Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG

Werbung

Ausgabe 11/2017, 10.11.2017

«Top Preis-Leistungs-Verhältnis»

Mit der «Baseline»-Reihe bietet Chiron nach eigenen Worten die idealen Maschinen für Lohnfertiger, um ins Portfolio des Werkzeugmaschinenherstellers einzusteigen. Wie sehr diese Einschätzung zutrifft, zeigt das Beispiel proCNC AG: Der ambitionierte Zulieferer war von der «FZ 15 W Baseline» so angetan, dass er sofort eine zweite Maschine orderte.

Autor: Wolfgang Pittrich

Dass es sich für Werkzeugmaschinenhersteller lohnt, auf den Aussendienst zu hören, wenn dieser eine abgespeckte Modellreihe zu überschaubarem Invest anmahnt, belegen die folgenden Zeilen. Genauer gesagt geht es um die Baseline-Modelle der Chiron-Werke GmbH. Der im deutschen Tuttlingen beheimatete Hersteller gehört mit seinen Ein- und Doppelspindlern in die Werkzeugmaschinen-Super-League, wenn es um Qualität, Präzision und Schnelligkeit geht. Lange Jahre hatten die Chiron-Aussendienstmitarbeiter, darunter auch Ruedi Schalch vom Schweizer Büro, für eine Einstiegsvariante geworben.

2014 war es dann soweit: Die Baseline-Modellreihe erblickte auf der Chiron-Hausmesse «Open House» das Licht der Welt, wobei die Vorgaben für die Maschinen laut Ruedi Schalch klar definiert waren: «Wo Chiron draufsteht ist auch Chiron drin. Das heisst: Die Baseline-Maschinen werden komplett in Tuttlingen aus den gleichen Komponenten gefertigt wie alle anderen Chiron-Maschinen auch.» Einzige Einschränkung ist, dass die Baseline nur fertig vorkonfektionierte Maschinen kennt, ohne weitere Optionen. Dafür liegt der Preis rund 30 Prozent unter den vergleichbaren grossen Brüdern und Schwestern aus dem Hause Chiron.

Ein Konzept, das bei Florian Lischer sehr gut angekommen ist. Der Juniorchef des Zulieferers proCNC AG aus Perlen ist erklärter Fan von Maschinen «Made in Europe» und liebt ausgetüftelte Maschinen- und Automatisierungslösungen. So wurde vor Kurzem eine Automatisierungszelle auf Basis eines Kuka-Roboters in Betrieb genommen, die ganz auf die Bedürfnisse von proCNC abgestimmt ist, bis hin zum selbstentwickelten Greifer: «Unser Ziel war, dass der Roboter die Arbeit eines Bediener übernimmt und dabei schnell und flexibel umzurüsten ist.» Das Ergebnis: Innert zehn Minuten kann Kollege Robbi neue Teile handhaben.

Der Lohnfertiger proCNC existiert seit 25 Jahren, und wurde von Georg Lischer, dem Vater von Florian Lischer, aus einem bestehenden Betrieb heraus gegründet. Mit 15 Mitarbeitern wird ein breites Spektrum an Werkstoffen bearbeitet, von Stahl und Edelstahl über Aluminium und Buntmetallen hin zu Kunststoff. Zudem übernimmt man Vor- und Vollmontagetätigkeiten im Kundenauftrag. Unter anderem mit drei Hermle-BAZ, vier Biglia-Drehzentren und seit neuestem mit zwei Chiron-Baseline-Maschinen ist proCNC für die hochgenaue Bearbeitung auch kleiner Losgrössen bestens eingerichtet und bei den Kunden bekannt. Dass dabei die Leidenschaft für die Zerspanung auch zum geschäftlichen Erfolg führt, zeigt die Tatsache, dass trotz des hohen Frankenkurses der letzten Jahre die Kunden aus Deutschland und sogar Tschechien dem Unternehmen aus Perlen die Treue gehalten haben (siehe auch nebenstehendes Interview).

Leidenschaft heisst auch, dass Florian Lischer und sein Team konsequent an den Maschinenlaufzeiten drehen, um das Optimum herauszuholen. Wobei die Freude am Arbeiten gross geschrieben wird: «Wir versuchen so oft es geht, für die Mitarbeiter attraktive und anspruchsvolle Teile auf die Maschinen zu bekommen. Wenn dann noch aufgrund gemeinsamer Anstrengungen das Teil 30 Sekunden schneller läuft, umso schöner.» Jenseits aller Mitarbeitermotivationsaktivitäten muss proCNC knallhart wirtschaftlich kalkulieren. Gespannt wird deshalb rüstzeitenoptimiert auf Nullpunktspannsystemen. Und wo immer möglich, werden Teile im automatisierten Betrieb durchgeschleust. Dazu gehört, dass in versetzten Schichten gearbeitet wird, um von Montag bis Freitag eine 12-stündige Anwesenheit des Bedienpersonals zu garantieren. Allerdings geschieht die Automatisierung nicht um jeden Preis. Wenn der Aufwand für den Roboter zu gross wird, geht man den Weg des kleineren Widerstandes; sprich: Man ist sogar bereit, in eine neue Maschine zu investieren, um Werkstücke schneller und damit effektiver abzuarbeiten.

So geschehen für Teile, die das Hermle-BAZ auf fünf Seiten per Roboterbeladung zerspant. Für die finale Bearbeitung der sechsten Seite inklusive diverser Entgrat- und Anfasungsarbeiten wäre ein Umspannen durch den Roboter zwar möglich, aber aufgrund der geforderten Genauigkeit nur sehr zeitaufwändig realisierbar gewesen. Die bessere Lösung bestand darin, diese Teile auf eine separate Maschine zu geben. Um sich auch hier die notwendige Flexibilität zu erhalten, suchte man nach einer Maschinenlösung mit Wechseltisch. Warum, erklärt Florian Lischer: «Wenn das Teil eine Minute auf der Maschine läuft und ich annähernd genauso viel Zeit zum Aufspannen benötige, gewinne ich durch den hauptzeitparallelen Werkstückwechsel 50 Prozent an Zeit.» Damit aber nicht genug: «Dadurch kommt auch Ruhe in den gesamten Arbeitsablauf – und das ist in der heutigen, stressbehafteten Arbeitswelt sehr viel wert.» Weitere Punkte auf dem Pflichtenheft für die neue Maschine waren: Werkzeugaufnahme SK 40 und mindestens Made in Europe. Während Chiron-Maschinen bis dato überhaupt noch nicht auf dem proCNC-Radar auftauchten, eröffneten die Baseline-Modelle plötzlich ganz neue Perspektiven. Schnell wurde deutlich, dass vor allem die FZ 15 W Baseline den Vorstellungen von Florian Lischer ziemlich genau entsprach: «Die Maschine ist sehr schnell. Sie besteht aus hochwertigen Komponenten, und sie wird in Tuttlingen hergestellt.» Einzige Wermutstropfen: Sie ist nur mit Siemens-840 D-Steuerung lieferbar, während man in Perlen die Heidenhain-Welt forciert.

Aufgrund der sonstigen Pfunde, mit denen die Maschine wuchern konnte, nahm man diesen Abstrich gerne in Kauf. Auch deshalb, weil bei proCNC mittlerweile sehr viel auf externen Programmierplätze gearbeitet wird. Nach einem Besuch in Tuttlingen war für Vater und Sohn Lischer dann klar: «Die Maschine bietet ein Top Preis-Leistungs-Verhältnis.»

Die Baseline-Reihe bezeichnet der Werkzeugmaschinenhersteller selbst als «Produktlinie für Chiron-Einsteiger». Herausragendstes Merkmal dieser Baureihe ist sicherlich das Prädikat «Made in Tuttlingen» und die Verwendung von hochwertigen Maschinenkomponenten wie bei den sonstigen Chiron-Maschinen üblich. Aufgrund des standardisierten Aufbaus sind die Maschinen zudem schnell lieferbar. Nicht umsonst sagt Ruedi Schalch: «Die Baseline-Reihe ist ideal für Jobshops und Lohnfertiger geeignet. Denn die Maschinen sind sehr flexibel einsetzbar, bieten aber die Schnelligkeit und Qualität, wie man es von Chiron kennt und gewohnt ist.» Die FZ 15 W Baseline basiert auf einem vertikalen Fahrständerprinzip und ist als 3-Achsmaschine ausgelegt. Sie überrascht bei einem 500-er Arbeitsraum (550 × 400 × 425 mm in X-, Y- und Z-Richtung) mit einer Aufstellfläche von nur 1,62 × 3,62 m (B×T). Die Eilgänge liegen bei 40m/min. Bemerkenswert ist die Span-zu-Span-Zeit der maximal zur Verfügung stehenden 20 Werkzeuge, die von Chiron mit 2,1 s angegeben wird. Erreicht wird diese Traumzeit durch den pfeilschnellen Korbwechsler. Die Werkzeuge können als SK-40- oder HSK A-63-Schnittstelle ausgeführt sein.

Die Werkstückwechselzeit des Wechseltisches beträgt 1,9 s. Er kann bei Abmessungen von 940 × 520 mm bis zu 320 kg schwere Werkstücke aufnehmen. Gewisse Abstriche muss der Anwender bei der Werkzeugspindel hinnehmen, die es nur in der Ausführung mit 14 kW Leistung und bis zu 10 500 min-1 Drehzahl gibt. Sie gehört damit nicht unbedingt zu den schnellsten in dieser Klasse. Als Steuerung, wie schon beschrieben, wird nur die Siemens 840 D sl angeboten.

Neben der FZ 15 W Baseline existiert in dieser Reihe noch die «FZ 12 FX Baseline» als schnelle 5-Achsmaschine und die «Mill FX 800 Baseline», ebenfalls eine 5-Achsmaschine für grössere Werkstücke bis 800 mm X-Weg. Beide Maschinen sind optional mit Heidenhain-Steuerung erhältlich.

Wie sehr die Baseline bei proCNC gepunktet hat, zeigt die Tatsache, dass nach der ersten Maschine, die Weihnachten 2016 installiert wurde, seit Juni dieses Jahres eine zweite FZ 15 W in Perlen ihren Dienst tut. Wobei auch der reibungslose Service seitens Chiron seinen Teil zum Erfolg beigetragen hat, wie Florian Lischer bestätigt: «Was bei Chiron angenehm ist, ist die Tatsache, dass man sich bei komplexen Fragen direkt mit dem Konstrukteur austauschen kann und somit bereits im telefonischen Gespräch zu einer Lösung kommt. Auch die bisher benötigten kleineren Ersatzteile waren innerhalb von ein, zwei Tagen bei uns vor Ort.»

Bei proCNC haben die Einsteigermaschinen Appetit auf Mehr gemacht. Vor allem der Firmenrundgang in Tuttlingen hat bei Vater und Sohn Lischer zum einen oder anderen Aha-Erlebnis geführt. «Wir werden sicherlich gewisse Maschinen näher ins Auge fassen, wenn in den nächsten Jahren Ersatzinvestitionen ins Haus stehen», sagt der Juniorchef. «Die Chiron-Maschinen kommen einfach unserem Streben nach Perfektion entgegen. Zudem habe ich es gerne, wenn Maschinen schnell laufen und man sieht, das sich etwas rührt. Auch habe ich das Gefühl, die Chiron-Konstrukteure dachten bei ihrer Arbeit sehr genau darüber nach, was sie machen.» Und das kann man seiner Meinung nach nicht von jedem Hersteller behaupten.

proCNC AG
6035 Perlen, Tel. 041 741 55 40
info@procnc.ch

Chiron-Werke GmbH & Co. KG,
Büro Schweiz, Ruedi Schalch
8260 Stein am Rhein, Tel. 079 554 23 97
ruedi.schalch@chiron.de



Die Baseline-Reihe überzeugt unter anderem durch den schnellen Werkzeugwechsel mit 2,1 s Span-zu-Span-Zeit. (Bilder: TR)


Florian Lischer, proCNC (rechts), und Ruedi Schalch, Chiron Schweiz, sehen die FZ 15 W Baseline als attraktive Alternative für Lohnfertiger: «Die Maschine ist sehr schnell. Sie besteht aus hochwertigen Komponenten, und sie wird in Tuttlingen hergestellt.»

Fünf Fragen an Florian Lischer, proCNC

«Es macht einfach Spass, mit den Maschinen zu arbeiten»

Herr Lischer, sind Sie mit dem Geschäftsverlauf in diesem und letztem Jahr zufrieden?

Wir hatten im letzten Jahr bis zum Herbst eine mehr als 100-prozentige Auslastung. Dann gab es eine gewisse Phase der Entspannung, bevor zum Jahresende das Geschäft wieder enorm angezogen hatte und dieser Zustand eigentlich bis vor Kurzem andauerte. Aktuell arbeiten wir wieder mit normaler Auslastung. Mal sehen, was das Jahresendgeschäft so bringt.

Das heisst, die Aufhebung des Wechselkurses am 15. Januar 2015 hat Ihr Geschäft kaum beeinflusst?

Natürlich spielt der Preis immer eine Rolle. Aber wir beliefern beispielsweise Kunden in Deutschland und sogar einen Kunden in Tschechien, und das funktioniert. Zwar haben wir hier in der Schweiz ein höheres Lohnniveau, aber muss sich eben überlegen, wie man damit umgeht, beispielsweise durch Investitionen in die Automatisierung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zu sagen, wir haben sowieso gegen die Konkurrenz aus dem Ausland keine Chance, ist grundverkehrt.

Wie kommen Sie an Ihre Aufträge? Oder anders gefragt: Was bieten Sie, was die anderen nicht haben?

Ich denke, dass wir einen gewissen Hang zur Perfektion pflegen. Sobald die Teile komplexer und die Qualitätsansprüche sehr hoch werden, weil beispielsweise die Optik eine grosse Rolle spielt wie bei Sichtteilen oder im Kunststoffbereich, sind wir eigentlich gut im Rennen. Zudem können wir ein Dienstleistungspaket schnüren, dass viele Kunden überzeugt, auch in punkto Wirtschaftlichkeit. Dazu gehört, dass wir viel in die Prototypenentwicklung zusammen mit den Kunden investieren. Auch die Schnelligkeit, mit der wir unseren Kunden zur Seite stehen, wird durchaus honoriert.

Wo sehen Sie aktuell die Herausforderungen für Ihr Unternehmen?

Ich denke, es wird immer wichtiger, den richtigen Mix zu finden. Man muss einerseits gute Mitarbeiter beschäftigen, sie aber auch motivieren, zu bleiben und ihren Job gut zu machen. Auch die innerbetriebliche Infrastruktur wie unsere neue Halle oder Investitionen in neuste Maschinen oder fortschrittliche Automatisierungseinrichtungen gehören dazu. Wir versuchen zudem durch interne Fortbildung und eine attraktive Arbeitsumgebung die Stimmung positiv zu beeinflussen.

Die Investition in die Chiron Baseline gehört auch in diesen Mix?

Ganz klar. Die Maschinen bieten ein Top Preis-Leistungsverhältnis, sind sehr schnell, qualitativ hochwertig verarbeitet und sehen auch noch gut aus. Es macht einfach Spass, damit zu arbeiten.»