Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 12/2017, 08.12.2017

Auf die Oberfläche kommt es an

Für die Oberflächenbehandlung von Teilen für die Medizinaltechnik braucht es besondere Kenntnisse, um die geforderten technischen und optischen Eigenschaften zu realisieren. Die Rero AG als ausgesprochene Spezialistin auf diesem Gebiet gibt wertvolle Hinweise.

Medizinische Instrumente, Geräte und speziell Implantate sind sorgfältig zu entgraten, zu reinigen, keimfrei zu machen und zu verpacken. Die Experten der Rero AG bieten dafür ein breites Spektrum an Bearbeitungsverfahren, erklärt Kundenberater Halil Cebeci: «Ein besonders prädestiniertes Verfahren für Medizinalinstrumente unterschiedlicher Art ist das elektrochemische Polieren. Damit werden beispielsweise Grate, wie sie bei der mechanischen Bearbeitung zurückbleiben, vollständig entfernt. Dies ist vor allem in schlecht zugänglichen Bereichen der Oberfläche wie Hinterschneidungen oder Bohrungen unerlässlich.»

Bei Medizinalgeräten aus Edelstahl ist zusätzlich die Oberfläche zu passivieren. Durch das Elektropolieren des Edelstahls wird Chrom an der Oberfläche angereichert und zugleich prozessbedingt Chromoxid erzeugt. Der Vorgang bewirkt in einem Arbeitsgang ein Glätten der Oberfläche und eine hocheffiziente Passivierung. Die glatte Oberfläche vermindert zudem erheblich die Neigung zum Anhaften von biologischem Bewuchs. Das vereinfacht die Reinigung, um medizinische Geräte und Instrumente keimfrei zu machen. Darüber hinaus sind passivierte Oberflächen wesentlich beständiger gegen Korrosion.

Die Weiterentwicklung bestehender Verfahren ist für die Rero AG ein weiterer Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit, wie Halil Cebeci betont: «Neuartige Beschichtungen zu entwickeln, ist nach unserer Ansicht ein lohnender Ansatz für die Zukunft. Beispielsweise könnten sich unsere Kupfer- oder Silberbeschichtungen als geeignet erweisen. Kupfer und Silber wirken keimtötend. Für derartige Projekte arbeiten wir dann mit renommierten Forschungsinstituten zusammen.»

Medizinaltechnische Geräte herzustellen erfordert umfassende Kenntnisse der Werkstofftechnik, der Produktionsverfahren, aber auch Kosten-Nutzen-Betrachtungen. Oberflächenprofi Cebeci empfiehlt deshalb, frühzeitig den Kontakt zum Spezialisten zu suchen: «Ausführliche Gespräche bewahren nach unseren Erfahrungen vor kosten- und zeitintensiven Korrekturen an den Verfahren und Produkten.» Um potentiellen Auftraggebern Know-how zu vermitteln, bietet der Oberflächentechniker auch Weiterbildungen an. (pi)

Rero AG
4437 Waldenburg, Tel. 061 965 95 01
info@rero-ag.ch



Halil Cebeci, Kundenberater bei der Rero AG: «Speziell die Oberfläche ist am Ende dafür bestimmend, dass ein Gerät oder Bauteil die gewünschten Eigenschaften erfüllt und eine lange Lebensdauer erreicht.» (Bild: G. Schärli)


Im Profil

Rero AG

Das 1882 von Heinrich Tschopp gegründete Unternehmen ist auf hochwertige Oberflächenbehandlung spezialisiert und in fünfter Generation familiengeführt. Nach eigenen Angaben zählt man sich derzeit zu den führenden Dienstleistern auf dem Gebiet der Oberflächentechnik in der Schweiz. Behandelt werden Oberflächen von Bauteilen aus einer Vielzahl an Werkstoffen und Branchen, darunter die Medizinal- und die Elektrotechnik, die Elektronik und der Maschinenbau. Bis zum Jahr 2020 ist eine weitere Automatisierung der Produktion geplant. Investiert werden soll in zwei Vollautomaten zum galvanischen Versilbern und zum Abscheiden von Schichtkombinationen aus Nickel und Zinn.