Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 05/2017, 25.05.2017

«Völlig neue Art der Drehbearbeitung»

Mit «PrimeTurning» verspricht Sandvik Coromant eine revolutionäre Drehbearbeitung: Mit nur einem Werkzeug sollen sich Längs-, Plan- und Profildrehoperationen durchführen lassen – inklusive Produktivitätssteigerungen um bis zu 50 Prozent.

(pi) Håkan Ericksson, Leiter der Anwendungstechnik bei Sandvik Coromant, ist überzeugt: «Mit PrimeTurning lassen sich Produktivitätssteigerungen von über 50 Prozent realisieren.» Der Grund: Im Gegensatz zu der konventionellen Drehbearbeitung ermöglicht PrimeTurning mit nur einem Werkzeug das Längs- (vorwärts und rückwärts), Plan- und Profildrehen.

Die neue Methode basiert auf einem Werkzeug, das nahe des Spannfutters in das Werkstück eintritt und das Material abträgt, während es in Richtung des Reitstocks verfährt. «Auf diese Weise», erläutert Ericksson, «sind Bearbeitungen mit kleinem Einstellwinkel und grösserem Eintrittswinkel sowie die Zerspanung mit höheren Schnittparametern möglich. Ausserdem kann mit den gleichen Werkzeugen herkömmlich zerspant werden, also die Drehbearbeitung vom Werkstück- ende in Richtung Spannfutter.»

Laut Ericksson werden durch den kleineren Einstell- und grösseren Eintrittswinkel dünnere und breitere Späne produziert, die die Last und die Hitze weg vom Schneidenradius führen: «Dies führt zu höheren Schnittdaten und längeren Standzeiten.» Weil beim PrimeTurning von der Schulter weg bearbeitet wird, soll nicht die Gefahr von Späneklemmern bestehen; ein sonst häufiger und unerwünschter Effekt beim konventionellen Längsdrehen.

Insbesondere fertigungsintensive Branchen wie die Automobil- und Luftfahrtindustrie sollen vom neuen Verfahren profitieren. Also überall dort, wo Aussendrehbearbeitungen im Rahmen von Grossserienfertigungen durchgeführt werden oder wo mehrere Setups und häufige Werkzeugwechsel gefordert sind.

«Erfahrene Anwender wissen, dass ein kleiner Einstellwinkel höhere Vorschubgeschwindigkeiten ermöglicht“, sagt Håkan Ericksson. „Dennoch sind bei der konven-tionellen Drehbearbeitung Winkel von etwa 90 Grad notwendig, um die Schulter zu erreichen und die langen, gewölbten Späne, die ein kleiner Einstellwinkel typischerweise liefert, zu vermeiden. PrimeTurning löst diese Probleme durch die Kombination aus einer perfekten Reichweite an der Schulter und einem Einstellwinkel von 25 bis 30 Grad mit exzellenter Spankontrolle und engen Toleranzen. Diese Innovation steht für unzählige Möglichkeiten, Drehprozesse effizienter und produktiver zu machen. Es ist nicht nur ein neues Werkzeug, sondern eine völlig neue Art der Drehbearbeitung.»

Sandvik Coromant führt zunächst zwei «CoroTurn»-Prime-Drehwerkzeuge und den PrimeTurning-Codegenerator ein, der optimierte Programmiercodes und Techniken liefert. Die neue Wendeschneidplattensorte «CoroTurn Prime A-Type» verfügt über drei 35-Grad-Schneidenecken. Sie ist für leichtes Schruppen, die Schlichtbearbeitung und das Profildrehen konzipiert. CoroTurn-Prime-B-Type-Platten wurden speziell für die Schruppbearbeitung entwickelt. Derzeit sind neun CoroTurn-Prime-A-Type- und sechs CoroTurn-Prime-B-Type-Wendeschneidplatten erhältlich.


Sandvik AG, Coromant
6002 Luzern, Tel. 041 368 34 34
coromantluzern@sandvik.com, www.sandvik.coromant.com/primeturning

Ist PrimeTurning eine Revolution für das Drehen von grossen Serien? (Bild: Sandvik Coromant)