Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 01/2017, 20.01.2017

Zustandsüberwachung ist auf dem Vormarsch

Das Leitthema der am 8. und 9. Februar in der Messe Zürich gastierenden Maintenance lautet: Digitalisierung in der Instandhaltung. Die Vortragsserie im «Science Center» der Messe bietet erneut spannende Referate zu verschiedenen Instandhaltungsthemen.

(msc) Einer der Referenten auf der Mainenance, Jan Krückel, leitet bei der ABB Schweiz AG die Abteilung Marketing und Sales im Bereich Motoren & Generatoren Service. In diesem Bereich werden in einer gut 4000 m2 grossen Werkstatt in Kleindöttingen Revisionen und Reparaturen an Motoren und Generatoren durchgeführt. Zum Spektrum der Dienstleistungen gehört aber unter anderem auch die vorbeugende Wartung von Motoren.

Dieses Wartungskonzept hat mit Blick auf Industrie 4.0 für Jan Krückel einen grossen Stellenwert. Im Gespräch mit der «Technischen Rundschau» betont er, dass der Einsatz einer fest installierten Zustandsüberwachung für die Niederspannungsmotoren, wie sie in der Industrie praktisch flächendeckend verwendet werden, bisher aufwändig und deshalb schlicht zu teuer war. «Deshalb laufen die meisten Niederspannungsmotoren einfach so lange, bis sie ausfallen», weiss er. Bei diesen Antrieben sei bis anhin eine vorausschauende Wartung in der Praxis kaum umgesetzt worden. Stattdessen habe man mit Erfahrungswerten gearbeitet, also beispielsweise mit festgelegten Schmierintervallen für die Lager. Oder man tauschte Motor nach fixen Laufzeiten aus, weil man davon ausging, dass ab diesem Punkt das Risiko eines Ausfalles wegen altersbedingt nachlassender Isolation beim Anwender zu gross werde. «So wurden teilweise auch Servicearbeiten durchgeführt, die gar nicht unbedingt nötig gewesen wären», ist Krückel überzeugt.

Das ändere sich jetzt, da ist er sich sicher: «Seit letztem Jahr bietet ABB einen intelligenten Sensor an, der die notwendigen Daten am laufenden Motor erhebt und ins System kommuniziert. Dieser Smart Sensor ist einerseits zusammen mit neuen Motoren erhältlich, andererseits kann er an älteren Motoren nachgerüstet werden. Damit werden auch solche Antriebe Industrie-4.0-fähig. Der Sensor ermöglicht eine durchgehende Zustandsüberwachung indem er laufend Daten zu Temperatur, Vibrationen und Energiefluss an den Cloud-basierten ABB-Server übermittelt. Dort werden die Daten analysiert. Wenn beispielsweise über Monate hinaus die Temperatur des Motors ansteigt oder Vibrationen zunehmen, deutet dies auf steigenden Verschleiss in der Isolation oder in den Lagern hin. Aus der Datenanalyse kann der genau richtige Zeitpunkt für die notwendige Wartungsarbeit bestimmt werden. Hier sprechen wir also bei Industrie 4.0 nicht mehr über eine Vision, sondern dies ist heute in der Motorenwartung Realität. Die Produkte, die das können, sind bereits auf dem Markt.»

Bei der Auswertung der Daten und damit der Qualität der Prognosen spielt ABB alle Trümpfe eines Motorenherstellers aus, betont Krückel: «Der Entwickler eines Motors kennt diesen am besten und bringt sein Wissen beim Thema Datenauswertung ein. So kann mit analytischen Prozessen die Datenbasis viel detaillierter und präziser ausgewertet werden, als es ein reiner Dienstleister, der mit ihm fremden Motoren arbeitet, mit derselben Datenbasis könnte. Ihm fehlen die Erfahrung und die detaillierten Zusammenhänge.»

Ein weiteres Thema sind für Krückel Frequenzumrichter, mit denen Motoren überwacht werden. Es bringt in seinen Augen nichts, wenn man einen Motor exakt überwachen kann, das Gesamtsystem dann aber an anderen Punkten Schwächen hat: «Auch hier geht der Weg in Richtung digitaler Service. Heute ist viel mehr möglich als noch vor wenigen Jahren: Fehlermeldungen werden vom FU auf Smartphones übertragen.»

Mit solchen Frequenzumrichtern lassen sich Status abrufen bis hin zu Serien- und Ersatzteilnummern und Serviceterminen, führt Krükel weiter aus. Und er betont: «Der Weg, den ABB eingeschlagen hat, bezieht sich also nicht auf einzelne Produkte sondern auf die gesamte Produktpalette. Unter dem Strich kann der Anwender durch die permanente Zustandsüberwachung seine Produktivität steigern, denn die zur richtigen Zeit durchgeführten Serviceaktionen reduzieren das Ausfallrisiko und senken die Kosten.»

ABB Schweiz AG, Motoren und Generatoren Service
5314 Kleindöttingen, Tel. 058 586 67 41
service.motors@ch.abb.com

Maintenance Halle 3 Stand C10
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4132 Muttenz, Tel. 061 228 10 00
schweiz@easyfairs.com



Motoren von ABB mit Smart Sensoren – sie sind in den seitlich angebrachten Boxen enthalten.


Jan Krückel, ABB Schweiz (Bilder: ABB)

Fact Sheet

Maintenance Schweiz

Die Maintenance gilt als die führende und grösste Fachmesse für die industrielle Instandhaltung in der Schweiz. Nach einem deutlichen Wachstum in 2016 findet sie 2017 zum 10. Mal statt. Die Messe setzt Impulse für Innovationen und Trends, und sie bietet eine Plattform für Business und Wissenstransfer. Das Motto der aktuellen Ausgabe der Maintenance Schweiz lautet: «Digitalisierung im Instandhaltungssektor».

Wann: 8. und 9. Februar, 9.00 bis 17.00 Uhr (9. Feb. nur bis 16.00 Uhr)

Wo: Messe Zürich, Halle

Ticket: kostenlos bei Onlineregistrierung mit Code; Tageskasse: 30.– Fr.

www.easyfairs.com/de/maintenance-schweiz-2017