Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG

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Ausgabe 03/2017, 17.03.2017

Erfolgreiche Premiere

Zufriedene Gesichter gab es auf der erstmalig als Doppelmesse veranstalteten «Maintenance» und «Pumps & Valves» vom 8. bis 9. Februar in Zürich. Mit 2512 Besuchern und 142 Ausstellern gelang laut Veranstalter Easyfairs «ein optimales Ergebnis». Im Mittelpunkt stand das Thema Digitalisierung in Verbindung mit Industrie 4.0. Auf die nächste Ausgabe als Doppelmesse 2019 hin zieht das Messeduo nach Luzern um.

(msc) Die Maintenance Schweiz 2017 weckte zu ihrem 10. Jubiläum mehr Interesse denn je. Berechtigterweise, denn ein Messerundgang machte deutlich, dass sich die Welt der Instandhaltung eindeutig verändert hat und in der Industrie 4.0 angekommen ist. Viele Gespräche auf den Ständen und ebenso die Vorträge im zentralen «Science Center» drehten sich um Entwicklungen und Veränderungen, welche die Digitalisierung mit sich bringt. Auf der Messe konnten sich Instandhaltungsspezialisten gezielt mit Fragen an die Fachleute der Aussteller wenden und erhielten lösungsorientierten Input.

Zentrale Themen bei den Instandhaltern waren die «Condition Based Maintenance» (zustandsbasierte Wartung) und «Predictive Maintenance» (vorausschauende Wartung), welche durch die Digitalisierung zusammen mit den immer umfassender werdenden Möglichkeiten der Datenanalyse erst möglich werden. Dabei wird softwarebasiert die Entwicklung eines technischen Systems fortlaufend verfolgt. Aus den eingehenden Werten werden Prognosen für den weiteren Verlauf erstellt und daraus wiederum kostenoptimierte Wartungspläne generiert. Diese Konzepte werden künftig die präventive Wartung, die nach festgelegten Zeitintervallen durchgeführt wird, zunehmend ersetzen.

Für etliche Unternehmen hat die Digitalisierung jedoch gerade erst begonnen: «Viele herstellende Betriebe stehen noch am Anfang der Entwicklung», stellt Sandro Maciocia fest, Leiter Service Verkauf und Account Management ABB Schweiz. Eine Messeplattform wie die Maintenance Schweiz sei genau der richtige Ort, um konkrete Schritte der Digitalisierung zu diskutieren und passende Lösungen zu suchen.

Auch Rainer Artho, Geschäftsführer von des Schweizer Verbands für Facility Management fmpro, stellt fest, dass für viele Firmen konkrete Schritte in der Digitalisierung noch Neuland sind. «Aber sie beschäftigen sich immer intensiver damit», meinte er. Vorderhand gehe es darum, wie Daten sauber erfasst und analysiert werden könnten. Im nächsten Schritt müsse überlegt werden, wie intelligente und sinnvolle Massnahmen darauf aufgesetzt werden könnten.

Martin Resch, CEO Siemens Postal Parcel & Airport Logistics AG, Schweiz beurteilt die diesjährige Maintenance folgendermassen: «Die Diskussion über Digitalisierung und Industrie 4.0 ist auf einer neuen Stufe angekommen. Viele Interessenten kamen mit konkreten Fragen zu uns und suchten Unterstützung beim Umsetzen einer besseren Vernetzung.» Resch ist überzeugt, dass durch Einführung von digitalen Prozessen und den effizienten Austausch von Daten entlang der Wertschöpfungskette werde auch der Serviceprozess aufgewertet wird: «Die Instandhaltung hat jetzt eine grosse Chance, sich neu zu positionieren und zum Vorreiter von Industrie 4.0 zu werden.»

Neue Plattform Pumps & Valves kommt gut an

Mit der Pumps & Valves hatten Anbieter aus den Bereichen Pumpen, Armaturen und Prozesse in der Halle 4 der Messe Zürich die Möglichkeit, ihre Lösungen einem breiten Fachpublikum zu präsentieren. Organisator Easyfairs hat das Konzept gemeinsame mit Swissmem und dem Fachverband GOP entwickelt. Dass die Messe parallel zur Maintenance stattfand, sahen viele Aussteller positiv, weil es ihnen zusätzliche Besucher aus den Bereichen Wartung, Instandhaltung, Qualitätsmanagement und Arbeitssicherheit brachte.Adam M. Gontarz, Ressortleiter Pumpentechnik Swissmem, lässt sich zur neuen Messe so zitieren: «Das Konzept der Pumps & Valves hat gut funktioniert. Die Aussteller führten gute Gespräche mit Interessenten und wichtige Entscheider der Branche waren vor Ort, um sich über die wirtschaftliche Situation, den Markt und die Technik auszutauschen. Die Messe hat sich gelohnt.»

Easyfairs Switzerland GmbH
4132 Muttenz, Tel. 061 228 10 00
schweiz@easyfairs.com



TR Meinung

Die im Kasten «Fact Sheet» aufgeführten Veränderungen in Veranstaltungsmodus und -Ort der genannten Messen gehen zwar aus den Pressemeldungen von Messeveranstalter Easyfairs hervor, stellen aber lediglich Fussnoten dar. Die Zusammenhänge muss man sich zusammenreimen. Der Hintergrund: Einerseits geht es darum, die Maintenance mit einem zweiten Thema aufzuwerten. Das sind neu alternierend im Zweijahresrhythmus die Pumps & Valves und die Solids, für die ein Jahresrhythmus als zu hoch gilt.

Laut gut unterrichteten Kreisen konkurrenziert Easyfairs jedoch mit der Pumps & Valves die Messe «Ilmac», die von Messe Schweiz organisiert wird, zu der auch die Messen Basel und Zürich gehören. Deshalb hat man der Austragung einer Pumps & Valves 2019 in der Messe Zürich den Riegel geschoben. Für die Maintenance 2020 ist die Standortfrage noch nicht abschliessend entschieden.

Verständlich, das man dies alles nicht an die grosse Glocke hängt. Ich fürchte allerdings, dass nicht alle Aussteller die Standortwechsel goutieren werden.

Fact Sheet

Das Messeduo in Zahlen

Die Zahlen der Maintenance 2017 lassen sich deshalb nicht mit denjenigen von 2016 vergleichen, weil heuer die Pumps & Valves in Zürich ihre Premiere erlebte und die Eintrittstickets der Besucher für beide Messen gültig waren. Trotzdem: In diesem Jahr kamen gemäss den Angaben des Veranstalters mit 2512 Besuchern deren 722 mehr in die Messehallen als im Vorjahr, was einem Plus von gut 40 Prozent entspricht. Bei den Ausstellern kann man die Zahlen leicht auseinanderhalten: Mit 81 auf der Maintnance waren es fast genau gleich viele wie im Vorjahr (80). 61 stellten auf der Pumps & Valves aus. Einen echten Vergleich wird man erst nach der Maintenance 2019 ziehen können, die dann wieder zusammen mit der zweijährlichen Pumps & Valves stattfinden wird. Allerdings wird die Doppelmesse dann neu in Luzern stattfinden. Dazwischen, im Jahr 2018, wird die Maintenance in Zürich abgehalten, neu zusammen mit der auf «Solids» umbenannten Schüttgut, die bisher in Basel beheimatet war.