Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 04/2017, 20.04.2017

Ein KSS der nächsten Generation

Der Schweizer Verschlusskappenspezialist Corvaglia setzt in der Fertigung seiner Formplatten für Spritzgiesswerkzeuge auf einen innovativen, hochwirksamen Kühlschmierstoff von Henkel. Der bietet bei geringerer Anfangs- und Nachfüllkonzentration erheblich längere Badstandzeiten. Gleichzeitig sorgt die formaldehydfreie Rezeptur für eine schaum- und geruchsarme Emulsion.

(msc) Jedes Jahr werden rund 80 Mrd. Corvaglia-Verschlusskappen spritzgegossen. Die seit 2007 in Eschlikon ansässige Corvaglia Mould AG fertigt in diesem gigantischen Markt jährlich rund 3000 Kavitäten, verteilt auf Formplatten für 4-fach- bis 96-fach-Werkzeuge.

Das Unternehmen ist der weltweit führende Spezialist für Getränkeflaschenverschlüsse. Viele Verschlusskonzepte werden für namhafte Kunden entwickelt oder haben sich als Standard im Markt durchgesetzt. Schwerpunkt sind gewicht- und montagesparende Einkomponentenverschlüsse, bei denen Mantel wie Innendichtung in einem einzigen Prozessschritt aus HDPE gespritzt werden.

In beiden Geschäftsbereichen – Closures wie Mould – investiert Corvaglia laufend in neue Anlagen und Maschinen. Zur Weiterentwicklung und Validierung der Werkzeug- und Verschlusskappentechnologie wurde am Standort Eschlikon 2010 ein umfassend ausgestattetes Technikum eröffnet.

Daniel Bürgi, verantwortlich für Frästechnologien bei Corvaglia Mould, hält fest: «Wir wollen die erste Adresse für fortschrittliche Verschlusskappenlösungen sein. Dafür suchen wir die Unterstützung der qualifiziertesten Zulieferer.» Im Werkzeugbau betrifft dies nicht zuletzt die zur spanenden Bearbeitung eingesetzten Kühlschmierstoffe, die Corvaglia über die Thommen-Furler AG mit Sitz in Rüti bei Büren bezieht.

Das Unternehmen Thommen-Furler, Marktführer in den Bereichen Chemie- und Schmierstoffvertrieb für den gesamten Schweizer Industriemarkt, empfahl dem Verschlussspezialisten schon vor sechs Jahren den Einsatz des formaldehydfreien Kühlschmierstoffs «Bonderite L-MR» von Henkel in der Metallbearbeitung.

Das Sortiment dieser wassermischbaren, fein­dispersen Emulsionen zeichnet sich durch geruchlose, wirtschaftliche und umweltverträgliche Rezepturen aus, die beim Bohren, Drehen, Fräsen, Sägen, Gewindeschneiden und Schleifen von Metallen aller Art sehr lange Badstandzeiten bieten. Hinzu kommt eine sehr gute Korrosionsschutz- und Schmierwirkung, die den Werkzeugverschleiss und die Ausschussquote minimieren kann.

«In der Vergangenheit hatten wir immer wieder Probleme mit Kühlschmierstoffen, etwa durch Geruch und Ablagerungen, erhöhte Schaumbildung, sowie hohe Ausschleppung zusammen mit dem Spanaustrag und entsprechend hohen Nachfüllkonzentrationen», sagt Daniel Bürgi. «Seit 2010 arbeitet fast unsere gesamte Zerspanung mit Bonderite L-MR. Die Prozesse sind dadurch erheblich sauberer geworden, und wir konnten den Kühlschmierstoffverbrauch deutlich verringern.»

André Lagnaz, Verkaufsingenieur Lubes bei Thommen-Furler, fasst die Anforderungen an einen effizienten und nachhaltigen Kühlschmierstoff so zusammen: «Die Emulsion muss nicht nur zuverlässig kühlen und schmieren, sondern auch schnell und rückstandsfrei abtropfen. Hohe Schlammbildung im Kühlbad, hohe Ausschleppung und der früher allgegenwärtige Ölfilm gehören mit den Bonderite-Lösungen der Vergangenheit an.»

Als 2015 in Eschlikon ein neues, vollautomatisches Bearbeitungszentrum mit einer Kühlschmierstoffanlage von 6000 l in Betrieb genommen wurde, entschied man sich für das von Henkel verbesserte Bonderite L-MR 71-7. Bei diesem KSS wurde laut Hersteller vor allem die pH-Stabilität der Rezeptur weiter optimiert. Ihr patentiertes Emulgatorsystem sichert ein schaumarmes Verhalten bei Wasserhärten von 5 bis 100 Grad deutscher Härte. Die Anfangskonzentration beträgt nur noch 5 bis 8 Prozent.

Auch die Gesundheits- und Arbeitsschutzstandards wurden verbessert. Das Irritationspotenzial bei Augenkontakt wurde minimiert, so dass das neue Produkt gemäss EU-Verordnung 1272/2008 als nicht gefährlich eingestuft ist. Damit will Henkel zum Marktführer für Kühlschmierstoffe in Europa aufsteigen.

André Lagnaz gibt diesem ehrgeizigen Vorhaben gute Chancen: «Wir haben bei der neuen Maschine vor eineinhalb Jahren mit einer Anfangskonzentration von 6,5 Prozent begonnen und liegen bei der Nachfüllkonzentration im Durchschnitt noch immer deutlich unter 2 Prozent. Das ist ausserordentlich niedrig. Durch die längeren Badstandzeiten ergeben sich trotz des höheren Einstandspreises über die Jahre hinweg deutliche Verbrauchs- und Kosteneinsparungen.»

Daniel Bürgi ergänzt: «Wir füllen beim neuen Bearbeitungszentrum je nach Spanvolumen pro Woche etwa 10 Liter nach. Die Ausschleppung ist vergleichsweise minimal.» Das Ziel bezüglich der Standzeit liegt bei Corvaglia inzwischen bei drei Jahren.


Henkel & Cie. AG
4133 Pratteln, Tel. 061 825 70 00
www.henkel.ch

Einsatz des KSS «Bonderite L-MR 71-7» von Henkel bei Corvaglia Mould in einem Makino-BAZ bei der Fertigung einer Spritzgiesswerkzeugplatte. (Bilder: Henkel/Corvaglia)


Schraubverschlusskappen für Getränkeflaschen beim Auswerfen aus einem 96-fach-Werkzeug mit 2,5 s Zykluszeit bei Corvaglia Closures.