Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 11/2017, 10.11.2017

Kompakte E-Motoren vom Spindelhersteller

Die GMN Paul Müller Industrie GmbH & Co. KG, bisher bekannt als Spindelhersteller, präsentiert auf der «SPS IPC Drives» als Messepremiere eine ganze Serie von direkt angetriebenen Elektromotoren. Die Antriebe glänzen mit hohen Drehzahlen bei besonders kompakten Abmessungen, was unter anderem durch eine Wasserkühlung ermöglicht wird.

Damit gibt der Spindelhersteller auf seinem Messestand erstmals einen Überblick über sein jüngstes Geschäftsfeld «Elektrische Antriebe», in dem neben Standardantrieben auch kundenspezifische Lösungen entwickelt werden.

Dank der hohen möglichen Drehzahlen können die GMN-Motoren deutlich kompakter gestaltet werden als klassische Elektroantriebe, und sie versprechen durch den Einsatz hochwertiger Materialien besondere Effizienz. Bei ihrer Entwicklung griff der Maschinenbauer auf seine Erfahrung im Bau von Hochgeschwindigkeitsspindeln sowie deren Lagerung und Abdichtung zurück.

Die neue Synchronmotorreihe «MSP Basic», die auf der letzten SPS IPC Drives bereits durch einen Prototyp vertreten war, umfasst zehn Modelle mit einer Leistung von 7,5 bis 45 kW und Achshöhen von 80 bis 112 mm. Gezeigt wird auf der Messe unter anderm der kompakte MSP 112.4-30/9000 mit 30 kW und einem Drehmoment von 32 Nm. Dieser ist mit der IEC-Baugrösse 112 nur rund ein Fünftel so gross wie ein klassischer Asynchronmotor mit gleicher Leistung und Luftkühlung.

Dafür sorgt unter anderem eine hohe Umlauffrequenz von 9000 min-1 und maximal 14 000 min-1. Da sich die Drehzahl direkt proportional zur Motorleistung verhält, besitzt das Modell eine besonders hohe Leistungsdichte. Dazu kommt eine integrierte Wasserkühlung, die den Ausnutzungsgrad verbessert und einen dauerhaft sicheren Betrieb ermöglicht. Seltenerdemagneten, hochwertige Motormaterialien, eine drehzahlfeste Lagerung und berührungslose Dichtungen aus dem eigenen Haus runden das Antriebsangebot ab.

Da die Modelle der MSP-Basic-Reihe in Standardbaumassen mit normierten Anschlüssen auskommen, können sie problemlos an bestehenden Anlagen nachgerüstet werden. Die Medienzuführungen und Kabelgänge am Motor lassen sich variabel gestalten. Damit eignet sich die Baureihe für Anwendungen, bei denen eine besonders grosse Leistungsfähigkeit und hohe Drehzahlen gewünscht sind, etwa im Werkzeugmaschinenbau, in der Verfahrenstechnik und der Luftfahrt. Wird mehr Flexibilität benötigt, bietet sich die modular aufgebaute Schwesterreihe an, die Einbauelemente und Antriebskits umfasst. Erhältlich sind die elektromagnetischen Motorkomponenten mit und ohne Welle. Kunden können das Gehäuse, die mechanische Schnittstelle und die Lagerung exakt auf ihre Anforderungen abstimmen.

Das Unternehmen entwickelt als Engineering-Partner auch kundenspezifische Motoren. Dabei greift es auf seine Erfahrung aus der Konstruktion und Fertigung von Spindeln, Kugellagern, Freiläufen und Dichtungen zurück. Je nach Anwendung seien Drehzahlen bis zu 250 000 min-1 mit kompakten Motoren denkbar, heisst es bei GMN. (msc)

GMN Paul Müller Industrie GmbH & Co. KG
DE-90411 Nürnberg. Tel. +49  911 5691 0
info@gmn.de
SPS IPC Drives Halle 3 Stand 618



Die Motorreihe MSP Basic besitzt eine hohe Leistungsdichte und verspricht durch den Einsatz hochwertiger Materialien besondere Effizienz. (Bilder: GMN)


Der 30 kW starke Synchronmotor MSP 112.4-30/9000 mit Wasserkühlung ist aufgrund der hohen Leistungsdichte deutlich kompakter als ein vergleichbarer Asynchronmotor mit Luftkühlung und geringerer Drehzahl.


Rotor und Stator sind in der Produktreihe der Einbauelemente gesondert erhältlich und können zu einem kundenindividuellen Antrieb konfiguriert werden.

Im Profil

GMN

Der Maschinenbauer GMN Paul Müller Industrie GmbH & Co. KG ist ein 1908 gegründetes und heute in vierter Generation geführtes Familienunternehmen. Rund 450 Mitarbeiter entwickeln und produzieren am Unternehmenssitz in Nürnberg Hochpräzisionskugellager, Maschinenspindeln, elektrische Antriebe, Klemmkörperfreiläufe und berührungslose Dichtungen. Spindeln sind mit rund 60 Prozent Anteil Hauptumsatzträger. Rund 35 Prozent der Produktion gehen in den Export an Abnehmer in der ganzen Welt. Diese stammen aus einer Vielzahl von Branchen, hervorzuheben sind der Maschinenbau, der Fahrzeugbau sowie die Luft- und Raumfahrttechnik.