiterin, Emmi, hat ihre grössten fünf Schweizer Produktionsstandorte mit insgesamt 350 Maschinen digitalisiert. Dabei vertraute man auf «Wonderware» von Schneider Electric.

(msc) Nach Umsetzung der durchgehenden Digitalisierung mittels «Wonderware» kann Emmi seit diesem Sommer Produktionsdaten auf Knopfdruck analysieren. Dank erheblichem Effizienzgewinn rechnet Emmi mit einer Amortisation der Investition in lediglich zwei bis drei Jahren.

Die Grossmolkerei ist in den letzten Jahren stark gewachsen und verarbeitet mittlerweile die Milch jeder vierten Schweizer Milchkuh. Daraus entstehen europaweite Bestseller, wie der Kaffeedrink Caffè Latte, sowie viele verschiedene Käse- und Frischproduktspezialitäten. Die Produktionsprozesse waren dabei – historisch dadurch bedingt, dass während Jahren regionale Molkereibetriebe übernommen worden waren – je nach Emmi-Werk sehr unterschiedlich.

Wonderware vereinheitlicht heterogene IT-Landschaft

«Dank der Digitalisierung verfügen wir nun über einen standardisierten Produktionsprozess für alle Schweizer Fabriken und erkennen Effizienzpotenziale viel rascher», sagt Thomas Arnold, Produktionsleiter des Werks in Emmen.

Mit jeder Akquisition von Emmi kamen jeweils neue Prozessleitsyteme hinzu. «Wir hüteten einen ganzen Zoo an IT-Systemen», sagt Reto Stocker, Projektleiter MES bei Emmi, «was die Beschaffung von produktionsrelevanten Daten extrem aufwändig machte.» Die Einführung eines konzernweiten ERP-Systems (Enterprise Ressource Planning) bot die Chance, auch das Produktionsleitsystem zu vereinheitlichen und zu digitalisieren.

Emmi setzte die Software-Lösung Wonderware von Schneider Electric bereits erfolgreich im Umfeld der Prozessleitsysteme ein. Daher entschieden sich die Verantwortlichen auch beim übergreifenden Produktionsleitsystem für Wonderware. Zum Einsatz kommen in der ersten Phase nebst der Systemplattform die Module MES Operation und MES Performance.

Als Systemintegrationsspezialist kam dabei das Beratungsunternehmen ACS aus Wil zum Zug. Das auf die Nahrungsmittelindustrie spezialisierte Team von ACS bildete sämtliche Produktionsschritte detailliert ab und integrierte innert zwölf Monaten insgesamt 350 Fertigungsmaschinen ins MES. Dies an den Standorten Suhr, Emmen, Langnau, Dagmersellen und Oster­mundigen.

«Die Technologieplattform Wonderware eignet sich ideal dafür, heterogene Systeme zusammenzuführen und ist bereit für die künftige Entwicklung des Konzerns», erklärt Lorenz Meyer, stellvertretender Geschäftsführer von ACS.

Wertvolle Daten – bessere Rückverfolgbarkeit

«Die Produktionsmitarbeitenden haben die Umstellung von Papier auf Scanner, Touchscreen und Handheld-Computer gut aufgenommen», so Stocker.

Jeder einzelne Arbeitsschritt ist detailliert messbar: von der Anlieferung der täglich rund 300 000 Liter Milch in Emmen bis hin zu Palettierung und Abtransport der Produkte. «Mit Wonderware haben wir erstmals alle Produktionsdaten zur richtigen Zeit am richtigen Ort. So können wir die Sicherheit und Performance der Produktion laufend optimieren, Stillstandzeiten senken und die Rückverfolgbarkeit deutlich verbessern», sagt Thomas Arnold. Eine Investition, die sich rechnet. Im besten Fall ist sie gemäss Emmi bereits nach zwei Jahren amortisiert.

Emmi 6002 Luzern, Tel. 058 227 27 27 info@emmi.com


Schneider
Electric (Schweiz) AG
3063 Ittigen, Tel. 031 917 33 33
info@ch.schneider-electric.ch



Mit Handheld-Computern wird jeder Produktionsschritt detailliert erfasst.


Lebensmittelproduktion bei Emmi – ab jetzt papierlos: Jedes Joghurt ist jetzt rückverfolgbar, wenn es sein muss, bis zur Kuh, von der die Milch stammt. (Bilder: Schneider Electric)


Emmi-Projektleiter Reto Stocker vor einem der MES-Bildschirme.